FPÖ – Kaniak: „Kassenärztemangel spitzt sich zu – Zwangspensionen verschärfen Versorgungslücke“

Langfristig braucht es umfassende Verbesserungen der Rahmenbedingungen sowie eine Intensivierung der Ausbildung, um Kassenstellen wieder attraktiver zu machen

„In Österreich gibt es derzeit rund 8.000 Kassenärzte. Diese Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben beziehungsweise sogar leicht rückläufig und das, obwohl die Bevölkerung im selben Zeitraum um knapp zehn Prozent gewachsen ist. „Das führt dazu, dass die Versorgungsdichte mit Kassenärzten sinkt und die Belastung für jeden einzelnen Arzt stetig steigt. Gleichzeitig verliert die Kassenstelle zunehmend an Attraktivität, und es wird immer schwieriger, Nachfolger für freie Stellen zu finden“, erklärte heute FPÖ-Gesundheitssprecher NAbg. Mag. Gerhard Kaniak in der Debatte über einen freiheitlichen Antrag zur Stärkung des niedergelassenen Bereichs.

Aktuell seien bundesweit mehr als 300 Kassenstellen unbesetzt. „Um zumindest wieder das Versorgungsniveau von vor zehn Jahren zu erreichen, bräuchte es zusätzlich 700 bis 800 Kassenärzte – in Summe braucht es also über 1.000 zusätzliche Kassenärzte. Diese stehen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen jedoch nicht zur Verfügung“, so Kaniak. Die FPÖ arbeite daher intensiv an Reformkonzepten, um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Die Verantwortung für diese Entwicklung liege bei der schwarz-rot-pinken Regierung sowie auch im Bereich der Selbstverwaltung insbesondere bei den Sozialversicherungen, allen voran der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Ein zentraler Kritikpunkt sei die bestehende Altersgrenze für Kassenärzte. „Derzeit werden Ärzte mit ihrem 70. Geburtstag in die Zwangspension geschickt, obwohl gleichzeitig ein Drittel der Kassenärzte bereits 55 Jahre oder älter ist und eine massive Pensionierungswelle bevorsteht. Erfahrene und arbeitswillige Mediziner, die vor allem im ländlichen Raum die Versorgung sichern, werden damit aus dem System gedrängt“, kritisierte Kaniak.

Der freiheitliche Antrag ziele daher darauf ab, diese Altersgrenze abzuschaffen, um zumindest kurzfristig eine Überbrückung zu schaffen. „Damit kann verhindert werden, dass sich die Versorgungslage weiter verschärft“, betonte Kaniak.

Langfristig brauche es jedoch umfassende Verbesserungen der Rahmenbedingungen sowie eine Intensivierung der Ausbildung, um Kassenstellen wieder attraktiver zu machen. „Nur so kann das Interesse junger Ärzte gesteigert und die bestehende Versorgungslücke im niedergelassenen Bereich nachhaltig geschlossen werden“, stellte Kaniak klar.

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