Palliativversorgung im Wiener Gesundheitsverbund: Lebensqualität bis zuletzt dank spezialisierter Versorgung

Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, zählt vor allem eines: Lebensqualität. Im Wiener Gesundheitsverbund stehen insgesamt 40 palliativmedizinische Betten zur Verfügung, je 14 Betten in den Kliniken Hietzing und Ottakring und 12 im AKH. Im Jahr 2025 wurden hier 770 Patient*innen betreut. Interdisziplinäre Teams in den Palliativstationen begleiten unheilbar erkrankte Menschen medizinisch, pflegerisch und psychosozial. Ziel dabei ist es Beschwerden zu lindern, individuelle Wünsche zu berücksichtigen und die Lebensqualität der Patient*innen bestmöglich zu erhalten.

SYMPTOM-LINDERUNG STEHT IM VORDERGRUND

Die Palliativmedizin hat sich historisch aus der Hospizbewegung entwickelt und bedeutet „lindernd“, also Beschwerden behandeln. Dennoch wird der Unterschied zwischen Hospiz- und Palliativversorgung häufig vermischt, viele Menschen verbinden Palliativ sofort mit Sterben. „Das ist nicht zwangsläufig der Fall. Unser Team setzt sich sehr für den frühzeitigen Einsatz von Palliativmedizin bei unheilbar erkrankten Menschen ein. Denn: In der Palliativversorgung ist noch vieles möglich. Neben der gezielten Behandlung von Schmerzen und anderen Symptomen berücksichtigen wir auch psychosoziale Belastungen, immer mit Fokus auf Lebensqualität im Alltag. Die palliative Betreuung kann dabei auch parallel zu onkologischen lebensverlängernden Therapien erfolgen,“ erklärt Karin Brenner, Leiterin der Palliativstation der Klinik Ottakring.

In der Palliativversorgung steht die bestmögliche Symptom-Kontrolle im Vordergrund und nicht die Lebensverlängerung. Voraussetzung für eine Aufnahme ist eine palliative Grunderkrankung, also eine nicht mehr heilbare Erkrankung. „Das bedeutet jedoch nicht automatisch ,End of Life‘. Viele unserer Patient*innen kommen zur Verbesserung belastender Symptome und können auch wieder entlassen werden,“ so Brenner.

78 % der Palliativ-Patient*innen in den Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes leiden an einer unheilbaren onkologischen Erkrankung. Darüber hinaus werden auch Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Herzinsuffizienz oder anderen schweren chronischen Erkrankungen auf den Palliativ-Stationen versorgt. Die größte Patient*innengruppe entfällt mit 40 % auf die Altersgruppe zwischen 70 und 89 Jahren, während etwa 10 % unter 60 Jahre alt sind.

MULTIPROFESSIONELLE BETREUUNG IM ENGEN AUSTAUSCH

Im Wiener Gesundheitsverbund erfolgt die Behandlung der Palliativ-Patient*innen in einem multiprofessionellen Team. „18 speziell geschulte Pflegekräfte, Ärzt*innen sowie Therapeut*innen und psychosoziale Berufsgruppen kümmern sich um die Palliativ-Patient*innen bei uns in der Klinik Ottakring. Dabei arbeiten wir sehr eng zusammen. Jeden Tag findet neben der persönlichen Patient*innen-Visite auch eine interdisziplinäre Visite statt, bei der wir jeden Fall ausführlich im Team besprechen“, so Brenner. Entsprechend der nationalen Qualitätskriterien für Hospiz und Palliativ Care arbeiten in den Kliniken Hietzing und Ottakring verschiedene Fachrichtungen zusammen und es wird ein medizinisch-palliativer Konsiliardienst angeboten. Bernhard Hammerl-Ferrari, Leiter der Palliativstation der Klinik Hietzing betont: „Zusätzlich hat sich zudem unsere Palliativmedizinische Ambulanz bewährt. Durch dieses Angebot stellen wir die Betreuung und den Kontakt mit den Patient*innen auch nach einer Entlassung sicher. Außerdem bietet die Ambulanz die Möglichkeit, schon vor einer etwaigen Aufnahme auf unsere Palliativstation eine Betreuung bereitzustellen.“, erklärt Hammerl-Ferrari.

Die Aufenthaltsdauer von Patient*innen auf einer Palliativstation liegt in der Regel zwischen 14 und 20 Tagen. „Manchmal kommt es vor, dass wir Patient*innen über einen längeren Zeitraum im Zuge wiederholter Aufnahmen betreuen.“, so Hammerl-Ferrari. Ziel jedes Aufenthaltes auf einer Palliativstation ist eine Besserung und Stabilisierung des Zustandes sowie, wenn möglich, die Entlassung nach Hause, in eine Pflegeeinrichtung oder in ein Hospiz. Trotzdem versterben rund 50% der Patient*innen auf der Station.

AUTONOMIE UND INDIVIDUELLE WÜNSCHE

Ein zentrales Anliegen der Palliativversorgung ist die Wahrung der Autonomie. „Die Wünsche unserer Patient*innen stehen im Vordergrund. Wenn sie es wollen, beziehen wir Angehörige aktiv in Gespräche und Entscheidungen ein“, so Brenner. Angehörige können jederzeit zu Besuch kommen, es gibt keine fixen Besuchszeiten. Auch Übernachtungen im Zimmer sind möglich und werden unbürokratisch organisiert.

Neben der medizinischen Betreuung spielen Gespräche, Zeit und Zuwendung eine wesentliche Rolle. Ethische Fragestellungen am Lebensende sind Teil des Alltags. „Man muss Patient*innen Raum geben, ihre Gedanken und Ängste zu äußern. Das Lebensende ist bei uns präsent und darf auch angesprochen werden,“ erklärt Brenner.

PALLIATIVSTATIONEN IN DEN KLINIKEN DES WIENER GESUNDHEITSVERBUNDES

Klinik Hietzing

Klinik Ottakring

AKH Wien

Pressesprecherin Wiener Gesundheitsverbund
Mag.a Gabriele Egartner
Telefon:+43 664 8566205
E-Mail: presse@gesundheitsverbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.