„Pocahontas – Die wahre Geschichte“ in „Universum History“

Am 9. April um 23.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Als abenteuerlustige Häuptlingstochter, die mit ihrer Liebe zu einem Weißen zwei völlig unterschiedliche Kulturen von einer friedlichen Koexistenz überzeugt, eroberte sie Kino-Leinwände und Kinderzimmer. Als mutige Vermittlerin zwischen den Ureinwohnern und den ersten britischen Siedlern in Amerika ist sie fest im Gründungsmythos der Vereinigten Staaten verankert. Doch wer war Pocahontas wirklich? Welche Rolle spielte sie im beginnenden 17. Jahrhundert, als die Briten mit der Errichtung ihrer Kolonien in der sogenannten „Neuen Welt“ begannen? Die „Universum History“-Dokumentation „Pocahontas – Die wahre Geschichte“ von Molly Hermann (deutsche Bearbeitung: Andrea Lehner) gibt am Freitag, dem 9. April 2021, um 23.05 Uhr in ORF 2 Antwort.

In den USA ist Pocahontas eine der prominentesten Frauen der amerikanischen Geschichte. Seit vier Jahrhunderten wird ihre sagenumwobene Funktion im Kampf zweier Kulturen lange vor der Gründung der Vereinigten Staaten von Generation zu Generation weitergegeben. Und doch wissen nur wenige, was sich tatsächlich hinter diesem Mythos verbirgt. Eine Indianerprinzessin, die als Kind zur Diplomatin wird und ihr Leben dem Völkerverständnis und gegenseitiger Toleranz widmet – so lässt sich ihre Leistung in wenigen Worten zusammenfassen. Maler, Filmemacher und Schriftsteller schufen daraus eine romantische Liebesgeschichte, die Pocahontas weltweit zur berühmtesten indigenen Amerikanerin werden ließen.

Von Romantik und Ruhm war im realen Leben von Pocahontas allerdings nichts zu bemerken. Gewalt, Misstrauen und Vorurteile prägten ihren Alltag, aber auch ein Leben in Freiheit und im Einklang mit der Natur. Als sie etwa zehn Jahre alt war, landeten die ersten britischen Siedler im Stammesgebiet der Powhatan in Virginia. Als Tochter des mächtigen Ober-Häuptlings kam sie mit dem Anführer der Kolonialisten John Smith in Kontakt. Seinen Aufzeichnungen zufolge rettete sie ihm das Leben, als ihm „die Indianer die Hirnhäute herausschlagen wollten“.

Was danach folgte, hat ein Team der US-Produktionsfirma The Biscuit Factory penibel recherchiert. Herausgekommen ist eine spannende Geschichte, die von den Ureinwohnern Amerikas über die Besiedelung durch Europäer bis zur Gründung der Vereinigten Staaten und den heutigen Nachfahren von Pocahontas’ Stamm Powhatan reicht. Ureinwohner, die man für längst ausgestorben hielt, haben sich in ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet in Virginia im Lauf der Jahrhunderte den Erfordernissen der modernen Welt angepasst. Erst 2016 wurden die Pamunkey als tatsächliche Nachkommen der Powhatan bundesstaatlich anerkannt.

Als Symbol für Freiheit und Demokratie zieren Abbildungen von Pocahontas die Rotunde des Kapitols, direkt unter dem Gemälde von George Washington. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Jamestown (Virginia), in spannenden Interviews erzählen Expertinnen und Experten sowie Nachfahren von Pocahontas, was sich damals wirklich zugetragen hat und wie sich die Realität der Jahre 1607 bis 1617 von der romantisierten Dramaturgie der Filme unterscheidet. Pocahontas starb 1617 im Alter von nur etwa 22 Jahren südlich von London.

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