Asbest im Burgenland: Greenpeace fordert sofortige Offenlegung aller Messergebnisse
Burgenländische Landesregierung muss ihr Transparenz-Versprechen einhalten und für volle Aufklärung sorgen
Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass im burgenländischen Großpetersdorf deutlich erhöhte Asbestwerte in der Luft gemessen worden waren, fordert Greenpeace die Landesregierung auf, sämtliche Messwerte aus dem ganzen Bundesland umgehend offenzulegen. Der in Großpetersdorf gemessene Wert wird bisher unter Verschluss gehalten. Das Burgenland muss insgesamt für volle Transparenz in Bezug auf alle bisherigen und noch geplanten Luftmessungen sorgen. Dazu gehören neben der Veröffentlichung der Ergebnisse auch Informationen über alle Standorte sowie die genauen Messbedingungen.
Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster: _“Dass die Gemeinde Großpetersdorf nun so rasch und umfassend handelt, zeigt, dass offenbar unmittelbar Gefahr in Verzug ist. Über den dort gemessenen Wert können wir nur spekulieren, da schlicht keine Ergebnisse veröffentlicht wurden. Wir befürchten aber, dass dort Asbestwerte jenseits der 10.000 Fasern pro Kubikmeter gemessen wurden. Das Burgenland hat in der Causa Asbest volle Transparenz versprochen. Passiert ist bisher das Gegenteil. Die Bevölkerung wird weiter im Dunkeln gelassen. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie hoch die gemessene Asbestbelastung in betroffenen Gemeinden tatsächlich ist.”_
Bereits seit Beginn des Asbest-Skandals fehlt es an Aufklärung und offener Kommunikation seitens der burgenländischen Landesregierung. “Informationen, die selbstverständlich öffentlich sein sollten, werden derzeit vom Burgenland geheim gehalten. Diese Verschleierungstaktik muss endlich aufhören. In unserem ebenfalls betroffenen Nachbarland Ungarn wurden alle Messwerte transparent veröffentlicht und umgehend weitgehende Maßnahmen ergriffen”, kritisiert Schuster.
Völlig unklar bleibt zudem, ob das Burgenland überhaupt alle potenziell betroffenen Flächen systematisch untersucht. Erst vergangene Woche warnte Greenpeace vor einer hohen Asbestbelastung auf mindestens sieben weiteren burgenländischen Schotterstraßen und Schotterflächen. Schuster: _“Trotz eindringlicher Warnungen von Expertinnen und Experten hat das Burgenland die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel gesetzt. Die burgenländische Landesregierung muss endlich aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken und eine Kehrtwende beim Asbest-Skandal einleiten.”_
Herwig Schuster
Umweltchemiker
Greenpeace Österreich
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