Vier neue Eintragungen im Nationalen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes
Die Eintragungen spiegeln die Vielfalt des Immateriellen Kulturerbes wider – von mündlichen Überlieferungen und handwerklichen Fertigkeiten bis hin zu gesellschaftlichen Praktiken und Ritualen. Das Verzeichnis orientiert sich an den fünf UNESCO-Bereichen und dokumentiert jene lebendigen Traditionen, die das Leben von Gemeinschaften prägen. Die Initiative zur Aufnahme geht von den Träger*innen selbst aus; über die Eintragungen entscheidet ein unabhängiger Fachbeirat der Österreichischen UNESCO-Kommission.
Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler begrüßt die neuerliche Erweiterung des Inventars: „Mit dem Verzeichnis stärken wir das Bewusstsein für immaterielles Kulturerbe und machen seine Bedeutung für die beteiligten Gemeinschaften sowie ihre Kreativität sichtbar. Sprache und Kommunikation ebenso wie traditionelles Handwerk sind zentrale Träger dieses Kulturerbes, weil sie Wissen, Werte und Ausdrucksformen lebendig weitergeben und so die Identität von Gemeinschaften über Generationen hinweg sichern.“
FOLGENDE VIER EINTRÄGE ERGÄNZEN NUN DAS NATIONALE VERZEICHNIS:
GOLDSCHMIEDEHANDWERK IN ÖSTERREICH (österreichweit): Seit Jahrtausenden werden Gold und andere Edelmetalle kunsthandwerklich verarbeitet. Goldschmied*innen fertigen mit hoher Präzision und gestalterischem Können eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeiten an. Dazu zählen Schmuckstücke ebenso wie Insignien, Orden, sakrale Objekte und weitere Werke von bleibendem Wert.
ESPERANTOKULTUR IN ÖSTERREICH / ESPERANTOKULTURO EN AῨSTRIO (österreichweit): Esperanto ist als eine Plansprache entwickelt worden, um Menschen weltweit eine neutrale und leicht erlernbare Sprache für Verständigung und Frieden zu bieten. In Österreich pflegt eine aktive Gemeinschaft diese Kultur und trifft sich regelmäßig zu Sprachkursen, Festen und Kongressen. Außerdem hat sich daraus ein beachtliches Schaffen in Literatur und darstellender Kunst entwickelt.
DIE PINZGAUER SAGENWELT: ERZÄHLTRADITION, ERZÄHLWEISE UND ERZÄHLER*INNEN (Salzburg): Die Pinzgauer Sagen bilden seit Generationen einen festen Bestandteil der regionalen Erzähltradition. Sie werden mündlich im Pinzgauer Dialekt von Generation zu Generation weitergegeben und sind eng mit der allgegenwärtigen Gebirgslandschaft und der kulturellen Identität der Pinzgauer Bevölkerung verbunden.
VERWENDUNG UND WEITERGABE DER BRAILLESCHRIFT (österreichweit): Als weltweit verbreitete Schrift blinder und sehbeeinträchtigter Menschen ist die Brailleschrift in Österreich für rund 5.000 Personen ein Begleiter im alltäglichen Leben. Sie macht gesprochene Sprache tastbar. Sie wurde von blinden Menschen selbst entwickelt und organisiert und ermöglicht ihnen Zugang zur Gesellschaft sowie gleichberechtigte Teilhabe an jener.
HINTERGRUND
Das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes wurde 2010 im Rahmen des von Österreich 2009 ratifizierten UNESCO-ÜBEREINKOMMENS ZUR ERHALTUNG DES IMMATERIELLEN KULTURERBES von 2003 etabliert. Es soll dazu beitragen, lebendige kulturelle Ausdrucksformen zu dokumentieren, ihre Weitergabe zu fördern und die Vielfalt menschlicher Kreativität sichtbar zu machen. Die Österreichische UNESCO-Kommission ist mit der Führung des Verzeichnisses betraut. Über die Aufnahme neuer Elemente entscheidet ein Fachbeirat aus 15 Mitgliedern, bestehend aus Vertreter*innen zweier Bundesministerien, der Bundesländer und unabhängigen Expert*innen aus ganz Österreich.
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LINKS
Weitere Informationen und Bilder auf der Website der Österreichischen UNESCO-Kommission: https://www.unesco.at/presse/artikel/article/vier-neue-eintragungen-im-nationalen-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes
Zur Unterscheidung der Begriffe _Immaterielles Kulturerbe_ und _Welterbe _der UNESCO siehe: https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/warum-ist-immaterielles-kulturerbe-nicht-gleich-weltkulturerbe
Österreichische UNESCO-Kommission
Telefon: +43 1 526 13 01
E-Mail: oeuk@unesco.at
Website: https://www.unesco.at
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