Mandl: „Brauchen Leuchttürme der Menschlichkeit, um durch die Zeit zu navigieren“

Heute, am 8. Mai, verleiht Steven Geiger den Mensch Award an Shannon Seban, Markus Müller, Moritz Hochschild; Lukas Mandl hostete die Veranstaltung wieder

Der Mensch Award wird mehrmals jährlich in verschiedenen Städten weltweit verliehen. Die von Steven Geiger aus Kalifornien gegründete und betriebene Mensch Foundation zeichnet Menschen „für erwiesene Menschlichkeit“ aus. In Wien findet die Verleihung alljährlich rund um den 8. Mai statt. Der österreichische Europaabgeordnete Lukas Mandl, Vizevorsitzender der Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus im Europäischen Parlament, hostet die Veranstaltung.

Heute, Freitag, wurden im Wiener Haus der EU die Pariser Kommunalpolitikerin und Expertin der Allianz gegen Antisemitismus, Shannon Seban, der Rektor der Medizinuniversität Wien, Markus Müller, und der Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Shmuel Barzilei, mit dem Mensch Award ausgezeichnet. Schon am Vorabend war Wolfgang Sobotka, ehemaliger Nationalratspräsident, der Mensch Award überreicht worden. Posthum wurde Moritz Hochschild mit dem Mensch Award gewürdigt.

„Für den jiddischen Begriff ‚Mensch‘ oder ‚a Mensch‘ gibt es keine Übersetzung. Es vermittelt ein ganzheitliches Empfinden von Empathie und das konkrete Handeln, das daraus folgt. Es ist schön, dass Jahr für Jahr auch Wien Austragungsort dieser Begegnung der Menschlichkeit ist“, sagt Mandl.

Seban, die auf Mandls Initiative schon im Vorjahr Wien für Arbeitsgespräche besucht hatte, sagte: „Ich bin sehr dankbar für diese Auszeichnung, die auch künftigen Generationen in Erinnerung ruft, was es bedeutet, ein ‚Mensch‘ zu sein. Dazu gehört der Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Hass. Schweigen darf angesichts von Antisemitismus ebenso wenig eine Option sein wie gegenüber anderen Formen von Hass, insbesondere in Europa, wo die nationalsozialistische Barbarei und der Völkermord der Shoah gewütet haben. Und wir alle haben in diesem universellen Kampf eine Rolle zu spielen, denn Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für Jüdinnen und Juden: Er ist das Symptom einer kranken Demokratie.“

Müller betonte mit dem Mensch Award in Händen: „Ich bin sicher, die Auszeichnung nicht zu verdienen, weil ich nur das gemacht habe, was mir von Kindheit an gelehrt wurde: Ein ‚Mensch‘ zu sein.“ Müller arbeitete vor allem während der Covid-Pandemie eng mit Israel zusammen; weiters initiierte er ein Gedenken an jüdische Ärzte und Ärztinnen, die vom NS-Regime ihrer Positionen enthoben wurden.

Mandl erklärte: „In Zeiten, in denen der Antisemitismus im Ansteigen begriffen ist, ist es wichtig, Leuchttürme für die Menschlichkeit zu errichten, um durch diese Zeiten navigieren zu können. ‚Niemals wieder‘ darf nicht nur so dahingesagt sein. Es muss im Heute und Morgen verwirklicht werden. Das Ziel muss bleiben, dass sich jüdisches Leben angstfrei entfalten kann. Alles andere macht unsere Zivilisation arm.“

Steven Geiger von der Mensch Foundation: „Ein ‚Mensch‘ zu sein, erfüllt uns alle mit Leben – und gibt viel von unserer Einstellung an unsere Mitmenschen weiter, auch was den Umgang mit jüdischem Leben und die Bewahrung dessen bedeutet. Hier stehen wir nicht nur in Europa, sondern weltweit in der Verantwortung“, so Geiger, der die Veranstaltung zum fünften Mal in Österreich organisierte.

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