„Dok 1“ und „ansichtssache“ über die Zukunft der Landesverteidigung – am 29. April um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON

In der aktuellen „Dok1“-Ausgabe „Wir geloben! Wie sich das Heer in Stellung bringt“ begibt sich Lisa Gadenstätter am Mittwoch, dem 29. April 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON auf Spurensuche: Sie begleitet Grundwehrdiener und Milizsoldaten in ihrem Alltag, spricht mit Experten und will wissen, ob Österreich durch die angedachten Reformen wirklich sicherer wird. In der neuen „ansichtssache“-Reportage „Meine Heimat – Meine Pflicht?“ trifft Milizsoldat Lukas Student Rocco. Für den einen sind Pflichtgefühl, Einsatzbereitschaft und der Griff zur Waffe zur Verteidigung des Heimatlandes selbstverständlich. Für den anderen geht es in erster Linie um soziales Engagement und solidarisches Zusammenleben in seinem Land. Der Gedanke, die Grenzen des Heimatlandes mit der Waffe zu verteidigen, ist ihm mehr als fremd. Beide tauchen eine Woche lang in die Lebenswelt des jeweils anderen ein. Ein zwischenmenschliches Experiment, dem es an hitzigen Auseinandersetzungen, staunender Ungläubigkeit und schmerzhaften Einsichten nicht mangelt.

„Dok 1: Wir geloben! Wie sich das Heer in Stellung bringt“ (20.15 Uhr)

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine ist Krieg wieder Realität in Europa. Mit dem Iran als zusätzlichem Krisenherd wächst auch in Österreich der Druck, die eigene Landesverteidigung neu zu denken. In den kommenden Jahren sollen Milliarden Euro in die Aufrüstung fließen. Gleichzeitig steht eine Reform des Grundwehrdienstes im Raum: Schon ab 2027 könnte dieser von sechs auf acht Monate verlängert werden.

Doch bringt das tatsächlich mehr Sicherheit oder ist es vor allem eine Belastung für junge Menschen und ein kostspieliger Reflex auf eine unsichere Welt? Was würde eine Reform konkret verändern? Wie gut sind Grundwehrdiener heute ausgebildet? Und wären sie im Ernstfall wirklich bereit, zur Waffe zu greifen?

„Dok 1“-Host Lisa Gadenstätter fährt u. a. nach Güssing im Burgenland. Hier werden Panzer für einen Einsatz vorbereitet. Ein Jägerbataillon arbeitet dabei mit jungen Rekruten zusammen, die Übung ist Teil ihrer Ausbildung. Schnell wird klar: Komplexe Manöver brauchen Erfahrung. Die Ausbildner sind deshalb überzeugt, dass ein längerer Grundwehrdienst dringend notwendig ist. Doch was bedeutet das für die Rekruten? Wie stehen sie selbst zu einer Verlängerung? Militärexperte Generalleutnant Bruno Hofbauer fordert ein Umdenken: Die Miliz müsse gestärkt werden. Nur durch verpflichtende und regelmäßige Übungen nach dem Grundwehrdienst könnten erlernte Fähigkeiten erhalten bleiben. Doch wie realistisch ist das? Und sind die jungen Soldaten überhaupt bereit, im Ernstfall für ihr Land zu kämpfen? Eine „Dok 1“ über die Zukunft der Landesverteidigung – zwischen alten Gewissheiten, neuen Gefahren und der Frage: Was passiert, wenn aus Bedrohung Realität wird?

„ansichtssache: Meine Heimat – Meine Pflicht?“ (21.05 Uhr)

Was, wenn Österreich tatsächlich angegriffen wird? Für Lukas ist die Antwort klar: Er würde ohne Zögern zur Waffe greifen: „Österreich ist es wert, verteidigt zu werden.“ Für Rocco hingegen ist das undenkbar: „Ich kämpfe nicht für Grenzen, auch nicht im Ernstfall.“ In „Meine Heimat – Meine Pflicht?“ prallen zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander: Lukas, 58, Milizoffizier, der seine Pflicht im Notfall mit der Waffe erfüllen würde. Rocco, 23, europäisch denkender Student, der Verteidigung anders definiert – ohne Uniform, ohne Waffe, ohne Front. Eine Woche lang konfrontieren die beiden einander mit den Ansichten des jeweils anderen: Was bedeutet Heimat? Was bedeutet Verantwortung und Pflicht für das Land? Und darf ein Staat in Zeiten wachsender Unsicherheit verlangen, dass seine Bürger kämpfen? Was folgt, ist ein emotionales Experiment zwischen Pflichtgefühl und Pazifismus, Militärlogik und Zivilgesellschaft, Generationen-Clash und Grundsatzdebatte. Wenn Lukas sagt: „Ich gelobe, die Republik mit der Waffe zu verteidigen“, antwortet Rocco: „Dann ist das nicht mein Staat.“ Zwischen ihnen liegen Generationen, Weltbilder – und im Ernstfall ein verhängnisvolles Dilemma. Das zwischenmenschliche Experiment zeigt, wie tief die Bruchlinien in unserer Gesellschaft verlaufen, wenn aus Frieden plötzlich eine Frage der Verteidigungsbereitschaft wird. Roh. Direkt. Unbequem. Und brandaktuell.

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