Disoski/Grüne: Blockade bei Lohntransparenz schützt nur ungerechte Bezahlung

Nach großen Worten am gestrigen Frauentag heute wieder Business as usual

„Am Frauentag wird noch die Bedeutung von Gleichstellung betont, bereits einen Tag später wird ausgerechnet bei einem der wirksamsten Instrumente für Lohngerechtigkeit gebremst. Genau diese Diskrepanz zeigt, wie groß die Kluft zwischen schönen Worten, tatsächlichem Handeln und politischer Realität in Österreich noch immer ist“, kritisiert die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, die Verzögerungen bei der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie in Österreich. Obwohl die Richtlinie bis Anfang Juni in nationales Recht umgesetzt werden muss, liegt bis heute kein Gesetzesentwurf vor.

„Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist in Österreich weiterhin beschämend hoch und gehört zu den größten in der Europäischen Union. Zwei Drittel davon lassen sich nicht durch strukturelle Faktoren erklären – das ist schlicht Lohndiskriminierung. Frauen werden für gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt. Über ihr Erwerbsleben hinweg verlieren Frauen dadurch hunderttausende Euro. Geld, das bei der finanziellen Unabhängigkeit fehlt und später auch bei der Pension. Das ist die Realität. Das ist zutiefst unfair – und wir müssen das endlich beenden“, betont Disoski.

Scharfe Kritik richtet Disoski an die Blockadehaltung von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer: „Wenn Wirtschaftslobbys Transparenz als ‚Bürokratielawine‘ diffamieren oder sogar laut über ein Aufschieben der Regeln nachdenken, zeigt das vor allem eines: Offensichtlich fürchten manche, dass mit echter Transparenz sichtbar wird, wie ungerecht in manchen Unternehmen zwischen Frauen und Männern bezahlt wird. Wer Transparenz verhindert, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, etwas verbergen zu wollen.“

Disoski stellt klar: „Die angeblichen Bürokratie-Argumente sind nichts anderes als vorgeschobene Nebelgranaten. Niemand kann ernsthaft erklären, warum man verhindern sollte, dass die eigene Tochter, Schwester oder Partnerin fair bezahlt wird. Nach all den Gleichstellungsreden rund um den Frauentag braucht es endlich politische Konsequenzen – und keine egomane Blockadepolitik auf Kosten der Frauen.“

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