Netzwerk Kinderrechte zu EU-Kindergarantie: „Auch für Kinder in Österreich ganz dringend notwendig!“

„Einmalige Chance“ für Sozialminister Mückstein, endlich für Verbesserungen für Kinder in den Bereichen Bildung, Wohnen, Ernährung, Therapien zu sorgen!

Wien (OTS) – Zum heutigen Weltkindertag am 20. September hat Sozialminister Wolfgang Mückstein den Startschuss für die Umsetzung der „Europäischen Garantie für Kinder“ in Österreich gesetzt. Bis März 2022 wird ein Nationaler Aktionsplan erarbeitet werden, um Kinder und Jugendliche vor sozialer Ausgrenzung und Armut zu schützen.

„Das ist so dringend notwendig, Kinder und Jugendliche vor Armut und all ihren negativen Auswirkungen zu schützen! Es ist eine Mär, dass Kinderarmut nur ärmere Staaten in Europa betrifft. Nein, es gibt sie hier bei uns in Österreich, in der Nachbarwohnung, in der Schule gegenüber, im Nebenort. Wir kennen die Zahlen und Hintergründe seit Jahren: von Kindern, die ein Zuhause haben, wo es im Winter kalt bleibt oder wo es schimmelt, von Kindern, die nicht an gesundes Essen und genügend Bewegung im Alltag herankommen, oder von Kindern, die Monate, wenn nicht Jahre, auf einen adäquaten Therapieplatz warten müssen.“ verweist Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez auf das jahrzehntelange Monitoring des Netzwerks Kinderrechte Österreich, dem Zusammenschluss von 46 Organisationen zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Österreich. Es sei nun eine „einmalige Chance“ für Sozialminister Wolfgang Mückstein, für wirkliche Verbesserungen für Kinder und Jugendliche federführend zu sorgen. Dass es dazu auch einen Ministerrats-Beschluss der gesamten Bundesregierung gibt, sei erfreulich.

Das Netzwerk Kinderrechte hat zuletzt im Jahr 2019 im Rahmen der Kinderrechte-Prüfung Österreichs vor den Vereinten Nationen eine umfassende Bestandsaufnahme mit dem Ziel der Reduktion von Armut und Sozialer Ausgrenzung bei Kindern und Jugendlichen erstellt. Daraus ein kurzer Auszug von konkreten Forderungen, die nicht an Aktualität eingebüßt haben:

1) Österreichweit einheitliche bedarfsgerechte Kinderrichtsätze ohne Staffelung nach Alter oder Anzahl der Kinder
2) Schließen der Lücken bei staatlichem Unterhaltsvorschuss
3) Evaluierung des Familienbonus Plus, eingeführt 2019, auf Treffsicherheit der beabsichtigen Ziele und Erhebung der Auswirkungen auf armutsgefährdete Personengruppen, insbesondere Kinder und Jugendliche
4) Erstellung einer Kinderkostenstudie nach aktuellen Bemessungskriterien als Basis für alle weiteren Berechnungen
5) Einführung eines zeitgemäßen Bildungssystems: inklusive Schule mit Fokus auf innerer Differenzierung und Individualisierung, verstärkte Förderung und Chancengleichheit statt Defizitorientierung und Selektion bereits mit 10 Jahren
6) Ausbau ganztägiger Schulformen für Kinder und Jugendliche mit kostenlosen Freizeit- und Lernmöglichkeiten anstelle von teurer Nachhilfe
7) Ausreichende, kostenfreie diagnostisch-therapeutische Angebote für alle Kinder mit Entwicklungsstörungen und Erkrankungen

Das gesamte Kapitel „Sozialwesen/Armut“ aus dem Ergänzenden Bericht des Netzwerks Kinderrechte Österreich an die Vereinten Nationen aus dem Jahr 2019 steht auf www.kinderhabenrechte.at zu Verfügung.

Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez
Mobil: 0676/88011-1016
elisabeth.schaffelhofer@kinderhabenrechte.at
www.kinderhabenrechte.at

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