KI im Mediendesign 2027: Warum „Handwerk“ zählt
Vom Spezial-Tool zur Standardfunktion der Zukunft: Die Werbe Akademie macht fit für KI-Workflows im Mediendesign – Diplomlehrgang startet im April
Künstliche Intelligenz ist im Mediendesign angekommen, nicht nur im Gaming, sondern vor allem als Produktivitätsmotor. Varianten, Adaptierungen und technische Umsetzungen entstehen in Minuten statt wie früher in Tagen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt im Designprozess: weniger „nur produzieren“, mehr kuratieren, entscheiden und finalisieren.
„KI ist für viele Designer inzwischen wie ein sehr schneller Assistent. Sie liefert Optionen, aber sie nimmt dir die Verantwortung nicht ab“, sagt Sepp Wiesbauer, MA, Lehrgangsleiter an der Werbe Akademie des WIFI Wien. „Die Qualität entsteht dort, wo Konzept, Typografie, Bildsprache und Markenlogik zusammenspielen. Genau das muss man können, sonst wird’s zwar schnell, aber beliebig.“ Die Tools basieren im Wesentlichen darauf, dass sie in Sekundenschnelle auf eine enorme Datenmenge zugreifen und daraus Antworten ableiten. „Ob das KI-Ergebnis richtig oder falsch – oder zumindest gut oder schlecht – ist, kann nur beurteilen, wer sein Handwerk versteht“, betont Wiesbauer.
WAS KI HEUTE BEREITS VERLÄSSLICH LEISTET
Im Praxisalltag etabliert sich KI vor allem in Bereichen, die viele Wiederholungen oder Varianten erfordern:
* Ideation und Variantenproduktion für Visuals, Claims, Layoutansätze und Format-Adaptionen
* Bildbearbeitung und Compositing, etwa Hintergründe, Retusche, Erweiterungen
* Ableitungen für verschiedene Kanäle, vom Social-Snippet bis zum Print-Format
* Erste Video- und Motion-Vorlagen, vor allem für Previsualisierungen und schnelle Social-Workflows
Das Ergebnis ist mehr Output in kürzerer Zeit. Gleichzeitig steigt die Erwartung an saubere Gestaltung, konsistente Markenführung und klare Regeln im Umgang mit KI-Inhalten.
2026 WIRD „VERTRAUENSJAHR“ FÜR VISUELLE KOMMUNIKATION
Mit mehr KI-Content wächst die Bedeutung von Transparenz. Für Unternehmen, Agenturen und Kommunikationsabteilungen wird es wichtiger, nachvollziehen zu können, wie Inhalte entstehen und wie sie gekennzeichnet werden. Das betrifft besonders Werbung, PR und alle Bereiche, in denen Glaubwürdigkeit und Reputation mit am Tisch sitzen.
„Die Frage ist nicht, ob KI Bilder erzeugen kann. Das kann sie“, so Wiesbauer. „Die entscheidende Frage ist, ob man in einem Jahr noch erkennt, wofür eine Marke steht. Wer KI ohne Designsystem, ohne Guidelines und ohne klare Freigaben nutzt, produziert schnell, aber nicht unbedingt richtig.“ Für Mediendesign bedeutet das ganz praktisch: Prozesse für Kennzeichnung, Provenance/Herkunft, Dokumentation und Freigaben werden zum neuen Standard, besonders in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.
WO STEHEN WIR IM MÄRZ 2027?
In den nächsten 12 Monaten sind drei Entwicklungen realistisch, die den Alltag in Studios, Agenturen und Marketingteams deutlich verändern:
* KI WIRD STANDARDFUNKTION IN TOOLS UND WORKFLOWS: KI verschwindet als Sondertool und wird Teil normaler Schritte wie Vektorisieren, Variieren, Anpassen und Exportieren: KI Kompetenz wird zur Norm.
* QUALITÄT WIRD STÄRKER ÜBER KONSISTENZ DEFINIERT: Wenn Varianten inflationär verfügbar sind, wird die Fähigkeit zur Auswahl entscheidend. Art Direction, Typografie, Hierarchie, Lesbarkeit und Markenlogik werden zur eigentlichen Wertschöpfung: Marke schlägt Masse.
* TRANSPARENZ UND DOKUMENTATION WERDEN WICHTIGER: Viele Organisationen werden interne Spielregeln aufsetzen müssen, von der Kennzeichnung über Freigaben bis zur Asset-Dokumentation. Nicht, weil es „nice to have“ ist, sondern weil Vertrauen in der Kommunikation immer öfter aktiv hergestellt werden muss: Vertrauen wird messbar.
DIPLOMLEHRGANG MEDIENDESIGN DER WERBE AKADEMIE: KI-KOMPETENZ ALS TEIL MODERNER DESIGNPRAXIS
Die Werbe Akademie des WIFI Wien verankert KI im Mediendesign-Kontext als Kompetenzfeld und verbindet das Thema mit professioneller Gestaltung und Produktion. Ziel ist eine Praxis, in der KI Tempo bringt, und Designer die Richtung vorgeben.
Der nächste Diplomlehrgang Mediendesign startet am 7. April. Informationen unter
Wirtschaftskammer Wien
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