Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 27. Jänner 2023. Von MICHAEL SPRENGER. „Kickls klammheimliche Freude“.

Van der Bellen geht zum Auftakt seiner letzten Amtszeit auf klare Distanz zu Kickl. Die Kritiker der rechtsnationalen FPÖ zeigen sich erfreut. Der FPÖ-Chef empört sich und jubelt derweil still über des Bundespräsidenten Ansage.
Die von Alexander Van der Bellen angelobte Regierung hängt seit Wochen in den Seilen. Noch nie hatte eine Bundesregierung so eine geringe Zustimmung in der Bevölkerung wie die aktuelle. Ob sie sich bis zum Jahr 2024, also bis zum Ende der Legislaturperiode, an der Regierungsbank festklammern kann, ist ungewiss. Aber das Match um das Kanzleramt wurde trotz alledem schon jetzt eröffnet – ausgerechnet vom Bundespräsidenten. Er nützte ein neues und interessantes Interview-Format des ORF, um sich für seine zweite und damit letzte Amtszeit ein klares Profil zu verpassen. Er will kein feiger Präsident sein, klare Kante zeigen: zum Schutz des Klimas, gegen das Gift der Korruption – und ja, wenn es darum geht, Autoritarismus kenntlich zu zeichnen und die FPÖ von der Macht fernzuhalten. 

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