Grüne Wien/ Malle, Stadler: Bericht zu Missbrauchsvorwürfen zeigt desaströses Bild: Wiederkehr muss MA10 völlig erneuern!

Der schonungslose Bericht zeigt die unzähligen Versäumnisse der MA10 – Stadtrat Wiederkehr muss seine Abteilungen endlich in den Griff bekommen

Wien (OTS) – “Der heute vorgestellte Bericht der Kinder- und Jugendanwaltschaft zum mutmaßlichen Missbrauch in einem Wiener Kindergarten und den daraus abzuleitenden politischen Handlungen zeigt ein katastrophales Bild auf struktureller Ebene und ein komplettes Kommunikationsversagen”, so die Bildungssprecher:innen der Grünen Wien, Julia Malle und Felix Stadler.

“Hier zeigen sich leider immer noch die hierarchischen Strukturen interner Kommunikationswege, die auch der Kinder- und Jugendanwalt anspricht. Daran hat sich auch seit dem medialen Bekanntwerden des Falles nichts geändert. Wiederkehr ist gefordert, seine Abteilung komplett neu aufzustellen”, so Stadler und Malle.

Der Kinder- und Jugendanwalt Ercan Nic Nafs bestätigt die von den Eltern vorgebrachten Vorwürfe. Bereits seit 2020 haben Eltern immer wieder von schweren Auffälligkeiten der Kinder berichtet. Im Bericht wird festgehalten, dass Auffälligkeiten und Symptome der Kinder nie ernst genommen und Eltern hingehalten wurden. Auch der Bitte der Eltern, andere Eltern zu kontaktieren, deren Kinder möglicherweise auch betroffen sein könnten, wurde nicht nachgekommen.

“Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr gibt zu, dass in dem Fall nicht früh genug mit den Eltern kommuniziert wurde. Wäre das passiert, hätte gemeinsam Aufklärung vorangetrieben werden können. Zudem hat Wiederkehr aber auch seine eigene Behörde nicht unter Kontrolle: Die MA10 hat ihn komplett im Dunkeln stehen lassen und nicht informiert”, so Julia Malle und Felix Stadler.

Jedoch hat sich in der Kommunikation auch nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe nichts gebessert, auch wenn Bildungsstadtrat Wiederkehr immer wieder eine “offene Kommunikation” verspricht. Diese wird durch Erzählungen von Eltern am Standort nicht bestätigt. Sie wären nicht oder auch nicht niederschwellig über nächste Schritte und Maßnahmen informiert.

Der Kinder- und Jugendanwalt berichtet auch über die mangelhafte Hilfe für die Betroffenen und das grundsätzlich wenig vorhandene Reflexionspotential. “Dass Beratungen mit den Vereinen Möwe und Selbstlaut, die sich um Kinderschutz- und Therapieangebote kümmern, nicht weiter fortgesetzt wurden und keine anderen Expert:innen beigezogen wurden, schlägt dem Fass den Boden aus. Wenn Ercan Nic Nafs von einer falschen Zurückhaltung in der Kommunikation, von der Angst vor den Vorgesetzten aufgrund eines autoritären Führungsstils, von trägen, hierarchischen Strukturen und einer problematischen Unternehmenskultur in der MA10 spricht, unterstützen wir daher den Vorschlag einer internen weisungsfreien Ombudsstelle. Das alles geht jedoch zu wenig weit”, so die Grünen Bildungssprecher:innen.

“Der von Wiederkehr angekündigte Aktionsplan Kinderschutz geht in einem Schneckentempo voran und ist nichts weiter als eine Absichtserklärung für die Zukunft. Einerseits ist noch völlig unklar, welche Handlungskompetenzen der Ombudsstelle und dem Reporting-Team in der MA 11 zukommen werden. Andererseits gilt der angedachte Aktionsplan zudem nur für die städtischen Kindergärten.

Auch die Schulungen für Mitarbeiter:innen des pädagogischen und nicht pädagogischen Personals zum Thema Kinderschutz und -rechte sind nur für die Städtischen vorgesehen. Zwei Drittel der elementarpädagogischen Einrichtungen sind privat geführt und von der Stadt Wien gefördert. Warum endet Kinderschutz also bei den städtischen Einrichtungen?”, so Malle und Stadler.

Kommunikation Grüne Wien
(+43-1) 4000 – 81814
presse.wien@gruene.at
http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.