Psychosoziale, psychotherapeutische und psychosomatische Versorgung bleibt unvollständig
ÖÄK und Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin fordern Einbindung der Ärztinnen und Ärzte mit entsprechenden Diplomen.
Die Österreichische Ärztekammer und die Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin (ÖGPPM) begrüßen das zuletzt vorgestellte neue Behandlungsangebot durch Klinische Psychologinnen und Klinische Psychologen als bundesweite Kassenleistung. Damit bestehen nun für diese, ebenso wie für Psychiaterinnen und Psychiater sowie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bundesweit tragfähige Finanzierungsregelungen. Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, verweist allerdings auf eine wesentliche Versorgungslücke: „Rund 1.500 Ärztinnen und Ärzte aus Fachrichtungen außerhalb der Psychiatrie, die über anerkannte Psy-Diplome (Psy 1–3) verfügen, sind in die Finanzierung psychosozialer, psychosomatischer und psychotherapeutischer Leistungen nicht adäquat eingebunden.“ Die Abgeltung dieser Leistungen sei unzureichend oder – je nach Bundesland – gar nicht vorgesehen.
NACHBESSERUNGEN FÜR LÜCKENLOSE VERSORGUNG NÖTIG
Diese Ärztinnen und Ärzte erfüllen jedoch eine zentrale Schnittstellenfunktion zwischen somatischer Medizin, psychosozialer Versorgung und psychotherapeutischer Medizin, ergänzt Matthias Vavrovsky, Leiter des ÖÄK-Referates für Psychosoziale, Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin: „Sie sind für die biopsychosoziale Diagnostik und Behandlung besonders qualifiziert – ein Angebot, das von Patientinnen und Patienten ausdrücklich nachgefragt wird und für eine qualitativ hochwertige Versorgung unverzichtbar ist.“ Auch ÖGPPM-Präsident Christian Fazekas hält fest: „Ohne eine bundesweit einheitliche, faire und strukturierte Einbindung dieser ärztlichen Leistungen in die Regelversorgung bleibt die psychosoziale, psychosomatische und psychotherapeutische Versorgung in Österreich strukturell unvollständig.“ ÖÄK und ÖGPPM fordern daher die politischen Entscheidungsträger zur entsprechenden Nachbesserung auf, um den Patientinnen und Patienten eine umfassende und lückenlose Versorgung zu ermöglichen.
Österreichische Ärztekammer / Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sascha Bunda
Telefon: 01/51406-3341
E-Mail: s.bunda@aerztekammer.at
Website: https://www.aerztekammer.at
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