WKÖ: Teuerung und Konjunkturentwicklung prägen Rechnungsabschluss 2022
Breites Informations- und Serviceangebot zur Unterstützung und Krisenbewältigung der heimischen Unternehmen
Die unerwartet rasche wirtschaftliche Erholung nach der Covid-19-Pandemie sowie die Folgen der diversen Krisen haben die budgetäre Entwicklung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im vergangenen Jahr geprägt. Das zeigt der Rechnungsabschluss 2022, der dieser Tage dem Finanzausschuss der WKÖ übermittelt wurde und dem Wirtschaftsparlament im Juni zum Beschluss vorliegt.
„Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie hat sich auch zu Beginn des Jahres 2022 fortgesetzt – und das noch deutlicher als erhofft. In der eingetretenen Dimension nicht absehbar waren auch dieEnergiepreiskrise mit extremen Preissteigerungen und der massive Anstieg der Inflation in Folge desrussischen Angriffskriegs gegen die Ukraine“, erläutert WKÖ-Vizepräsident und Finanzreferent Wolfgang Hesoun.
Die heimischen Betriebe waren infolge der zahlreichen Krisen einmal mehr mit immensen Herausforderungen konfrontiert. „Von Normalbetrieb konnte auch 2022 keine Rede sein – weder für die Wirtschaft insgesamt noch die Betriebe oder die Wirtschaftskammer. Wir waren als WKÖ in der Interessenvertretung massiv gefordert und haben unser Leistungsangebot für die Mitglieder weiter ausgebaut, um die Betriebe bei der Krisenbewältigung entsprechend zu unterstützen.“
Umfangreiche Serviceangebote für Betriebe stoßen auf hohe Resonanz
So hat die WKÖ beispielsweise eine umfassende Servicierung der Betriebe im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg etabliert und mit dem Energie-Infopoint für Unternehmen auf wko.at laufend Updates, aktuelle Daten und wichtige Informationen zum Themageliefert. Die Unterstützung der Betriebe angesichts der Energiekrise sowie notwendige Entlastungsmaßnahmen standen auch im Fokus der interessenpolitischen Arbeit der WKÖ.
Zudem wurde das digitale Informations- und Beratungsangebot mit großem Erfolg forciert. Das zeigen unter anderem die 150 von der WKÖ durchgeführten Webinare mit mehr als 12.000 Teilnehmenden. Mit Blick auf das Brennpunkt-Thema Nr. 1, den Fach- und Arbeitskräftemangel, stießen auch die 2022 im Rahmen der internationalen Fachkräfte-Offensive der WKÖ erstmals veranstalteten IT-Job Days auf großes Interesse. Vom Top-Informations- und Beratungsangebot der Wirtschaftskammerorganisation im Jahr 2022 zeugen etwa rund 54 Mio. Zugriffe auf wko.at, rund 221.000 Zugriffe auf den Energie-Infopoint, 100.000 Bildungs- und Berufsberatungen und über 327.100 Teilnehmende an WIFI-Kursen, 45.000 Exportberatungen für rund 62.300 Exportbetriebe sowie 45.200 Gründungsberatungen für angehende Unternehmer:innen.
Rechnungsabschluss 2022 im Detail
Die Wirtschaftskammer Österreich finanziert sich aus den Kammerumlagen, die 2022 insgesamt knapp 262 Mio. Euro betrugen und damit um 16,2% über dem Planwert lagen. Die Einnahmen aus der Kammerumlage 1 beliefen sich auf rund 108,5 Mio. Euro, jene aus der Kammerumlage 2 auf rund 153,5 Mio. Euro. Die Waren- und Leistungserlöse lagen bei 19,3 Mio. Euro und haben damit beinahe das Vorkrisenniveau erreicht, wobei sich restriktive Covid-Bestimmungen und regionale Lockdowns besonders im asiatischen Raum vor allem in der ersten Jahreshälfte noch negativ auf das Veranstaltungsgeschehen und das Reiseaufkommen auswirkten. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen von 50,6 Mio. Euro handelt es sich z.B. um Refundierungen für Projekte und Kostenersätze, denen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen.Zudem ist hier die Auflösung der Rückstellung für nicht mehr benötigte Mittel aus dem Corona-Unterstützungsfonds enthalten. Der Personalaufwand (inkl. Altersversorgung) konnte im Vorjahr mit 139,8 Mio. Euro stabil gehalten werden. Die Sachaufwendungen betrugen insgesamt 130 Mio. Euro und lagen damit unter dem Voranschlag.
Der Betriebserfolg liegt 2022 bei 62,1 Mio. Euro, hinzu kommt der Finanzerfolg von rund 1,1 Mio. Euro, wodurch sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 63,2 Mio. Euro ergibt. Nach Berücksichtigung der Kapitalertragsteuern von 0,2 Mio. Euro verbleibt ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 63,0 Mio. Euro, welches sich aus dem deutlich über Plan liegenden Umlagenaufkommen, der Auflösung der Rückstellung für den Corona-Unterstützungsfonds sowie aus dem geringeren Sachaufwand ergibt.
Mit den Mehreinnahmen wird die Gebäuderücklage für die Verbesserung und den Ausbau des Auslandesnetzwerks mit 30 Mio. Euro dotiert, weiters erfolgt im Vorfeld der Wirtschaftskammerwahl 2025 die gemäß Haushaltsordnung erforderliche Dotierung der Wahlrücklage für die Bedeckung der Wahlaufwendungen mit 3 Mio. Euro. Weitere 30 Mio. Euro werden der Ausgleichsrücklage zugewiesen, die zur Abdeckung von unvorhergesehenen Schwankungen bei Aufwänden und Erträgen dient.
„Die aktuellen geopolitischen Verwerfungen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungenzeigen, dass eine schlagkräftige Serviceorganisation und Interessenvertretung für die heimischen Betriebe unabdingbar ist. So wie im vergangenen Krisenjahr wird die Wirtschaftskammer auch in Zukunft mit großem Engagement und vielfältigen Services als starke Stütze an der Seite der österreichischen Unternehmenstehen“, betont WKÖ-Vizepräsident Hesoun abschließend. (PWK154/SR)
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