foodwatch hoffnungsvoll: Mehr Transparenz für Konsument:innen im Lebensmittelbereich geplant
Regierungsprogramm von ÖVP, SPÖ und NEOS enthält zentrale Forderungen von foodwatch – doch es bleibt Luft nach oben
FOODWATCH HOFFNUNGSVOLL: MEHR TRANSPARENZ FÜR KONSUMENT:INNEN IM LEBENSMITTELBEREICH GEPLANT
REGIERUNGSPROGRAMM VON ÖVP, SPÖ UND NEOS ENTHÄLT ZENTRALE FORDERUNGEN VON FOODWATCH – DOCH ES BLEIBT LUFT NACH OBEN
_Wien, OTS_ – Die künftige Regierungskoalition hat heute ihr Programm vorgestellt. foodwatch sieht darin konkrete Fortschritte am Weg zu sicheren, gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln für die Menschen in Österreich – aber auch klare Versäumnisse.
Positiv ist, dass die Regierung offenbar die von foodwatch seit langem geforderte Transparenz für Konsument:innen im Lebensmittelbereich stärken will. So soll die Einführung der Nährwertkennzeichnung Nutri-Score endlich ermöglicht werden – allerdings auf freiwilliger Basis, somit bleibt ein Schlupfloch für die Lebensmittelindustrie. Auch das Problem der „Shrinkflation” wird anerkannt: Konsument:innen sollen künftig klar über geschrumpfte Inhalte bei gleichbleibendem Preis oder Verpackungsgröße informiert werden.
_„Damit sind zwei Kernforderungen, für die wir uns gemeinsam mit den Konsument:innen eingesetzt haben, im Arbeitsprogramm für die kommenden fünf Jahre berücksichtigt worden. Die Regierung hat erkannt: Wir haben ein Recht auf gesunde, leistbare und transparente Lebensmittel – und wir werden nicht locker lassen, bis dieses Recht Realität wird“, _zeigt sich Indra Kley-Schöneich, Geschäftsführerin von foodwatch in Österreich, kämpferisch.
Enttäuschend ist indes das Fehlen jeglicher Initiative zur breitenwirksamen Förderung gesünderer Ernährung. Die von foodwatch geforderte Kracherl-Steuer auf süße Getränke bleibt unerwähnt. Trotz der eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die gesundheitlichen Folgen von übermäßigem Zuckerkonsum bleibt Österreich somit eines der Länder in Europa, das keine wirksame Maßnahme gegen den übermäßigen Konsum von gesüßten Softdrinks setzt. Ebenso fehlt eine Senkung der Umsatzsteuer auf Obst und Gemüse – eine Maßnahme, die gesunde Ernährung leistbarer machen und besonders einkommensschwache Haushalte entlasten würde.
Auch beim Thema Kindermarketing bleibt die Regierung zögerlich. Statt eines klaren Werbeverbots für ungesunde Produkte an Kinder wird im Regierungsprogramm unter der Überschrift „Mehr Schutz für Bürgerinnen und Bürger im Internet” lediglich eine unverbindliche „Prüfung von Maßnahmen” erwähnt. Expert:innen sind sich hier jedoch seit langem einig, dass es ein umfassendes Verbot braucht, um zu verhindern, dass Unternehmen weiterhin gezielt Kinder mit überzuckerten und fettreichen Produkten ansprechen können.
_„Wir sehen in diesem Regierungsprogramm einen wichtigen ersten Schritt. Einige wesentliche Forderungen aus unserem __5-Punkte-Plan für Essen mit Zukunft__ sind berücksichtigt worden – doch Papier ist geduldig. Entscheidend ist, dass die erwähnten Maßnahmen auch wirklich umgesetzt werden. Nachbessern muss die kommende Regierung eindeutig bei den Vorgaben zum Schutz der Kinder und bei der flächendeckenden Förderung gesunder Ernährung. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass die dringend notwendige „Kracherl-Steuer“, ein Verbot von Kindermarketing oder auch die Senkung der Umsatzsteuer auf Obst und Gemüse kommt“,_ so Indra Kley-Schöneich.
Über foodwatch Österreich:
foodwatch Österreich setzt sich mit kraftvollen Kampagnen für die Rechte der Konsument:innen im Lebensmittelbereich ein. Wir kämpfen für transparente Informationen, den umfassenden Schutz der Konsument:innen vor den Interessen der Lebensmittelindustrie sowie sichere und gesunde Nahrungsmittel für alle. Unabhängig von Staat und Wirtschaft finanziert sich foodwatch ausschließlich durch Spenden und verzichtet auf Kooperationen mit Unternehmen oder politischen Institutionen. So bleibt die Organisation frei und glaubwürdig in ihrer Arbeit. foodwatch engagiert sich auf nationaler und EU-Ebene für nachhaltige Veränderungen und ist derzeit in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich aktiv.
foodwatch Österreich
Evelyn Horak
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