Neue Forschungen am Leopold Figl Observatorium

LH-Stv. Pernkopf: Erkenntnisse sollen Wissenschaft voranbringen

Das Land Niederösterreich bestärkt seine Kooperation mit dem Leopold Figl Observatorium für Astrophysik der Universität Wien am Mitterschöpfl. Die betreffende Vereinbarung wurde einstimmig von ÖVP, FPÖ und SPÖ in der Sitzung der Landesregierung bestätigt, gemeinsam mit der Universität Wien wird in den nächsten fünf Jahren rund eine Million Euro investiert. „Niederösterreich greift in vielen Forschungsbereichen nach den Sternen, etwa in der Weltraumforschung. Viele Erkenntnisse und Gerätschaften aus Astrophysik und Weltraumforschung finden Eingang in unseren Alltag, egal ob das Navigationssysteme oder Antriebe sind. Daher setzen wir auch in Zukunft auf Vorsprung durch Wissenschaft. Wir freuen uns auf spannende Ergebnisse, mit denen wir nicht nur den Weltraum erforschen, sondern auch das Leben hier in Niederösterreich leichter machen können“, so der für die Wissenschaft zuständige LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf.

Rektor Sebastian Schütze sieht in dem Projekt eine Stärkung der Partnerschaft zwischen der Universität Wien und Niederösterreich in einem Forschungsbereich, der auf Menschen eine große Faszination ausübt: „Mit Österreichs größtem Teleskop, das nun der Exoplanetenforschung gewidmet ist, positionieren wir Niederösterreich als Zentrum für bahnbrechende astronomische Entdeckungen und schaffen gleichzeitig einzigartige Möglichkeiten für Studierende und Öffentlichkeit, sich mit Spitzenforschung auseinanderzusetzen“.

Das Leopold Figl Observatorium als Außenstelle des Instituts für Astrophysik der Universität Wien wurde in den 1960er Jahren eingerichtet und beherbergt Österreichs größtes Spiegelteleskop. In den kommenden Jahren widmet man sich einem der spannendsten Themen der modernen Astronomie: der Suche nach Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Sie helfen uns zu verstehen, wie einzigartig unser eigenes Sonnensystem ist und ob es anderswo im Universum lebensfreundliche Bedingungen gibt. Die Forschung am Mitterschöpfl nutzt dafür die sogenannte Transitmethode: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, wird dieser für einen kurzen Moment minimal dunkler. Aus diesen feinen Helligkeitsveränderungen lassen sich Größe, Umlaufbahn und Entfernung des Planeten bestimmen. Weltweit sind bereits über 5.000 Exoplaneten bekannt – und das Leopold Figl Observatorium leistet mit seinem Spiegelteleskop einen wichtigen Beitrag, diese Zahl weiter zu erhöhen.

„Die Transitmethode ist die erfolgreichste Methode zum Nachweis von Exoplaneten. Das 1,5-m Spiegelteleskop ist in der Lage, sehr geringe Helligkeitsveränderungen beim Transit eines Exoplaneten zu messen, die in der Regel weniger als ein Prozent des Sternenlichts ausmachen. Das Leopold Figl-Observatorium komplementiert damit die Beobachtungsdaten von Weltraumteleskopen um die physikalischen Eigenschaften von Exoplaneten zu präzisieren“, so Projektleiter João Alves von der Universität Wien.

Das Observatorium öffnet auch regelmäßig seine Türen für die Öffentlichkeit. Ein Erlebnis, das Neugier und Begeisterung für Naturwissenschaften nachhaltig stärkt. Gleichzeitig ist das Leopold Figl Observatorium ein Ort, an dem die Bürgerbeteiligung an Forschungsprojekten aktiv gelebt werden soll. Qualifizierte Amateurastronominnen und -astronomen sollen in Zukunft an echten Forschungsprojekten mitarbeiten und Daten beisteuern, die in wissenschaftliche Publikationen einfließen.

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Tel.: +43 2742 9005 – 12704, Mobil: +43 676 812 15283, E-Mail: lhstv.pernkopf@noel.gv.at

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
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Philipp Hebenstreit
Telefon: 02742/9005-13632
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