3. KV-Runde der chemischen Industrie ohne Einigung
Chemieindustrie im Krisenmodus fordert verantwortungsvolle Lösungen
In der heute stattgefundenen dritten Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der chemischen Industrie konnte keine Einigung erzielt werden. Die Lage der Branche ist aufgrund der in den letzten Jahren stark gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit sehr angespannt: Hohe Produktionskosten, rückläufige Produktionsmengen gepaart mit Unsicherheiten durch die geopolitischen Entwicklungen bringen für eine stark exportorientierte Branche nur noch schwer zu bewältigende Herausforderungen. Wie schwierig das Umfeld ist, zeigt sich auch in den Prognosen der Wirtschaftsforscher, die laufend nach unten korrigiert werden müssen.
Zudem gibt es vor allem ein hausgemachtes Problem: Österreich ist beim Anstieg der Lohn(stück)kosten in Europa negativer Spitzenreiter. Hier muss dringend gegengesteuert werden. Die österreichischen Abschlüsse seit 2020 sind um 13 Prozent höher und damit fast doppelt so hoch als jene in Deutschland, dem größten Absatzmarkt und bedeutendsten Konkurrenten für die österreichischen Hersteller. Um im internationalen Standortwettbewerb nicht noch weiter zurückzufallen, sollte das Nachbarland mit seiner zurückhaltenden Lohnpolitik Vorbild sein. „Wenn es die deutschen Sozialpartner geschafft haben, verantwortungsvoll und im Sinne des Chemiestandorts zu agieren, sollten wird das doch auch in Österreich erreichen. Wir sind keine Insel der Seligen, die sich von den aktuellen Entwicklungen auf den Weltmärkten abkoppeln kann. Die Firmen brauchen dringend eine Atempause.“
„Große Bereiche der Branche sind das dritte Jahr in Folge in einer Rezession. Auch wenn einige wenige Firmen im Pharmabereich ihre Umsätze im letzten Jahr erfreulicherweise steigern konnten, sind die anderen Chemiesektoren nach wie vor im Krisenmodus. Dazu kommen die dramatischen Auswirkungen des Irankriegs auf die Energie- und Rohstoffversorgung“, beschreibt Ernst Gruber, Verhandlungsführer der Arbeitgeber in der chemischen Industrie, die schwierige Ausgangslage.
Die außergewöhnlichen Umstände müssen in den heurigen Verhandlungen berücksichtigt werden, um einen für die Branche tragfähigen Kompromiss erzielen zu können. Damit die österreichischen Chemiebetriebe nicht noch weiter hinter die deutschen Konkurrenten zurückzufallen, haben die Arbeitgeber in Anlehnung an die im Nachbarland für das Jahr 2026 erzielte Einigung eine Einmalzahlung von 250 Ꞓ angeboten.
„Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein unserer Sozialpartner für den Standort Österreich und an deren Flexibilität, damit die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie und damit rund 50.000 Arbeitsplätze gesichert werden können“, so Ernst Gruber abschließend.
Die Verhandlungen werden am Mittwoch, den 29. April, fortgesetzt.
ÜBER DEN FCIO
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in unterschiedlichen Sektoren zB Pharmazeutika, Kunststoffe und Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der Branche stellten 2024 Waren im Wert von 19,3 Milliarden Euro her.
FCIO – Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Johanna Reber, MA
Telefon: 05909003372
E-Mail: reber@fcio.at
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