Starkes Handwerk, starke Partnerschaft: Niederösterreich geht eigenständigen Weg – Mikl-Leitner erwartet sinkende Strompreise

LH Mikl-Leitner / LR Rosenkranz / WKNÖ Ecker / AKNÖ Wieser bei Wirtschaft & Arbeit im Dialog

Auf Initiative von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner haben am heutigen Mittwoch bei „Wirtschaft und Arbeit im Dialog“ Vertreterinnen und Vertreter des Landes Niederösterreich, der Wirtschaftskammer Niederösterreich, der Arbeiterkammer Niederösterreich, der Industriellenvereinigung Niederösterreich, des Arbeitsmarktservice Niederösterreich und des Sozialministeriumservice Niederösterreich gemeinsam über die Herausforderungen am Wirtschafts- und Arbeitsmarkt und die Zukunft des Handwerks diskutiert und beraten. Im Mittelpunkt stand der konstruktive Dialog zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite – als Grundlage für tragfähige und praxisnahe Lösungen. Der Dialog fand bei der Tischlerei Krumböck in Gerersdorf statt: Dieser Ort stehe für „Verlässlichkeit, Qualität und Handwerk mit Tradition und großer Zukunft“, so Mikl-Leitner.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstrich die zentrale Rolle des Handwerks und die besondere Bedeutung eines konstruktiven Austausches zwischen Arbeitnehmern und Arbeitergebern in Niederösterreich: „Das Handwerk sichert regionale Wertschöpfung, bildet Fachkräfte aus und schafft Arbeitsplätze im ganzen Land. Es ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und ein wesentlicher Faktor für starke Regionen. In Niederösterreich setzen wir auf eine tragfähige Partnerschaft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, auf gegenseitigen Respekt und auf gemeinsame Lösungen. Denn wir wissen: Der lösungsorientierte Austausch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist die Basis dafür, dass wir Herausforderungen gemeinsam meistern und unser Land erfolgreich weiterentwickeln, Betriebe stärken und den Menschen Perspektiven geben. Dieser eigenständige niederösterreichische Weg – miteinander statt gegeneinander – macht unseren Standort stark und zukunftsfähig.“

Als Basis und Schlüssel für Wirtschaft und Arbeit hob die Landeshauptfrau die günstigen Strompreise hervor: „Ich habe bereits in meinen Presse-Gesprächen vor Wochen gefordert, dass die Strompreise auch für die Privat-Haushalte sinken müssen. Und sie können davon ausgehen, dass meine Botschaft gehört wird. Der rechtliche Rahmen dafür wurde jetzt vom Bund geschaffen.“

Im Rahmen des Dialogs wurden rund 80 konkrete Maßnahmen zusammengeführt, diskutiert und weiterentwickelt. Diese sind auf der Website https://land-noe.at/handwerk-noe zusammengefasst und abrufbar. Ziel ist es, Unterstützungsangebote für Betriebe und Beschäftigte besser sichtbar zu machen und den direkten Zugang zu erleichtern – unter anderem durch eine kompakte, digitale Übersicht zu allen Programmen, Förderungen, und weiterführenden Kontaktstellen, sowie durch einen Schwerpunkt für Handwerksbetriebe im Programm digi Kickstart.

Landesrätin Susanne Rosenkranz betonte: „Das Handwerk in Niederösterreich ist seit jeher ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler und sichert Arbeitsplätze, Ausbildung und Zukunftsperspektiven für tausende Arbeitnehmer in Stadt und Land.“ Dem globalen Wettbewerb und der Digitalisierung zum Trotz bleibe das Handwerk ein unverzichtbarer Motor für regionale Wertschöpfung, Fachkräftequalifizierung und stabile Beschäftigung. „Da sich das Handwerk laufend weiterentwickelt, ist es unsere Aufgabe, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und Arbeitnehmer wie Betriebe gleichermaßen zu stärken und zu unterstützen. Im Rahmen der gemeinsamen Initiative ‚Wirtschaft und Arbeit im Dialog‘ haben wir in konstruktivem Austausch mit allen Partnern konkrete Maßnahmen identifiziert, deren Inhalte übersichtlich aufbereitet wurden – von Fördermöglichkeiten über direkte Kontaktstellen bis zu weiterführenden Informationen als Service, das Orientierung schafft, Zeit spart und die tägliche Arbeit erleichtert. Starke Arbeitnehmer, sichere Arbeitsplätze und wettbewerbsfähige Betriebe sind die Grundlage für ein starkes Handwerk in Niederösterreich. Auch wollen wir ein Land der Meister und nicht nur ein Land der Master sein.“

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich: „Das niederösterreichische Handwerk steht für Werte, die bleiben – und für den Mut, sich weiterzuentwickeln. Unsere Betriebe sind tief in der Region verwurzelt und zugleich offen für Innovation, Digitalisierung und neue gesellschaftliche Anforderungen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten geht es nicht um Wachstum um jeden Preis, sondern um Stabilität, Planbarkeit und Zuversicht. Als Wirtschaftskammer Niederösterreich setzen wir uns mit voller Kraft dafür ein, unseren Betrieben wieder mehr unternehmerische Freiheit zu ermöglichen und sie bei der Fachkräftesicherung sowie in der Aus- und Weiterbildung aktiv zu unterstützen. Denn nur so sichern wir die Zukunft des Handwerks in Niederösterreich.“

Arbeiterkammer Niederösterreich-Präsident und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender Markus Wieser: „Hochwertige Arbeitsplätze sind für Niederösterreich besonders wichtig. Zielgerichtete Qualifizierung, Fachkräfteausbildung und eine bestmögliche Erfassung der Stärken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind dabei von maßgeblicher Bedeutung. Die Arbeiterkammer Niederösterreich und der ÖGB Niederösterreich unterstützen die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes mit ihren zahlreichen Schwerpunkten wie etwa der Jugendmarke AK Young, Bildungsberatung oder alles rund um die Lehre. Es gilt, dass die persönlichen Fähigkeiten auch zu den richtigen Ausbildungen und Berufen führen. Davon profitieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen gleichermaßen.“

Barbara Ascher, Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung Niederösterreich: „Industrie und Handwerk sind eng miteinander verbunden. Viele Industriebetriebe sind aus dem Handwerk entstanden, und bis heute sind Handwerksbetriebe wichtige Partner, sei es in der Produktion, in der Wartung oder in der Ausbildung. Gerade bei der Lehre zeigt sich diese Verbindung: Handwerk und Industrie bilden Fachkräfte aus, die beide Bereiche dringend brauchen. Wichtig ist, dass Betriebe dafür verlässliche Rahmenbedingungen haben, das heißt weniger Bürokratie, mehr Zeit für Ausbildung, Qualifizierung und moderne Arbeitsweisen.“

Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin AMS Niederösterreich: „Wirtschaftsprognosen zu Folge könnten die Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich 2026 nach langer Zeit wieder leicht sinken. Die Generation der Baby-Bommer – viele von ihnen mit Lehrabschlüssen im handwerklichen Bereich – wird in den kommenden Jahren in Pension gehen und damit für anhaltende Arbeitskräftenachfrage seitens der niederösterreichischen Betriebe sorgen. Unsere Daten belegen diesen Trend, der sich in den kommenden Jahren fortsetzen wird: Kamen 2019 in handwerklichen Berufen noch vier Arbeitslose auf eine freie Stelle, so sind es im Jahr 2025 trotz konjunktureller Schwäche nur noch knapp über drei. Das AMS hat 55 Millionen Euro allein für Fachkräftequalifizierung reserviert. Im Zentrum stehen hochwertige Ausbildung in nachgefragten Berufsbereichen wie Technik und Green Jobs, arbeitsplatznahe Qualifizierung sowie besondere Angebote für Frauen und Jugendliche, um ihnen den Lehrabschluss zu ermöglichen.“

Günther Widy, Leiter des Sozialministeriumservice Niederösterreich: „Das Sozialministeriumservice (SMS) finanziert seit vielen Jahren Beratungs- und Unterstützungsangebote, die von ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen, Menschen mit Behinderung und Unternehmen kostenlos in Anspruch genommen werden können. Die wichtigsten und in ganz Niederösterreich bestehenden Angebote sind im Netzwerk Berufliche Assistenz – kurz NEBA – zusammengefasst und bieten umfassende Unterstützung von der Schnittstelle Schule-Beruf über die Erlangung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen bis hin zur Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse. Zusätzlich können umfangreiche Individualförderungen des SMS von Unternehmen in Anspruch genommen werden. Viele Handwerksbetriebe in Niederösterreich nutzen dieses umfangreiche Angebot bereits. Durch die neue Website können noch mehr Unternehmen, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erreicht werden und sich über die bestehenden Fördermöglichkeiten informieren.“

Weitere Informationen zu den Maßnahmen: https://land-noe.at/handwerk-noe

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Anita Elsler, BA
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