Kugler nach Nigeria-Reise: Europa darf Christenverfolgung nicht ignorieren – konkrete Maßnahmen notwendig
Die Nationalratsabgeordnete Dr. Gudrun Kugler, Sprecherin für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) der ÖVP im Parlament, besuchte gemeinsam mit dem Leiter des First Step Forum, Abg. Marc Jost (Schweiz), sowie dem ehemaligen Premierminister der Slowakei, Eduard Heger, Nigeria, um sich vor Ort ein umfassendes Bild der Sicherheits- und Menschenrechtslage zu machen.
“Nigeria wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen: Jährlich werden dort mehr Kinder geboren als in Europa und den USA zusammen. Wir dürfen dieses Land nicht sich selbst überlassen. Unser Ziel ist es, dass alle, auch die Christinnen und Christen, frei und sicher leben können und Perspektiven vor Ort haben. Dadurch wird Migration eingedämmt und die wirtschaftliche Zusammenarbeit möglich”, betonte Kugler.
Besondere Sorge bereitet die anhaltende Gewalt gegen Christinnen und Christen. Schätzungen zufolge werden jährlich rund 4.000 Christinnen und Christen in Nigeria getötet. “Die Konflikte mögen vielschichtig sein, aber es sind die Christinnen und Christen, die in schockierender Weise und Zahl Opfer religiös motivierter Gewalt werden”, so Kugler. “Europa muss hinschauen und endlich handeln.”
Im Rahmen eines viertägigen Besuchs traf die Delegation zahlreiche hochrangige Vertreter muslimischer und christlicher Gruppierungen, wobei eine gemeinsame Versöhnungsresolution verabschiedet wurde. Auch Gespräche mit politischen und zivilgesellschaftlichen Entscheidungsträgern – im Parlament, im Außenministerium und mit dem nationalen Sicherheitsdienst und mehreren Botschaftern – standen auf dem Programm. Die Besuche in vier Kirchen unterschiedlicher christlicher Denominationen sollten der Unterstützung und Ermutigung der lokalen Gemeinden dienen.
Religiöse Führungspersönlichkeiten hoben die Bedeutung des Besuchs hervor: “In den letzten Jahren haben wir weniger miteinander gesprochen – ihr habt diesen wichtigen Dialog wieder angestoßen.”
Die Delegation stellte fest, dass Christinnen und Christen zwar nicht die einzigen Opfer von Gewalt sind, jedoch überproportional betroffen sind. “Diese Realität wird in Europa oft verkannt. Es ist ein Irrtum, die Gewalt in erster Linie als Verteilungskonflikt zu sehen”, erklärte Kugler.
Auf Basis der Gespräche formulierte die Delegation konkrete Handlungsempfehlungen:
* Dezentralisierung der Polizeistrukturen sowie Einrichtung von Sicherheitszonen für besonders gefährdete Regionen.
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