NEOS: Neues Paket für psychische Gesundheit zu wenig ambitioniert

Yannick Shetty: „Es ist gut, dass die Bundesregierung nach zwei Jahren Pandemie endlich erkennt, dass sie etwas tun muss. Nachhaltige Reformen sehen aber anders aus.“

Wien (OTS) – „Die psychische Gesundheit – vor allem jene der Kinder und Jugendlichen – wurde viel zu lange vernachlässigt. Darum ist es gut, dass die Bundesregierung nach zwei Jahren Pandemie endlich erkennt, dass sie etwas tun muss, um die Kinder und Jugendlichen zu entlasten“, reagiert NEOS-Jugendsprecher Yannick Shetty auf die heute von der Bundesregierung präsentierten Maßnahmen für die psychische Gesundheit junger Menschen.

Leider agiere sie aber wieder einmal viel zu wenig ambitioniert, so Shetty: „Psychische Gesundheit darf kein einmaliges Förderprojekt sein, sondern muss ein integrierter Bestandteil unseres Verständnisses von Gesundheit sein. Es braucht niederschwellige Angebote in Schulen – und zwar breitflächig über ganz Österreich verteilt. Die landesweite Versorgung mit Schulpsychologinnen und Sozialarbeitern war heute leider wieder kein Teil der angekündigten Maßnahmen.“ Wie in der Pressekonferenz betont wurde, kämpft mehr als die Hälfte der jungen Menschen mit depressiven Symptomen, 16 Prozent haben wiederholt Suizidgedanken. „Das ist erschütternd. Und dennoch ist das Projekt nur für 7.500 Kinder und Jugendliche geplant – also für 0,4 Prozent der Bevölkerung unter 20. Was ist mit dem Rest?“, fragt sich der NEOS-Jugendsprecher.

„Psychische Gesundheit darf nicht mehr ein Luxusgut sein, sondern es braucht auch mit den Krankenkassen langfristige Zusammenarbeit. Stattdessen plant die Regierung einen projektbasierten Fördertopf für Psychotherapiestunden, als wäre das Problem nur ein vorübergehendes.“ Die von der Regierung vorgestellte Helpline helfe jungen Menschen mit konkreten Suizidgedanken außerdem wenig. „Hier ist die stationäre Behandlung nach wie vor das Mittel der Wahl – die stationäre Kinder-und Jugendpsychiatrie wird jedoch weiterhin mit ihrer prekären Situation alleingelassen.“ Was zusätzliche Clearing-Stellen bringen, sei außerdem fraglich. Shetty fordert, hier bereits bestehende, funktionierende Einrichtungen wie Rat auf Draht zu nutzen.

Shetty fordert die Bundesregierung deshalb auf, beim Thema psychische Gesundheit für nachhaltige Reformen zu sorgen: „Die mangelnde Bereitschaft, diese nachhaltigen Verbesserungen zu schaffen, bewies die Bundesregierung leider erst gestern wieder, als sie im Gesundheitsausschuss vier Anträge von NEOS zu einem nachhaltigen Ausbau der psychosozialen Versorgung von Kindern vertagte.“

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