Integration von Frauen: Niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen aus Syrien, Afghanistan und Irak

Neue ÖIF-Statistikbroschüre liefert aktuelle Zahlen zur beruflichen, familiären und gesellschaftlichen Situation von Zuwanderinnen in Österreich

Die neue Statistikbroschüre „Frauen – Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) bietet einen umfassenden Überblick über die demografische Entwicklung, Bildungssituation, Arbeitsmarktintegration sowie familiäre und gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Frauen mit Migrationshintergrund in Österreich. Die Broschüre steht ab sofort in der ÖIF-Mediathek kostenlos zum Download zur Verfügung.

MEHR ALS JEDE FÜNFTE FRAU IN ÖSTERREICH IM AUSLAND GEBOREN

Zu Jahresbeginn 2025 lebten rund 1.064.000 im Ausland geborene Frauen in Österreich. Damit hatten 22,8 % der weiblichen Gesamtbevölkerung einen ausländischen Geburtsort. Im Zehnjahresvergleich ist der Anteil der im Ausland geborenen Frauen in Österreich um 61,7 % gestiegen: Am 1.1.2015 machten die insgesamt 565.700 im Ausland geborenen Frauen 12,9 % der damaligen Wohnbevölkerung aus. 54,2 % dieser Frauen stammen aus EU-/EFTA-Staaten oder Großbritannien, 45,8 % aus Drittstaaten. Die meisten im Ausland geborenen Frauen kommen aus Deutschland (140.800), Bosnien und Herzegowina (91.100), der Türkei (79.100), Rumänien (77.100) und Serbien (75.800). Stark gewachsen sind in den letzten Jahren die Gruppen der Frauen aus der Ukraine (56.000), Syrien (35.500) und Afghanistan (17.500).

65,6 % aller Ausländerinnen lebten 2025 bereits seit fünf oder mehr Jahren in Österreich, 34,4 % sind erst seit weniger als fünf Jahren in Österreich wohnhaft. Rund 15 % aller Ausländerinnen wurden bereits in Österreich geboren. Zu Jahresbeginn 2025 lebten mehr Frauen mit ausländischem Geburtsland (1.064.000) in Österreich als Männer (1.021.000).

FRAUEN STELLEN ÜBER 40 % DER ASYLANTRÄGE UND ERHALTEN ÜBER DIE HÄLFTE DER ASYLGEWÄHRUNGEN

Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt rund 16.300 Asylanträge registriert, das waren um rund 35,8 % weniger als 2024. Der Frauenanteil im Jahr 2024 erreichte bei den Asylanträgen mit 42,1 % den Höchststand der vergangenen zehn Jahre, 2025 lag er bei 41,4 %. Mehr als die Hälfte der positiven Asylentscheidungen 2025 (54,1 %) entfiel auf Frauen. Die meisten Asylanerkennungen erhielten Afghaninnen (2.700), gefolgt von Syrerinnen (610) und Somalierinnen (390).

ÜBER 64 % DER MIGRANTINNEN ERWERBSTÄTIG – ABER NUR 1 VON 4 FRAUEN AUS SYRIEN, AFGHANISTAN ODER DEM IRAK

70,7 % aller Frauen im erwerbstätigen Alter (16 – 64 Jahre) in Österreich waren im Jahr 2025 erwerbstätig, dies ist ein Anstieg um 3,7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. Migrantinnen waren in geringerem Ausmaß am Erwerbsleben beteiligt als Österreicherinnen. Die Erwerbstätigenquote von Frauen mit Migrationshintergrund lag 2024 bei 64,3 %, dieser Wert ist deutlich geringer als bei Frauen ohne Migrationshintergrund (73,7 %), erhöhte sich aber seit 2014 um 6,3 Prozentpunkte.

Große Unterschiede zeigen sich je nach Herkunftsregion: Die Erwerbsquote bei Frauen aus EU-Staaten vor 2004 bzw. EFTA-Staaten lag bei 74,7 % und damit über dem Österreich-Schnitt. Bei Frauen aus der Türkei betrug sie hingegen 56 % und bei Frauen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak lediglich 24,3 %. Die Arbeitslosenquote von Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag 2025 bei 11,4 % und war damit mehr als doppelt so hoch wie jene österreichischer Staatsbürgerinnen (5,4 %). Besonders hoch war sie bei Syrerinnen (43,9 %), Somalierinnen (40,2 %) und Afghaninnen (36,7 %).

ZWEITE GENERATION ERREICHT HÖHERE BILDUNGSABSCHLÜSSE

In Österreich lebende Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit sind in den höchsten und niedrigsten Bildungsschichten überproportional vertreten, während österreichische Frauen häufiger über einen Abschluss auf der mittleren Bildungsebene verfügen. 35,4 % der Migrantinnen aus EU-/EFTA-Staaten bzw. Großbritannien verfügten 2024 über einen akademischen Abschluss. Hingegen hatten 55,8 % der türkischen und 32,1 % der ex-jugoslawischen Migrantinnen lediglich einen Pflichtschulabschluss. Während in der ersten Generation 24,8 % der Migrantinnen nur über einen Pflichtschulabschluss verfügten, sank dieser Anteil bei Frauen in der zweiten Generation auf 15,6 %. Der Anteil der Berufs- und Fachschulabsolventinnen lag bei der zweiten Generation mit 40,6 % bereits deutlich höher als bei der ersten (22,6 %) und näherte sich damit dem Wert der Frauen ohne Migrationshintergrund (47,5 %) an.

ÖIF-ANGEBOTE FÜR WEIBLICHE ZUWANDER/INNEN

Der ÖIF bietet in seinen Integrationszentren österreichweit sowie im ÖIF-Frauenzentrum ein breites Unterstützungsangebot für Frauen mit Migrationshintergrund. Im ÖIF-Frauenzentrum als zentrale Anlaufstelle erhalten weibliche Zuwanderinnen mehrsprachige Beratung, Seminare und Sprechstunden zu Bildung und Qualifizierung, Arbeitsmarktintegration, Gesundheit, Familie sowie Selbstbestimmung und Gewaltprävention. Weitere Informationen finden Sie unter www.integrationsfonds.at/frauen.

Österreichischer Integrationsfonds
Telefon: +43 504682
E-Mail: presse@integrationsfonds.at
Website: https://www.integrationsfonds.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.