vida zur heutigen ESC-Pressekonferenz: Tourismus-Bühne muss auch Arbeitsrealität zeigen
Internationale Aufmerksamheit verpflichtet auch zu Verbesserungen für Beschäftigte
Anlässlich der heutigen Pressekonferenz „ESC 2026 als Bühne für Österreichs Tourismus, Wirtschaft und Innovation“ von Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Österreich Werbung und ORF ruft die Gewerkschaft vida Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner zu mehr Realismus auf.
„Tourismus auf die Bühne holen bedeutet auch genau hinzuschauen. Eine Branche, in der Problembetriebe geschützt werden anstatt sie zur Verantwortung zu ziehen, gehört nicht beklatscht, sondern reformiert“, stellt Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, klar. „Es gibt auch viele redliche Betriebe in der Hotellerie und Gastronomie. Diese sollen keinen Nachteil haben. Vielmehr gehören sie, gemeinsam mit ihren Mitarbeiter:innen, ins Rampenlicht, damit sie anderen als Vorbild dienen können“, ergänzt Eberhart.
MISSSTÄNDE SYSTEMATISCH BEKÄMPFEN STATT SCHÖNREDEN
Die Gewerkschafterin betont, dass es die Beschäftigten sind, die Österreichs Tourismus erst möglich machen. Sie sind es, die täglich für Qualität, Service und internationale Gastfreundschaft stehen. „Wenn die Branche auf die große Bühne gehoben wird, dann müssen auch jene im Mittelpunkt stehen, die sie tragen“, so Eberhart.
Die Realität vieler Arbeitnehmer:innen sei oft weniger glanzvoll als sich der Tourismus gerne darstellt: Überlange Arbeitszeiten, unbezahlte Überstunden, mangelnder Schutz vor Übergriffen und sexueller Belästigung und Löhne, die dem Einsatz nicht gerecht werden, seien in Teilen der Branche weiterhin Alltag. „Viele lächeln für die Gäste – obwohl ihnen längst nicht mehr danach ist“, sagt Eberhart.
Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft vida strukturelle Probleme, die seit Jahren bekannt sind: Betriebe, die Beschäftigte für weniger Stunden anmelden als tatsächlich gearbeitet wird. Arbeitgeber, die gezielt Arbeitskräfte aus Drittstaaten anwerben, ohne diese ausreichend über ihre Rechte – etwa das 13. und 14. Gehalt – zu informieren. „Wir wissen von Beschäftigten, die über die Rot-Weiß-Rot-Karte nach Österreich kommen und nahezu durchgehend arbeiten, aber nur wie Teilzeitkräfte bezahlt werden“, kritisiert Eberhart. Auch Steuer- und Abgabenumgehung durch nicht korrekt verbuchte Einnahmen dürfe nicht länger toleriert werden.
POLITIK IN DER VERANTWORTUNG
Die Gewerkschaft vida fordert daher ein konsequentes Vorgehen der Politik: mehr Kontrollen, wirksame Sanktionen und klare gesetzliche Rahmenbedingungen. „Wer von internationaler Strahlkraft spricht, muss auch dafür sorgen, dass hinter den Kulissen faire Bedingungen herrschen“, betont Eberhart.
Die Inszenierung des Tourismus im Zuge des ESC dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin erheblichen Handlungsbedarf gebe. „Ein gutes Bild nach außen ist zu wenig, wenn die Realität für viele Beschäftigte ganz anders aussieht. Es liegt auch im Verantwortungsbereich von Frau Staatssekretärin Zehetner, hier endlich für Verbesserungen zu sorgen.“
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145756
E-Mail: cornelia.groiss@vida.at
Website: https://www.vida.at
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