Schmuckenschlager: Biokraftstoffnutzung erhöhen statt Ölreserven reduzieren

Höherer Biokraftstoffeinsatz technisch problemlos möglich

„Alternative erneuerbare Kraftstoffe müssen angedacht werden, bevor man weiter Dieselvorräte anzapft. Den größtmöglichen Beitrag zur Verdrängung der Fossilen und zur Reduzierung der Emissionen im Verkehrssektor können nachhaltig in Österreich produzierte Biokraftstoffe leisten“, so JOHANNES SCHMUCKENSCHLAGER, Obmann der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe (PEK). „Heimische Biokraftstoffpotenziale brach liegen zu lassen, ist unverantwortlich in Zeiten größter Energieknappheit.“

   Die Freigabe von Dieselkraftstoff schmälert die Pflichtnotstandsreserve, diese umfasst den heimischen Verbrauch von durchschnittlich drei Monaten, erneut. Fertige Kraftstoffe wie Benzin und Diesel, Halbfertigprodukte aber auch Biokraftstoffe sowie deren Rohstoffe sind Teil dieser Reserve. Seit Juni wurden bereits 212.000 t Diesel und 56.000 t Benzin aus den Lagern genommen. Nun werden neuerlich 60.000 t Diesel zur Verwendung aus den Reservebeständen losgeeist.

   Die Entkopplung Erneuerbarer von fossilen Energieformen ist unersetzlich für die notwendige Transformation des Transport- und Verkehrssektors. Zusätzlich zur Nutzung aller Einsparpotenziale könnte schon längst die Bioethanolbeimischung auf 10%, wie im aktuellen Regierungsprogramm verankert, umgesetzt sein. Zur Sicherung der Versorgung mit derzeit sehr knappen Dieselkraftstoffen müssen alle verfügbaren normungstechnischen Spielräume für den höheren Biokraftstoffeinsatz bis hin zur Reinverwendung bestmöglich genutzt werden. Geschlossene Flotten, allen voran im öffentlichen Bereich wie z.B. Busflotten, Straßendienst- oder Gemeinde- und Müllsammelfahrzeuge, sollten unverzüglich höhere Biokraftstoffbeimischungen (B20/B30, wo möglich B100) einsetzen. Weitere Einsatzbereiche wären die Binnenschifffahrt, Baumaschinen sowie Offroadfahrzeuge. 

   Dies würde große Mengen Dieselkraftstoff für andere Verwendungen freimachen und Druck aus dem angespannten Markt nehmen, was vor allem in der verbrauchsintensiven Herbstzeit besonderen Sinn ergibt. Es hätte zudem zahlreiche positive Auswirkungen: Die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor sinken, die Versorgungssicherheit mit Kraftstoffen und Heizöl wird erhöht und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird verringert.

   „Der höhere Biokraftstoffeinsatz kann von der nachhaltigen heimischen Biokraftstoffproduktion abgedeckt werden. Denn derzeit werden erhebliche Biokraftstoffmengen mitsamt deren Emissionsminderungspotenzial exportiert und bestehende Produktionskapazitäten nicht voll ausgeschöpft. Die Erreichung der ambitionierten Klima- und Energieziele 2030 wird nur durch Nutzung aller verfügbaren Technologieoptionen möglich sein. Nachhaltige heimische Biokraftstoffe sind unverzichtbarer Teil der Lösung, ganz nach dem Motto: Ergänzen, nicht ersetzen“, schließt Schmuckenschlager. (Schluss)

PEK Plattform für Erneuerbare Kraftstoffe
GF Dipl.-Ing. Alexander Bachler
Mail: a.bachler@pek.energy
Mobil: +43 676 834 418 595

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