ACREDIA: Österreich bleibt stabil bei AA1

Wirtschaft unter Druck, Erholung ab 2026 erwartet

Österreich bleibt trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds ein stabiler Wirtschaftsstandort. Das zeigt der aktuelle Country Risk Atlas von ACREDIA in Zusammenarbeit mit Allianz Trade. Das Länderrating für Österreich wird weiterhin mit AA1 bestätigt. Nach zwei Rezessionsjahren bleibt die konjunkturelle Lage jedoch angespannt, während sich die wirtschaftlichen Aussichten ab 2026 schrittweise aufhellen.

REZESSION BELASTET WACHSTUM UND INDUSTRIE

Nach einer Phase soliden Wachstums vor der Pandemie geriet die österreichische Wirtschaft ab 2023 deutlich unter Druck. Restriktive Geldpolitik, schwache globale Nachfrage und anhaltend hohe Inflation führten zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um –0,7 % im Jahr 2023 und –0,8 % im Jahr 2024. Besonders betroffen war die Industrie, die unter rückläufigen Investitionen sowie einer schwachen Nachfrage nach Investitionsgütern und Maschinen litt. Auch die Exporte nach Deutschland, Österreichs wichtigstem Handelspartner, gingen deutlich zurück.

„Die Bestätigung des AA1-Ratings unterstreicht die strukturelle Stabilität des Wirtschaftsstandorts Österreich. Gleichzeitig zeigen die vergangenen beiden Jahre, wie stark Unternehmen von externen Faktoren wie der schwachen Nachfrage aus Deutschland, hohen Finanzierungskosten und geopolitischen Unsicherheiten betroffen sind“, sagt Gudrun Meierschitz, Vorständin der ACREDIA Group. „Auch wenn sich die Konjunktur ab 2026 schrittweise erholen dürfte, bleibt das Umfeld für viele Betriebe anspruchsvoll und erfordert ein vorausschauendes Risikomanagement.“

STAGNATION 2025 – MODERATE ERHOLUNG AB 2026

Im Jahr 2025 verharrte die österreichische Wirtschaft über weite Strecken in einer Phase der Stagnation, mit nur geringem Wachstum von +0,6 % im Gesamtjahr. Erst im dritten Quartal kam es zu einer vorübergehenden Belebung, die allerdings überwiegend auf Lageraufbau zurückzuführen war. Mit der schrittweisen Erholung der globalen Wirtschaft, einer Verbesserung der Unternehmensstimmung sowie einer Wiederbelebung der Exporte und der industriellen Wertschöpfung gegen Ende des Jahres zeichnet sich jedoch eine Stabilisierung ab.

Für 2026 wird ein Wachstum von +1,1 %, für 2027 von +1,3 % erwartet. Unterstützend wirken dabei unter anderem der fiskalische Impuls in Deutschland sowie die damit verbundene Erholung bei Österreichs wichtigstem Handelspartner. Während Industrie und Exporte wieder an Dynamik gewinnen dürften, bleibt die Erholung im Bausektor verhalten. Der private Konsum wird angesichts gedämpfter Kaufkraft und anhaltender Unsicherheit voraussichtlich nur langsam anziehen.

INSOLVENZEN ERREICHEN HÖHEPUNKT – ENTSPANNUNG IN SICHT

Das schwierige wirtschaftliche Umfeld wirkte sich auch deutlich auf die Unternehmenslandschaft aus. 2024 stiegen die Insolvenzen in Österreich um +22 % gegenüber dem Vorjahr und erreichten ein Rekordniveau. Im Jahr 2025 verlangsamte sich der Anstieg deutlich. Für 2026 wird ein Rückgang der Insolvenzen um –5 %, für 2027 um –9 % erwartet – ein Hinweis auf eine allmähliche Stabilisierung.

„Nach zwei Jahren Rezession ist die österreichische Wirtschaft weiterhin von Zurückhaltung bei Investitionen und Konsum geprägt. Erste Erholungssignale sind zwar erkennbar, sie bleiben jedoch fragil“, sagt Meierschitz. „Die erwartete Belebung ab 2026 wird maßgeblich von der Entwicklung in Deutschland und der globalen Industrienachfrage abhängen.“

ARBEITSMARKT UNTER DRUCK, STRUKTURELLE HERAUSFORDERUNGEN BLEIBEN

Auch der Arbeitsmarkt blieb von der Rezession nicht verschont. Zwar stieg die Beschäftigung 2024 leicht um +0,2 %, getragen vor allem vom öffentlichen Dienstleistungssektor, gleichzeitig kam es jedoch zu spürbaren Beschäftigungsverlusten in Industrie und Bau. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,4 % im Jahr 2023 auf 7,0 % im Jahr 2024. Nach einem erwarteten Höchststand im Jahr 2025 dürfte die Quote 2026 moderat und 2027 deutlicher zurückgehen, unterstützt durch demografische Effekte.

Österreich profitiert weiterhin von einer hohen Produktivität, vergleichsweise geringer Einkommensungleichheit und einem stabilen institutionellen Rahmen. Gleichzeitig bestehen strukturelle Risiken fort, darunter eine hohe Exportabhängigkeit, ein erhöhter öffentlicher Schuldenstand sowie ungünstige demografische Entwicklungen.
Das bestätigte AA1-Rating unterstreicht damit die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich – auch wenn Unternehmen weiterhin mit einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert bleiben.

ACREDIA Group
Stefan Lindlbauer, MBA
Telefon: +43 (0)5 01 02-2150
E-Mail: stefan.lindlbauer@acredia.at
Website: https://www.acredia.at

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