WIFO & HV Konjunkturreport: Erwartungen der Einzelhändler zeigen nach oben. Kostenbelastung bremst Branche. Aufschwung braucht Reformen.
Erste Signale für Rückkehr der Konsumfreude. 2025 ging mit +2,9% Umsatzplus zu Ende. Weihnachtsgeschäft wie prognostiziert im Plus.
Die STIMMUNG IM ÖSTERREICHISCHEN EINZELHANDEL zeigt sich laut aktuellem WIFO-Konjunkturreport im Auftrag des Handelsverbandes_ _zum Jahresbeginn deutlich AUFGEHELLT. „_Die Erwartungen der heimischen Händler sind heuer laut WIFO so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Die sinkende Inflation, steigende verfügbare Einkommen und eine rückläufige Sparquote verleihen dem privaten Konsum endlich neuen Schwung_“, fasst RAINER WILL, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbands, die wichtigste Erkenntnis des neuen Konjunkturreports Einzelhandel zusammen.
Ein zentrales Highlight des Reports sind die nun erstmals vorliegenden FINALEN UMSATZZAHLEN FÜR DAS JAHR 2025. „_Der österreichische Einzelhandel ohne Kfz und Tankstellen erzielte im Vorjahr einen Nettoumsatz von 79,5 Milliarden Euro, was einem nominellen Plus von 2,9% gegenüber 2024 entspricht. Preisbereinigt konnte der Handel 2025 ein reales Umsatzwachstum von 0,7% erzielen_“, berichtet WIFO-Experte JÜRGEN BIERBAUMER, Autor des Konjunkturreports.
KONSUMAUSGABEN STEIGEN, SPARQUOTE SINKT
Nach einem merklichen RÜCKGANG IM NOVEMBER (nominell -0,3%, real -2,3%) stabilisierte sich die Umsatzentwicklung im DEZEMBER deutlich. Laut vorläufigen, kalenderbereinigten Daten stiegen die Umsätze im Dezember 2025 nominell um 1,9% gegenüber dem Vorjahr, real lagen sie mit -0,2% nahezu auf Vorjahresniveau. Die WEIHNACHTSBEDINGTEN MEHRUMSÄTZE lagen damit – wie vom WIFO für den HV korrekt prognostiziert – über dem Niveau von 2024. Besonders der Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln gewann an Dynamik, während sich der Nicht-Nahrungsmittelbereich weiterhin verhalten entwickelte.
Die ZEICHEN FÜR EINE ERHOLUNG MEHREN SICH: Die INFLATION ist laut Schnellschätzung von Statistik Austria im Jänner 2026 deutlich auf 2,0% zurückgegangen. Nach einem Rückgang der real verfügbaren EINKOMMEN DER PRIVATEN HAUSHALTE im Jahr 2025 (-0,9%) sollten diese heuer zumindest minimal steigen (+0,1%). Da gleichzeitig die SPARQUOTE erstmals seit 2023 wieder unter 10% sinken dürfte, steht mehr Geld für den Konsum zur Verfügung. Bereits in den ersten drei Jänner-Wochen 2026 bemerkte das WIFO deshalb eine „merkliche Belebung“ der Konsumausgaben.
ERWARTUNGEN DER HÄNDLER IM AUFWIND
Positiv entwickeln sich auch die Erwartungen der Handelsunternehmen für die kommenden Monate. Der WIFO-KONJUNKTURKLIMAINDEX IM EINZELHANDEL verbesserte sich von -7,3 Punkten im November 2025 auf -2,7 Punkte im Jänner 2026. Getragen wird dieser STIMMUNGSUMSCHWUNG vor allem von deutlich optimistischeren Geschäftserwartungen, steigenden Bestellungen bei Vorlieferanten sowie einer verbesserten Einschätzung der künftigen Beschäftigungsentwicklung. Der Saldo zur Frage nach der Geschäftstätigkeit in den kommenden drei Monaten lag erstmals seit dem Frühjahr 2022 nicht im pessimistischen Bereich.
BESCHÄFTIGUNG IM HANDEL LEICHT RÜCKLÄUFIG, 8.404 STELLEN OFFEN
Im Einzelhandel (einschließlich Kfz) waren im Dezember 2025 330.670 UNSELBSTÄNDIG AKTIV BESCHÄFTIGTE tätig (-1,5% gegenüber Dez. 2024). Damit setzt sich der Rückgang etwas abgeschwächt fort. Auch die Zahl der unbesetzten Stellen ist leicht gesunken: Im Jänner konnten im Einzelhandel (einschließlich Kfz) 8.404 OFFENE STELLEN nicht zeitnah besetzt werden. Ein Jahr davor waren noch gut 9.300 Stellen als offen gezählt.
HANDELSVERBAND: KOSTENBELASTUNG BLEICHT HOCH, REFORMEN VORANTREIBEN
_„Die Signale für eine Rückkehr der Konsumfreude mehren sich. Unser neuer Konjunkturreport zeigt: Der Handel kommt jetzt aus der Defensive“_, freut sich RAINER WILL, Sprecher des österreichischen Handels. _„Wenn dieser Trend anhält, kann 2026 zu einem Jahr der schrittweisen Erholung werden. Doch selbst wenn die Umsätze langsam anziehen, die Kostenbelastung für unsere Unternehmen bleibt enorm. Deshalb brauchen wir Reformen auf allen Ebenen des Staates, um wieder wettbewerbsfähig arbeiten zu können.“_
Auch WIFO-Experte JÜRGEN BIERBAUER zeigt sich vorsichtig optimistisch: „_Die heimische Konjunktur zeigt leicht Erholungstendenzen. Gemäß WIFO-Schnellschätzung lag die Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2025 um 0,7% über dem Wert des Vorjahres. Für 2026 erwarten wir ein Wachstum von 1,2%, für 2027 eines um 1,4%. Im Handel wird für heuer mit einer Ausweitung der realen Wertschöpfung von 1,4% gerechnet, für 2027 von 1,7%._“
FACTBOX: DIE WICHTIGSTEN ZAHLEN AUS DEM KONJUNKTURREPORT EINZELHANDEL
* NETTOUMSATZ EINZELHANDEL 2025 (OHNE KFZ & TANKSTELLEN): 79,5 Mrd. Euro (+2,9% nominell; +0,7% real)
* UMSATZ DEZEMBER 2025: +1,9% nominell; -0,2% real (kalenderbereinigt; ggü. Dez. 2024)
* INFLATION JÄNNER 2026: 2,0% (Dez. 2025: +3,8%)
* PRIVATE KONSUMAUSGABEN (REAL) 2026: +0,8%
* SPARQUOTE 2026: 9,6% (2025: 10,2%)
* REALES WACHSTUM DER WERTSCHÖPFUNG IM HANDEL 2026: +1,4%
Handelsverband
Mag. Gerald Kühberger, MA
Pressesprecher
Telefon: +43 (1) 406 22 36 77
E-Mail: gerald.kuehberger@handelsverband.at
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Senior Communications Manager
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E-Mail: manuel.friedl@handelsverband.at
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