Ein Jahr PET-Pfandsystem Österreich: Hochschule Campus Wien zieht Bilanz und demonstriert Kunststoff-Recycling
Mit der Einführung des Einwegpfandsystems am 1. Jänner 2025 setzte sich Österreich das Ziel, die Sammelquote für Kunststoff-Flaschen und Aluminiumdosen bis 2027 auf 90 Prozent zu steigern. Beim Kauf bezahlen Konsument*innen zusätzlich zum Produktpreis 25 Cent Pfand. Dieses Pfand wird bei Rückgabe der leeren Verpackung erstattet.
EXPERTE BERNHARD RAINER: GUTE BILANZ BEI PET-RECYCLING, BEI ALLGEMEINEN KUNSTSTOFF-RECYCLING LIEGT ÖSTERREICH UNTER DEM EU-SCHNITT
BERNHARD RAINER, Leiter des Forschungszentrums Nachhaltigkeitsbewertung und Verpackungslösungen an der Hochschule Wien, zieht beim Pressegespräch an der Hochschule Campus Wien Bilanz: „Derzeit werden 70 bis 80% der PET-Flaschen recycelt. Das sind schon erfolgsversprechende Zahlen, wenn wir auf die Zielvorgabe von 90% für 2027 blicken. Weniger gut sieht es bei der Recyclingrate für alle Kunststoffarten aus – also auch die aus dem Gelben Sack. Aktuellen Schätzungen zufolge beträgt die Recyclingquote hier 35%, damit liegen wir klar unter dem EU-Durchschnitt von 42%. Die EU-Zielvorgabe liegt für 2025 schon bei 50%.“
RE-CYCLING STATT DOWNCYCLING
Insgesamt ist Rainer mit dem Pfandsystem zufrieden: „Menschen sind es gewohnt, Verpackungen getrennt zu sammeln – das Pfand macht diesen Schritt noch einfacher und effektiver. Wertvolle Ressourcen wie PET werden nicht mehr verschwendet, sondern gezielt zurückgeführt und hochwertig wiederverwertet. Die Plastikflasche wird wieder zur Plastikflasche – Bottle-to-Bottle statt Downcycling. Genau darum geht es beim RE-Cycling: Materialien im Kreislauf halten, Qualität bewahren und Ressourcen schonen. Das Pfandsystem ist ein entscheidender Hebel auf dem Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft.“
60 BIS 70% KUNSTSTOFF-RECYCLINGQUOTE ERREICHBAR
Kunststoffrecycling hat klare Grenzen, so der Leiter des Forschungszentrums Nachhaltigkeitsbewertung und Verpackungslösungen an der Hochschule Wien: „100% Recyclingquote werden wir weder technisch noch wirtschaftlich erreichen. Materialverluste bei Sammlung, Sortierung und Aufbereitung lassen sich auch mit modernster Technologie nicht vollständig vermeiden. Mit heutiger Technik halte ich aber – je nach Kunststoffart und Anwendung – Recyclingquoten von etwa 60 bis 70% für erreichbar.“
Hochschule Campus Wien
Mag.a Sigrun Reininghaus-Cussac
Wissenschafts-PR
Telefon: +43 1 606 68 77-6430
E-Mail: sigrun.reininghaus-cussac@hcw.ac.at
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