Sima: „Raus aus dem Asphalt!“: Wiens Bahnhofsvorplätze werden klimafit

Begrünung, Entsiegelung und Kühlung macht das Umfeld von Bahnhöfen zu Aufenthalts-Oasen. Nelson-Mandela-Platz wird neuer klimafitter Öffi-Knotenpunkt in der Donaustadt

Aus Bahnhofs-Grau wird Klima-WOW! Bahnhofsvorplätze sind die Visitenkarten einer Stadt – hier sammeln Besucher*innen ihre ersten Eindrücke, die Wienerinnen und Wiener sowie die Pendlerinnen und Pendler nützen die Knotenpunkte für ihre täglichen Wege.

Etlicher solcher Vorplätze sind graue Hitzeinseln und wenig einladend. Doch das ändert sich, bereits seit einiger Zeit läuft – in guter Zusammenarbeit mit den ÖBB – eine große Transformation ganz nach dem Motto „Raus aus dem Asphalt“. So wurde der Praterstern bereits erfolgreich umgestaltet, der Grünraumanteil auf 8000 m2 verdoppelt, die Baumanzahl auf 101 erhöht. In neuem Kleide erscheint seit Jahresende auch der Julius-Tandler-Platz beim Franz Josefs Bahnhof mit einer Verhundertfachung des Grünraumanteils. Der Maria Restituta Platz bei der S-Bahn-Station Handelskai ist gerade in Umgestaltung, beim Hauptbahnhof erfolgt für die Umgestaltung des ersten Teils noch heuer der Spatenstich, beim Bahnhof Floridsdorf ist eben die BürgerInnenbeteiligung abgeschlossen worden, auf deren Grundlage die Planungen starten. In der Donaustadt wiederum entstand rund um die U2-Station Aspern Nord ein ganz neuer Öffi-Knotenpunkt: Der Nelson-Mandela-Platz wird ab Sommer ein begrüntes und klimafittes Entree für die Seestadt Aspern bieten.

„Mit unserer „Raus aus dem Asphalt“-Offensive haben wir in den letzten Jahren bereits mehr als 340 Projekte in ganz Wien umgesetzt. Dabei wurden allein im Straßenraum und auf Plätzen rund 3.300 Bäume gepflanzt und zigtausende Quadratmeter entsiegelt. Gerade bei den Bahnhofsvorplätzen – wie am Praterstern oder beim Franz Josefs Bahnhof haben wir bereits sicht- und fühlbare Schritte zur Entsiegelung, Begrünung, Kühlung und genereller Aufwertung gesetzt. Wir transformieren diese stark frequentierten Bahnhofsvorplätze ganz bewusst und gestalten aus oft sehr tristen, stark versiegelten Plätzen attraktive und sichere Orte, an denen man sich gerne aufhält. Etliche Projekte sind in Umsetzung oder Planung, wie der Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf. Besonders attraktiv wird auch der neue Öffi-Knotenpunkt in Aspern Nord. Dort entsteht bis zum Sommer in Kooperation mit der Wien 3420 AG der neue Nelson-Mandela-Platz mit großzügigen Grünflächen und 75 zusätzlichen Bäumen“, so Planungsstadträtin Ulli Sima, die sich bei den Bezirken für die so gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt.“, so Planungsstadträtin Ulli Sima, die sich bei den Bezirken für die so gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt.

„Bahnhöfe sind für uns mehr als nur Orte, an denen Züge halten. Sie sind Orte der Begegnung, oft der erste Eindruck, den man von einer Stadt oder vom Bahnfahren bekommt. Deshalb legen wir großen Wert darauf, diese Räume über das reine Umsteigen hinaus aufzuwerten. Indem wir die Vorplätze modern und ansprechend gestalten, verbessern wir nicht nur den Komfort für unsere Fahrgäste spürbar, sondern tragen auch aktiv zu einer grüneren Stadt bei. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien ist dabei entscheidend, denn nur gemeinsam können wir Mobilität und Aufenthaltsqualität an unseren Bahnhöfen zukunftsfähig verbinden.“, betont ÖBB-Infrastruktur Vorständin Silvia Angelo.

ROLEMODEL PRATERSTERN – VERDOPPELUNG VON GRÜNRAUM UND BÄUMEN

Den Startschuss für die Begrünungs- und Entsiegelungsoffensive der Wiener Bahnhofsvorplätze hat der Praterstern gegeben – einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Im Vorfeld der Umgestaltung wurde ein Alkoholverbot verhängt. Mit der 2022 abgeschlossenen Umgestaltung hat sich der Platzbereich rund um den Bahnhof in eine gekühlte und begrünte Aufenthaltsoase verwandelt. Mit den zusätzlichen 56 neuen Bäumen sorgen jetzt insgesamt 101 Bäume für ein schattiges und angenehmes Mikroklima am Praterstern. 13 der neuen Bäume sind sogar XXL-Platanen, die mit ihren großen Kronen von Beginn an ein breites Blätterdach über dem Platz aufspannen. Mit dem sogenannten „Schwammstadt-Prinzip“ erhalten die Bäume die besten Voraussetzungen für vitales Wachstum. Damit wird auch unter befestigten Flächen ausreichend Wurzelraum zur Verfügung gestellt, indem die einzelnen Baumscheiben unterirdisch miteinander verbunden sind.

Mit einer Verdoppelung der Grünflächen auf 8.000 Quadratmeter und dem größten Wasserspiel Wiens spielt der Platz nun alle Register klimafitter Stadtgestaltung. Ein 2,5 Meter breiter, begrünter Ring säumt auf 1.400 Quadratmetern den Praterstern und sorgt für gutes Mikroklima. Genauso wurde die Beleuchtung erneuert und die Bahnunterführung heller gestaltet, um die Sicherheit zu erhöhen. 190 neue Sitzgelegenheiten bieten Platz zum Verweilen und Entspannen. 340 Fahrradabstellplätze ergänzen das Angebot für klimafreundliche Mobilität.

FRANZ-JOSEFS-BAHNHOF – 100 MAL MEHR GRÜNFLÄCHE FÜR DEN JULIUS-TANDLER-PLATZ

Ein weiteres gelungenes Beispiel, wie das Umfeld eines Verkehrsknotenpunktes massiv aufgewertet werden kann, ist der Julius-Tandler-Platz vor dem Franz-Josefs-Bahnhof im 9. Bezirk. Dieser wurde im vergangenen Jahr – auf Grundlage einer breiten BürgerInnenbeteiligung – von einer grauen Asphaltwüste zu einer ansprechend gestalteten Wohlfühloase mit Beeten, neuen Bäumen, Wasserspiel, moderner Pflasterung und attraktiven Sitzgelegenheiten – und mit Ende Dezember 2025 fertiggestellt. Die Aufenthaltsqualität und das Mikroklima am Julius-Tandler-Platz inklusive der Nordbergstraße von Alserbachstraße bis Spittelauer Platz konnten dadurch dauerhaft und nachhaltig verbessert werden.

Das Bündel an Maßnahmen ist riesig: 46 neue Bäume wurden alleine am Platz gepflanzt, darunter etliche großkronige XL-Bäume. Sessel, Bänke, Baldachine, Wasserspiele und Trinkbrunnen werten den Platz zusätzlich auf. Die Grünfläche wurde von 21 auf 2.140 (!) Quadratmeter verhundertfacht. Parallel zur Umgestaltung des Bahnhof-Vorplatzes wurde entlang von Fuchsthallergasse und Alserbachstraße auf einer Länge von über 1.200 Metern diese Radroute quer durch den Alsergrund zu einem sicheren und komfortablen Radweg ausgebaut. Damit gibt es nun eine moderne Highclass-Radverbindung vom Donaukanal bis zum Gürtel.

HAUPTBAHNHOF – KLIMAFITTES OUTFIT FÜR DAS TOR ZUR STADT

Noch in diesem Jahr geht es mit dem ersten Teil rund um den Wiener Hauptbahnhof weiter, an dem täglich mehr als 1.000 Züge halten. Der große Vorplatz am Haupteingang und der Platz auf der Rückseite des Bahnhofs werden entsiegelt, begrünt und gekühlt. Statt grau in grau plus Hitzestau im Hochsommer, weht künftig ein klimafitter Wind um Österreichs größten und meistfrequentierten Bahnhof. Ganz nach dem Motto „Raus aus dem Asphalt“ werden Bäume, Gräser, neue Grünflächen und kühlende Nebelstelen den zentralen Verkehrsknotenpunkt zu einem attraktiven Aufenthaltsort verwandeln.

Auftakt der Umgestaltung noch heuer ist die Rückseite des Hauptbahnhofs, im nächsten Jahr folgt dann die Fläche beim Haupteingang. Geplant sind großzügige Stauden- und Gräserbeete sowie 35 Bäume, die das Mikroklima verbessern und Schatten spenden. Wo es notwendig ist, werden erhöhte Einfassungen für die Grünflächen errichtet, um den Bäumen ausreichend Wurzelraum zur Verfügung zu stellen. Über 3.500 Quadratmeter werden im gesamten Projektgebiet entsiegelt, auch die Radwegeinfrastruktur im Umfeld wird verbessert.

S-BAHN-STATION HANDELSKAI – MARIA RESTITUTA-PLATZ ALS BEGRÜNTER TREFFPUNKT FÜR DIE BRIGITTENAU

Auf Hochtouren läuft aktuell die Umgestaltung des Vorplatzes der Station Handelskai im 20. Bezirk, im Sommer wird eröffnet. Über 6.000 Quadratmeter entsiegelte Fläche, 13 neue Bäume, ein Wasserspiel und Sitzgelegenheiten sorgen am Maria Restituta Platz künftig für einen angenehmen Aufenthalt.

Darüber hinaus bringen eine helle sickerfähige Pflasterung, zwei Trinkbrunnen und Pergolen mit Sprühnebel Abkühlung für das Grätzl. Die bestehenden Marktflächen unter den Brückentragwerken bleiben erhalten und werden mit Unterflurverteilern ausgestattet, die Stromanschlüsse für Verkaufsstände beinhalten. So bleibt der Platz auch künftig ein lebendiger Treffpunkt für Wochen- und saisonale Märkte.

FLORIDSDORF: FRANZ-JONAS-PLATZ – EIN ATTRAKTIVER UND SICHERER ORT FÜR ALLE ENTSTEHT

Im Zentrum von Floridsdorf befindet sich der fünftgrößte Bahnhof Österreichs und davor der Franz-Jonas-Platz. Gleichzeitig ist die Station Floridsdorf die Endstation für die U-Bahnlinie U6 und Haltestelle für mehrere Straßenbahn- und Bus-Linien. Der in die Jahre gekommene Franz-Jonas-Platz steht nun vor einem Makeover in mehreren Phasen und soll durch Begrünungs- und Gestaltungsmaßnahmen zu einem Wohlfühlort werden. In einem ersten Schritt trat bereits im vergangenen Jahr das Alkoholverbot auf dem ganzen Platz in Kraft, um ihn zu einem angenehmeren Ort für alle zu machen. Im anschließenden Beteiligungsprozess gingen über 2.000 Rückmeldungen von Bürgerinnen und Anrainerinnen ein. Das Ergebnis war eindeutig: Die Menschen wünschen sich mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grün, bessere Orientierung und mehr Sicherheit. Der Platz soll nicht nur ein Verkehrsknoten sein, sondern ein Ort zum Verweilen – mit großkronigen Bäumen, Grünflächen und kühlendem Wasser. Auch eine klare Wegführung, barrierefreie Oberflächen und verbesserte Beleuchtung sowie Radweganbindung sind wichtige Anliegen, die genannt wurden. Aktuell läuft der Planungsprozess, in dem die zahlreichen Wünsche und Ideen zu einem Gesamtkonzept verarbeitet werden.

ÖFFI-GROSSKNOTENPUNKT ASPERN NORD: WILLKOMMEN AM NEUEN KLIMAFITTEN NELSON-MANDELA-PLATZ

Im Nordosten Wiens wächst mit der Seestadt Aspern ein neuer Stadtteil für mehr als 25.000 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 20.000 Arbeitsplätze. Gemeinsam mit den umliegenden Stadtentwicklungsgebieten entstehen klimafreundliche und leistbare Wohnungen für insgesamt mehr als 60.000 Menschen. Damit von Anfang an eine hervorragende Anbindung an das Öffi-Netz besteht, wurden bereits die U-Bahnlinie U2, die Straßenbahnlinie 27 sowie mehrere Autobuslinien bis in dieses Gebiet verlängert. Mit der Station Aspern Nord, an der auch die Schnellbahnlinie S80 hält, entsteht ein neuer Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr, der die neuen Stadtteile schnell mit dem Stadtzentrum, dem Wiener Hauptbahnhof und weiteren wichtigen Umsteigeknoten verbindet.

Über die S80 bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach Wien Simmering und Wien Meidling. Gleichzeitig ist Aspern Nord über die Marchegger Ostbahn auch international angebunden: Mit der REX-Verbindung gelangt man von hier in rund 40 Minuten in die slowakische Hauptstadt Bratislava. Damit ist der Bahnhof nicht nur für die Seestadt Aspern, sondern auch für den Pendelverkehr und die Entwicklung der gesamten Region ein wichtiger Mobilitätsknoten.

Genauso schnell wie die Öffis halten auch Begrünung, Kühlung und hohe Aufenthaltsqualität Einzug in die neu entstehenden Grätzl. Aktuell laufen in Kooperation die Bauarbeiten auf Hochtouren, um den Nelson-Mandela-Platz fertigzustellen, der künftig den klimafitten Rahmen um den Verkehrsknotenpunkt Aspern Nord spannt. Auf über 10.000 Quadratmetern werden großzügige Grünflächen angelegt, sickerfähige Pflasterung in hellen Farben verlegt und 75 neue Bäume gepflanzt, die in Zukunft ein schattiges Blätterdach über Wiens jüngsten Bahnhofsvorplatz spannen. Ein Brunnen bringt kühles Nass auf den Platz und zahlreiche Sitzgelegenheiten unter den Bäumen laden zum Verweilen ein. „Der Nelson-Mandela-Platz wird damit auch zum begrünten Entree in die Seestadt Aspern und ein Vorzeigeplatz für die Öffi-Knotenpunkte in unserer Stadt“, so Sima, die sich bei allen Beteiligten in den Bezirken, bei den ÖBB, den Wiener Linien und der Wien 3420 AG für die so erfolgreiche Zusammenarbeit in Sachen Transformation der Bahnhofsvorplätze bedankt.

„Wie im gesamten Norden der Seestadt wird auch der Nelson-Mandela-Platz nach dem Schwammstadtprinzip umgesetzt. Wenn in einigen Jahren die letzten Grätzel im Norden der Seestadt gebaut werden und der Platz sein endgültiges Gesicht erhält, soll der Baumbestand schon so gut angewachsen sein, dass der Platz trotz seiner vielen Nutzungen und Verkehrsachsen erfrischende grüne Schatteninseln bereit hält“, verrät Wien 3420-Vorstand Robert Grüneis.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

Mediensprecherin Stadträtin Ulli Sima
Ava Farajpoory
Telefon: 0676/811881356
E-Mail: ava.farajpoory@wien.gv.at

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