Frauenring schlägt zum Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit Alarm: Mangelnder Opferschutz im Familienrecht

Einladung zur Zoom-PK am 2.10.2024, 09.00 Uhr

DER VOM EUROPARAT BEMÄNGELTE GEWALTSCHUTZ IM FAMILIENRECHT HAT VERHEERENDE AUSWIRKUNGEN FÜR ALLEINERZIEHER*INNEN. DER VEREIN FEMINISTISCHE ALLEINERZIEHERINNEN -FEM.A BERICHTET VON EINEM NOTSTAND BEI DEN TELEFONBERATUNGEN AUFGRUND DER HÄUFIGEN NACHTRENNUNGSGEWALT.

Anlässlich des Internationalen Tages der Gewaltlosigkeit am 2. Oktober 2024 präsentieren der Österreichische Frauenring und der Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A die besorgniserregende Situation gewaltbetroffener Mütter. Einerseits erleben sie finanzielle Gewalt: die Armut von Alleinerzieher*innen ist im letzten Jahr um 28% gestiegen. Gleichzeitig hat der fehlende Gewaltschutz im Familienrecht, der auch im Evaluierungsbericht von GREVIO bemängelt wird, immer gravierendere Auswirkungen. Klaudia Frieben vom Österreichischen Frauenring kritisiert: „Die Regierung hat es in den letzten fünf Jahre verschlafen, den in der Istanbul-Konvention vorgesehenen Opferschutz auch im Familienrecht zu verankern. Auch die Sicherung des Unterhalts der Kinder von Alleinerzieher*innen ist nicht gelungen. Die Armut von Alleinerzieher*innen ist auch einem Rekordhoch, 41% leben unter der Armutsgefährdungsschwelle!“

In seinem Jahresbericht weist der Verein FEM.A auf den rasanten Anstieg an Beratungsbedarf hin: 900 Beratungen hat der Verein im Jahr 2023 durchgeführt, ein Anstieg von 13%. Mittlerweile hat sich der Bedarf fast verdoppelt, der Ansturm könne kaum mehr bewältigt werden, so die Obfrau Andrea Czak: „_98% der Alleinerzieher*innen, die sich hilfesuchend an uns wenden, sind Gewaltopfer. Leider können wir den hohen Beratungsbedarf derzeit nicht decken, wir bitten deshalb dringend um weitere Unterstützung.“ _Gewaltschutzexpertin Maria Rösslhumer dazu:_ „Die Istanbul-Konvention muss dringend im Familienrecht verankert werden, damit Kinder und Frauen nicht nach der Trennung in der Gewalt gefangen bleiben.“_

SO HAT DER VEREIN FEM.A 2023 GEHOLFEN:

* 900 Beratungs- und Entlastungsgespräche an der FEM.A Helpline
* Vermittlung von über 300 kostenlose Erstgespräche bei Rechtsanwält*innen, Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Coach*innen
* 45 kostenlose Webinare zur Stärkung von Alleinerzieher*innen
* Bewusstseinsarbeit (Advocacy, Öffentlichkeitsarbeit) zur Sensibilisierung für die Herausforderungen von Alleinerzieher*innen in Österreich 

REDNERINNEN:
Klaudia Frieben, Vorsitzende Österreichischer Frauenring

Verein feministische Allereinerzieherinnen – FEM.A
Andrea Czak
Telefon: +43 6991 9710306
E-Mail: andrea.czak@verein-fema.at
Website: https://verein-fema.at/

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