FH Campus Wien fest etabliert in der Sicherheitsforschung

Die FH Campus Wien hat in den letzten Jahren ihre Expertise in der Sicherheitsforschung weiter ausgebaut und liefert jetzt mit zwei wegweisenden Projekten wertvolle Impulse für die nachhaltige Entwicklung österreichischer Justizanstalten und den Schutz Kritischer Infrastrukturen.

NACHHALTIGE BAU-STANDARDS FÜR ÖSTERREICHS JUSTIZANSTALTEN

Österreichs 28 Justizanstalten unterscheiden sich stark in ihrer baulichen und technischen Ausstattung. Neben einigen Neubauten gibt es zahlreiche Bestandsbauten, darunter auch denkmalgeschützte Gebäude. Trotz dieser baulichen Vielfalt haben alle Justizanstalten eine gemeinsame Herausforderung: Sie müssen Sicherheit gewährleisten und eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft fördern, denn die meisten Insass*innen werden wieder entlassen. Haftanstalten müssen darüber hinaus den unterschiedlichen Bedürfnissen von Insass*innen und Beschäftigten gerecht werden. Um diese Anforderungen österreichweit umzusetzen, braucht es einheitliche baulich-technische Standards. Hier setzt das interdisziplinäre Projekt „ESBH – Effiziente, sichere und bauliche Haftgestaltung in Justizanstalten in Österreich“ der FH Campus Wien an, das unter der Leitung von Claudia Körmer (Fachbereich Risiko- und Sicherheitsmanagement) und Hildegard Sint (Fachbereich Architektur – Green Building) durchgeführt wurde. „Wir haben Empfehlungen für Maßnahmen entwickelt, um den Strafvollzug in Zukunft effizienter, bedürfnisgerechter und vor allem menschlicher zu gestalten“, so die Projektleiterinnen.

Teil des Konsortiums von ESBH waren das Bundesministerium für Justiz (BMJ), das Institut für angewandte Rechts- und Kriminalsoziologie der Universität Innsbruck (IRKS), das Ziviltechnikbüro app informatics zt gmbh (Ai) und Linienreich Generalplanung & Projektmanagement GmbH. Weitere Beiträge kamen von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und dem Bundesministerium für Inneres (BMI). Gefördert wurde das FFG-KIRAS-Projekt durch das Bundesministerium für Finanzen (BMF).

SICHERHEITSKULTUR ALS SCHLÜSSEL ZU RESILIENTEN INFRASTRUKTUREN

Als Kritische Infrastrukturen (KRITIS) werden Organisationen und Unternehmen bezeichnet, die einen reibungslosen Ablauf des Alltags in Wirtschaft und Gesellschaft ermöglichen. Doch wie sehr beeinflusst das unternehmensinterne Verständnis von Sicherheit die Widerstandsfähigkeit der Kritischen Infrastrukturen? Dieser Frage widmete sich ein Team von Forscher*innen der FH Campus Wien im Projekt „SiKu-KRITIS – Sicherheitskultur in der Kritischen Infrastruktur“. „In Kooperation mit drei Unternehmen und zahlreichen Expert*innen konnten wir darlegen, dass eine starke Sicherheitskultur unter anderem durch klare Richtlinien, benutzer*innenfreundliche Zugangskontrollen, einer positive Fehlerkultur sowie regelmäßigen Schulungen gefördert wird“, sagt Projektleiterin Claudia Körmer. Entscheidend seien zudem Security Awareness auf Führungsebene, regelmäßige Schulungen und Maßnahmen zur nachhaltigen Verankerung sicherheitskonformen Handelns. Die Ergebnisse bilden nun die Basis für weitere Forschungsvorhaben und praxisnahe Sicherheitsstrategien.

Projektpartner*innen waren unter anderem das Zentrum für Kriminologie der Johannes Kepler Universität Linz, die Austrian Power Grid (APG), die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV). Finanziert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Finanzen (BMF) und abgewickelt durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Forschungsprogramms KIRAS. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Bedarfsträger Wirtschaftskammer Österreich sowie dem BMI, dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) und dem Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) durchgeführt. Außerdem waren der ORF und A1 eingebunden.

STARKE PARTNERSCHAFT

Elisabeth-Haslinger-Baumann, Vizerektorin für Forschung und Entwicklung der FH Campus Wien: „Beide Projekte sind Paradebeispiele eines erfolgreichen, transdisziplinären Teamplays. Hier haben öffentliche Stellen, Unternehmen und akademische Einrichtungen hervorragend kollaboriert. Die aufschlussreichen Forschungsergebnisse liefern konkreten Nutzen für das gesellschaftliche Miteinander – und genau dafür steht die FH Campus Wien.“

WEITERE VORHABEN IN DER SICHERHEITSFORSCHUNG

Die Ergebnisse der bisherigen Projekte bilden die Grundlage für weitere Forschungsvorhaben: Bereits Ende 2024 startete „PUKE – Projekt zur Unterstützung Kritischer Einrichtungen“. Ende Jänner erfolgte der Kick-off für das Projekt „SiHaJF – Sicherheitsarchitektonische Haftgestaltung für Jugendliche und Frauen“. Das BMF finanziert die F&E-Dienstleistungsprojekte im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms KIRAS, die Abwicklung erfolgt durch die FFG.

FH CAMPUS WIEN – HOCHSCHULE FÜR ZUKUNFTSTHEMEN

Mit rund 8.500 Studierenden an zwei Standorten und zwei Kooperationsstandorten ist die FH Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs. In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Soziales, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik steht ein Angebot von nahezu 70 Studiengängen und Hochschullehrgängen in berufsbegleitender und Vollzeit-Form zur Auswahl. Anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung wird in zehn fachspezifischen Forschungszentren gebündelt. Fort- und Weiterbildung in Form von Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen deckt die Fachhochschule über die Campus Wien Academy ab. Die FH Campus Wien ist Gründungsmitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen.

FH Campus Wien
Franziska Salcher, MA
Unternehmenskommunikation
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