Finanzpolizei deckt massive Missstände bei Fußballspiel in Linz auf

Security-Unternehmen beschäftigte Minderjährige und fälschte Geburtsdatum

Im Zuge einer Schwerpunktkontrolle des Amts für Betrugsbekämpfung, Finanzpolizei, bei einem Fußballspiel in Linz wurden gravierende arbeits- und sozialrechtliche Missstände im Bereich der eingesetzten Sicherheitsunternehmen festgestellt.

„Ob am Fußballfeld oder abseits davon: Fairness muss absolute Priorität haben. Wer unfaire Praktiken ausübt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, gehört bestraft. Die Vielen, die sich an die Regeln halten dürfen nicht benachteiligt sein. Nur wenn alle nach denselben Regeln spielen, kann es einen fairen Wettbewerb geben, der schlussendlich auch zu mehr Gerechtigkeit führt“, betont Finanzminister Markus Marterbauer.

Laut vorliegendem Sicherheitskonzept hätten 176 Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz sein sollen. Tatsächlich konnten im Rahmen der Kontrolle jedoch lediglich 93 Personen angetroffen und überprüft werden. Ein erheblicher Teil der eingesetzten Arbeitskräfte war zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht mehr vor Ort.

Die Überprüfungen ergaben insgesamt 84 Übertretungen. Darunter befanden sich 35 Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten gemäß ASVG, 16 Personen, die gleichzeitig Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen und 17 Fälle ohne gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeitaufzeichnungen.

Diese Zahlen verdeutlichen ein strukturelles Problem im Bereich prekärer Beschäftigung. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden offenbar in unsicheren und rechtlich problematischen Arbeitsverhältnissen eingesetzt, vielfach ohne ausreichende Absicherung, Transparenz oder arbeitsrechtliche Dokumentation. Fehlende Meldungen, unklare Arbeitszeiten und paralleler Leistungsbezug deuten darauf hin, dass Beschäftigte in wirtschaftlich besonders vulnerablen Situationen stehen und teilweise unter Bedingungen arbeiten, die sie in massive soziale Nachteile bringen.

Im Zuge der Amtshandlung wurden zudem offene Abgaben in Höhe von über 61.000 Euro exekutiert.

Besonders besorgniserregend war die Situation hinsichtlich der persönlichen Schutzwürdigkeit der eingesetzten Arbeitskräfte: Zwei der angetroffenen Sicherheitsmitarbeiter waren minderjährig; in diesen Fällen wurde das Geburtsdatum offenkundig manipuliert.

Darüber hinaus waren zahlreiche Beschäftigte tätig, die über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügten, um sicherheitsrelevante Anweisungen verständlich entgegennehmen oder weitergeben zu können. Dies gefährdet potenziell nicht nur die Veranstaltungssicherheit, sondern verletzt auch die verantwortungsvolle Personalführung und Fürsorgepflicht gegenüber den eingesetzten Personen.

Weitere Ermittlungen zu den beteiligten Unternehmen sowie zu den konkreten Beschäftigungsverhältnissen sind im Gange.

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