Wissenschaftsministerin Holzleitner gibt grünes Licht für größtes Re-Use-Projekt im österreichischen Hochschulbau

Bundesimmobiliengesellschaft erweitert Campus Türkenschanze der BOKU University mit Fokus auf Re-Use und Nachhaltigkeit

Mit dem Projekt „Erweiterung Campus Türkenschanze“ treibt die Bundesimmobiliengesellschaft gemeinsam mit dem BMFWF die strategische Weiterentwicklung der baulichen Infrastruktur der BOKU University voran und unterstreicht zugleich ihren hohen Anspruch an eine nachhaltige Planung und Baukultur.

Kern des Vorhabens sind die umfassende Umnutzung des ehemaligen MODUL-Schulgebäudes, das auch als Hotel und Restaurant genutzt wurde, sowie der Neubau des „Construction Innovation Labs (CIL)“ an der Borkowskigasse. Durch die räumliche Bündelung zentraler Institute, Serviceeinrichtungen und Studierendenangebote wird der Campuscharakter an der oberen Peter-Jordan-Straße deutlich gestärkt. Das Projekt verbindet Re-Use-Strategien mit moderner Infrastruktur und schafft neue Räume für Zusammenarbeit, Innovation und offenen Austausch.

Projektpartner sind die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Bauherrin sowie das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) unter Miteinbeziehung des Bundesministeriums für Finanzen.

Die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, Eva-Maria Holzleitner, betont: „Mit der Erweiterung des Campus Türkenschanze der BOKU University realisieren wir das derzeit größte Re-Use-Projekt im universitären Bereich. Damit zeigen wir: Nachhaltigkeit ist kein Schlagwort, sondern gelebte Verantwortung. Wir schaffen damit dringend benötigte Räume für nachhaltige und zukunftsorientierte Forschung sowie gute Lehre. Räume, in denen Studierende ihre Zukunft gestalten können! Dieses Projekt zeigt, wie verantwortungsvolle Hochschulpolitik und ambitionierte Nachhaltigkeitsziele Hand in Hand gehen können.“

„Die Zusage der Budgetmittel und die Planungsfreigabe für die Revitalisierung des Modulgebäudes am BOKU-Campus Türkenschanze schaffen eine wichtige infrastrukturelle Grundlage für die attraktive Weiterentwicklung unserer Universität. Sie ermöglichen es uns, exzellente naturwissenschaftlich-technische Forschung und Lehre konsequent auszubauen und unsere zukunftsweisende Themenfelder zu stärken. Gleichzeitig schaffen wir moderne Lern-, Labor- und Arbeitsumgebungen, um dem wachsenden Bedarf unserer Studierenden gerecht zu werden und setzen ein klares Zeichen für ressourcenschonende, qualitätsvolle Campusentwicklung“, freut sich BOKU-Rektorin Eva Schulev-Steindl. „Für diese vertrauensvolle Unterstützung bedanken wir uns sehr herzlich.“ Christine Dornaus, Geschäftsführerin der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG): „Der Campus der BOKU University wird mit der Adaptierung des Modul-Gebäudes komplett. Das Gebäude eignet sich ganz hervorragend für die universitäre Nutzung: Aus den ehemaligen Unterrichtsküchen werden Laborräume, aus den Hotelzimmern Büros und aus dem Ballsaal ein Veranstaltungsraum. Deshalb können wir das bestehende Gebäude erhalten und werden ihm einen zeitgemäßen Esprit und eine neue Zukunft geben. Wir freuen uns über die Freigabe und auf interessante architektonische Entwürfe.“

RE-USE UND KREISLAUFWIRTSCHAFT IM BESTAND

Die Umnutzung des ehemaligen MODUL-Gebäudes umfasst rund 10.500 Quadratmeter Nutzfläche und setzt konsequent auf den Erhalt der bestehenden Tragstruktur. Dadurch werden Abbruchmassen und Neubauvolumen deutlich reduziert. Rund 35.000 Tonnen Beton und 2.000 Tonnen Stahl können weitergenutzt werden, was einem Einsparpotenzial von etwa 5.400 Tonnen CO₂ entspricht. Der Rückbau erfolgt selektiv und wird nach ÖGNI/DGNB-Standards rückbauzertifiziert geplant.

IM MODUL-GEBÄUDE ENTSTEHEN UNTER ANDEREM:

* moderne Lehr- und Lernräume, inklusive hybrider und flexibel nutzbarer „Hyflex“-Formate,
* ein zentrales Servicecenter für Studierende und Lehrende (Studienservices, BOKU4you, International Relations),
* Büroflächen für Institute der Departments Bautechnik und Naturgefahren sowie Wald- und Bodenwissenschaften,
* zentrale Serviceeinheiten für Forschungsmanagement, Recht und Finanzwesen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsmanagement und BOKU:BASE,
* Flächen für die BOKU-IT inklusive neuem Rechenzentrum,
* ein universitäres Sportangebot in der bestehenden Turn- und Gymnastikhalle
* ein Nahversorger sowie ein Café als Mehrwert für Campus und Nachbarschaft,
* ein 24-Stunden-Lernbereich und weitere attraktive Studierendenflächen.

NEUBAU FÜR FORSCHUNG UND INNOVATION

Das Construction Innovation Laboratory, die neue Werk- und Prüfhalle an der Borkowskigasse mit rund 1.600 Quadratmetern Nutzfläche, ist speziell auf großmaßstäbliche Versuche, geotechnische Prüfungen, Robotik im Bauen sowie kombinierte Werkstätten- und Lagerflächen ausgelegt. Hier werden unter anderem das akkreditierte Prüfzentrum des Instituts für Konstruktiven Ingenieurbau, ein Roboterlabor sowie ein Aufspannfeld für Bauteilversuche gebündelt. Im Architekturwettbewerb wird auch ein besonderer Schwerpunkt auf die Gestaltung des Freiraums gelegt.

NACHHALTIGKEIT ALS LEITPRINZIP DES GESAMTEN PROJEKTS

Die Erweiterung des Campus Türkenschanze folgt einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der ressourcenschonendes Bauen, energieeffiziente Technik und klimaresiliente Freiräume miteinander verbindet.

* Re-Use des MODUL-Bestands zur deutlichen Reduktion des baubedingten CO₂-Fußabdrucks,
* energieeffiziente Gebäudehülle und Low-Tech-Haustechnik (Flächenheizung/-kühlung, Free-Cooling, robuste Systeme),
* Nutzung von Geothermie und Photovoltaik Peter-Jordan-Straße 78–82,
* klimaresiliente Freiräume nach dem Drain Garden bzw. Schwammstadtprinzip
* Entsiegelung und Begrünung der Borkowskigasse,
* konsequente Kreislaufwirtschaft mit Rückbauzertifizierung und Ressourcendokumentation.

INVESTITIONSRAHMEN UND AUSBLICK

Die Bruttoinvestitionskosten betragen rund 166 Millionen Euro und werden durch das BMFWF refinanziert. Nach der Planungsfreigabe folgen nun vertiefende Planungen. Die Fertigstellung des Construction Innovation Labs ist für Anfang 2030 vorgesehen, die Inbetriebnahme des modernisierten MODUL-Gebäudes ist für Ende 2030 geplant.

Mit dem Projekt „Erweiterung Campus Türkenschanze“ stärken BOKU, BMFWF und BIG den Hauptstandort der Universität, schaffen zukunftsfähige Lehr- und Forschungsumgebungen und setzen zugleich ein sichtbares Zeichen für nachhaltigen Hochschulbau in Österreich.

Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung
Florian Atzmüller
Telefon: +43 664 78092423
E-Mail: florian.atzmueller@bmfwf.gv.at

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