SPÖ-Bayr: „Im Kampf gegen FGM darf es keine globale Rückentwicklung geben“

Warnung vor Rückschritten im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) am 6. Februar warnt die Gründerin der österreichischen Plattform „Stop FGM“ und außenpolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, vor einem gefährlichen Rückschritt im weltweiten Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. „FGM ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung und eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt. Jeder Versuch, das Thema aus dem internationalen Diskurs zu drängen oder Ressourcen zu kürzen, bedeutet unmittelbare Gefahr für Millionen Mädchen und Frauen“, betont Bayr. ****

Derzeit droht eine gefährliche Abschwächung im Kampf gegen FGM: Globale Budgetkürzungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheit sowie anstehende UN-Reformen führen dazu, dass Programme gegen FGM zunehmend um Ressourcen und Aufmerksamkeit kämpfen. Länderbeispiele wie Gambia zeigen, wie fragil hart erkämpfte Fortschritte sind. Dort verhandelt der Oberste Gerichtshof aktuell über die mögliche Aufhebung des FGM-Verbots. „Das zeigt deutlich, wie schnell Schutzmechanismen unter politischem Druck ins Wanken geraten können“, warnt Bayr.

Auch in Äthiopien bleibt FGM ein großes Thema: Obwohl gesetzlich verboten, ist die weibliche Genitalverstümmelung beim nomadischen Hirtenvolk der Afar im Norden Äthiopiens leider immer noch nicht gänzlich ausgerottet. Diese unmenschliche und zutiefst frauenfeindliche Tradition führt nicht nur zu lebenslangen sexuellen Problemen, sondern häufig auch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Die österreichische Hilfsorganisation SONNE-International setzt sich seit 2005 mit aller Kraft dafür ein, dass diese unsägliche Praxis endgültig verschwindet. Gemeinsam mit der äthiopischen Partnerorganisation APDA und in Zusammenarbeit mit Clanchefs, religiösen Autoritäten und lokalen Behörden wird systematische und konsequente Aufklärungsarbeit geleistet. Die wichtigsten Akteurinnen hier sind die Afar-Frauenbeauftragten, da sie nicht nur die Probleme der Menschen, sondern auch ihre festgefahrenen Ansichten und Vorurteile aus direkter Erfahrung kennen. Da jahrhundertelange Traditionen hartnäckig sind, bedarf es langfristiger, beharrlicher Arbeit, um sicherzustellen, dass den Frauen diese Tortur in Zukunft erspart bleibt.

SPÖ-Abgeordnete Bayr warnt: „Die Bekämpfung von FGM darf nicht zum Kollateralschaden globaler Sparmaßnahmen werden. Gegen geschlechtsspezifische Gewalt braucht es Kontinuität, langfristige Finanzierung und politische Sichtbarkeit – gerade jetzt.“ Gleichzeitig mahnt Bayr, dass Entwicklungszusammenarbeit und UN-Strukturen der kommenden Jahre beweisen müssen, dass Frauen- und Menschenrechte nicht verhandelbare Grundpfeiler bleiben.

Österreich orientiert sich in seiner Entwicklungszusammenarbeit am menschenrechtsbasierten Ansatz: In Programmen werden Nicht-Diskriminierung, Partizipation und Rechenschaftspflicht gestärkt, besondere Aufmerksamkeit gilt der Gleichstellung von Frauen und Mädchen sowie dem Schutz vor Gewalt. „Diesen Kurs gilt es international zu verteidigen und nicht abzuschwächen“, betont Bayr. „FGM ist weder ein Kultur- noch ein Randthema, es ist eine massive Menschenrechtsverletzung. Die Stimmen betroffener Frauen, Aktivistinnen und lokaler Organisationen müssen gehört, geschützt und nachhaltig unterstützt werden. Jeder Rückschritt gefährdet Leben und Zukunftschancen“, so Bayr abschließend. (Schluss) eg/ls

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SONNE-International
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