Katholischer Familienverband fordert Anpassung der Familienleistungen an den Verbraucherpreisindex
Pensionistenvertreter/innen wünschen sich eine Neuberechnung der Pensionsanpassungen. Der Katholischen Familienverbandes fordert dies auch für Familienleistungen.
Wien (OTS) – „Während Pensionen, Löhne und Parteienförderungen fast automatisch wertangepasst werden, gilt das für Familienleistungen wie das Kinderbetreuungsgeld oder die Familienbeihilfe nicht“, sagt Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes und fordert eine jährliche automatische Anpassung der Familienbeihilfe an die Inflation. „Während zuletzt auch in Zeiten der Krise die Pensionen um den Anpassungsfaktor 1,015 Prozent erhöht wurden, mussten viele Familien finanzielle Einschränkungen hinnehmen“, rechnet er vor.
Bezahlt werden Familienleistungen wie Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Pensionsbeiträge für Kindererziehungszeiten, Schulbücher oder Schulfreifahrten aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). „Der FLAF ist tatsächlich eine Art Schatzkiste für Familien. So können diese Leistungen unabhängig vom aktuellen Budget gewährt werden“, verdeutlicht Trendl die hohe Relevanz des FLAFs für Familien. Haupteinnahmequelle des FLAFs sind die Dienstgeberbeiträge, die 3,9 Prozent der Brutto-Lohnsumme ausmachen. „Mit 1. Jänner 2017 wurde der Dienstgeberbeitrag von 4,5 auf 4,1 Prozent und 2018 dann auf 3,9 Prozent gesenkt; darüber hinaus sanken die Einnahmen im Vorjahr aufgrund von Corona“, erläutert Trendl.
Umso bedenklicher findet er, dass in einem ersten Vorschlag des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) der Dienstgeberbeitrag zum FLAF erneut gesenkt werden soll, auch Vizekanzler Werner Kogler hat eine Kürzung der Lohnnebenkosten angekündigt. „Eine Kürzung der Dienstgeberbeiträge ist kurzsichtig. Die Auswirkung auf den Wirtschaftsstandort ist marginal, für die Familienleistungen stellt das langfristig eine Bedrohung dar“, sagt Trendl. „Mindereinnahmen für den FLAF müssen nicht zwingend sofort eine Kürzung bedeuten. Aber wenn eine Leistung wie das Kinderbetreuungsgeld – nahezu 20 Jahre nicht an die Inflation angepasst wird, bedeutet das einen enormen Werteverlust und kommt einer Kürzung gleich“, so Trendl. Er fordert die Bundesregierung auf: „Wenn tatsächlich ein automatischer Berechnungsschlüssel für die Pensionen angedacht wird, muss dies auf jeden Fall auch für die Familienleistungen gelten“, fordert er einmal mehr die jährliche automatische Wertanpassung der Familienbeihilfe.
Für den Präsidenten des Katholischen Familienverbandes steht fest:
„Es kann nicht sein, dass die ohnehin schon stark belasteten Familien auch noch die finanziellen Auswirkungen dieser Krise tragen müssen“, sagt Trendl und macht deutlich: „Sollte es in irgendeiner Form zur Kürzung der Dienstgeberbeiträge zum FLAF kommen, muss es verlässliche budgetäre Dotierungen des FLAF geben.“
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