Unstoppable! im hdgö: Eurovision Song Contest als Zeitgeschichte

DAS HAUS DER GESCHICHTE ÖSTERREICH (HDGÖ) ERÖFFNET AM 26. MÄRZ 2026 IN SEINER HAUPTAUSSTELLUNG UNSTOPPABLE! EUROVISION SONG CONTEST HIGHLIGHTS IM MUSEUM. DIE OBJEKTPRÄSENTATION MACHT SICHTBAR, WIE ENG POPKULTUR, GESELLSCHAFT UND POLITIK MITEINANDER VERKNÜPFT SIND – UND WIE DER EUROVISION SONG CONTEST (ESC) SEIT SIEBEN JAHRZEHNTEN SPIEGEL GESELLSCHAFTLICHER ENTWICKLUNGEN IST. PARALLEL STARTET HEUTE AUCH DIE WEB-AUSSTELLUNG PROTEST, SKANDALE, POLITIK. 70 JAHRE EUROVISION SONG CONTEST.

„We are unity and we are unstoppable!“, sagte Conchita Wurst nach ihrem Sieg 2014. Ein Satz, der den gesellschaftspolitischen Kern des ESC weit über diesen Moment hinaus beschreibt. Unstoppable! Eurovision Song Contest Highlights im Museum greift diese Idee auf und beleuchtet den Wettbewerb als Bühne für zeithistorisches Geschehen, auf der gesellschaftliche Veränderungen sichtbar und verhandelbar werden. Offiziell unpolitisch, ist der Wettbewerb seit seinen Anfängen von politischen Dimensionen durchzogen. Welches Land teilnimmt oder nicht, wer auf der Bühne steht, welcher Kontext hinter Liedtexten steckt und wie die Auftritte inszeniert sind – all das ist oft mehr als Entertainment.

„_Der Eurovision Song Contest ist nicht nur ein Musikbewerb. Der ESC ist seit 70 Jahren ein Spiegel seiner Zeit. Er verhandelt Fragen von Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Wandel, von der kulturellen Liberalisierung der 1970er Jahre über die politischen Umbrüche nach 1989 bis hin zu aktuellen Debatten rund um Diversität, Gleichberechtigung und geopolitische Konflikte_“, sagt hdgö-Gründungsdirektorin Monika Sommer. „_Dass sich diese Entwicklungen in einem Popkultur-Format verdichten, machen sie auf besondere Weise zugänglich. Deshalb eignet sich der ESC so gut, um Zeitgeschichte und auch Gegenwart zu erzählen – gerade, wenn gesellschaftlicher Zusammenhalt wieder unter Druck gerät und Minderheiten zunehmend zum Ziel politischer Angriffe werden. Mit der Objektpräsentation und unserer Web-Ausstellung holen wir diese Spannungsfelder ins Museum und erfüllen unseren Auftrag, Diskussionsforum zu sein._“

ÖSTERREICH IM RAMPENLICHT

Seit 1956 treten Musiker*innen aus Mitgliedsländern der _Europäischen Rundfunkunion_ (EBU) gegeneinander an. Die Reichweite des Wettbewerbs ist enorm: 2025 verfolgten weltweit 166 Millionen Menschen die Show. Österreich konnte den ESC bisher drei Mal für sich entscheiden und war bereits zweimal Gastgeber im Folgejahr. Im Mai 2026 wird der ESC zum dritten Mal in Wien stattfinden.

Die Objektpräsentation Unstoppable! zeigt prägnante Objekte, die österreichische ESC-Geschichte geschrieben haben. Zu sehen ist etwa eine Schallplatte von Udo Jürgens „Merci, Chérie“ und Fotografien des Grand Prix de la Chanson, der 1967 nach Jürgens Sieg in der Wiener Hofburg stattfand – inklusive eines Skandals um nackte weibliche Füße im imperial inszenierten Setting. Auch die Vitrine zu Conchita Wurst, deren Kleid seit 2018 im hdgö zu sehen ist, ist Teil der Präsentation. Zu den jüngsten Exponaten zählen das Bühnenbild zu „Wasted Love“ von JJ aus dem vergangenen Jahr und ein Diorama, das zeigt, wie ORF-Moderator Philipp Hansa, die Punktevergabe seit 2019 als Bühne für Forderungen nach Gleichberechtigung nützt.

„_Der Wettbewerb fungierte über die letzten 70 Jahre regelmäßig als Gradmesser gesellschaftlicher Veränderung. Mit __Unstoppable!__ und __Protest, Skandale, Politik. 70 Jahre Eurovision Song Contest__ macht das hdgö deutlich, dass große Unterhaltung immer auch gesellschaftliche Normen und Konflikte transportiert_“, erklärt Kurator Florian Wagner. „_Ob er es will oder nicht: Der ESC schafft Raum für Protest und Widerstand, für Antidiskriminierung sowie feministische und queere Kämpfe, für Erinnerungskultur und nationale Selbstdarstellung_.“

WEB-AUSSTELLUNG: PROTEST, SKANDALE, POLITIK. 70 JAHRE ESC

Begleitend zur Objektpräsentation startet die Web-Ausstellung Protest, Skandale, Politik. 70 Jahre Eurovision Song Contest. Was für die EBU als politisch gilt und was nicht, war und ist immer wieder umstritten: Während Liebeslieder an die eigene Nation meist nicht beanstandet wurden, stießen Protestlieder häufig auf Widerstand. Über 40 Momente aus sieben Jahrzehnten machen diese Mechanismen sichtbar und zeigen, wie der ESC sowohl verbindet als auch gesellschaftliche Konflikte spiegelt. Mehr Informationen hier.

ALS NÄCHSTES AM PROGRAMM: In den Osterferien lädt die kostenlose ESC-Bastelstation Deine Stimme, deine Bühne von 30. März bis 2. April (jeweils 13–16 Uhr) junge Besucher*innen dazu ein, eigene Song-Contest-Bühnen zu gestalten. Das Museum hat in den Ferien auch an den ansonsten geschlossenen Montagen (30. März und 6. April) geöffnet.

Der gesamte Pressetext und Pressebilder: https://hdgoe.at/presse-unstoppable

Johanna Miller
Telefon: +43 1 53410 837
E-Mail: presse@hdgoe.at

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