KFG-Novelle: Gefährlicher Blindflug oder digitale Revolution?

Die geplante Änderung der § 57a-Prüfintervalle bedroht die Verkehrssicherheit. Die Bundesinnung der Fahrzeugtechnik hält mit einer 133-Millionen-Euro-Digitallösung dagegen.

Der aktuelle Entwurf der 42. KFG-Novelle sorgt für heftige Kritik. Der Grund ist die geplante Ausdehnung der § 57a-Prüfintervalle vom bewährten „3-2-1“-Modell auf ein riskantes „4-2-2-2“-Modell. Die Begründung des Gesetzgebers, dass reguläre Herstellerservices oder Reifenwechsel für die Überprüfung der Betriebssicherheit ausreichen würden, ist für Fachleute völlig realitätsfremd. Weder beim Reifenwechsel noch beim normalen Kundendienst werden die über 200 relevanten Prüfpositionen kontrolliert – von Umweltkriterien, Abgasverhalten oder unerlaubtem Tuning ganz zu schweigen.

ALARMIERENDE ZAHLEN AUS DER MÄNGELSTATISTIK

Dass diese Pläne einem gefährlichen Blindflug gleichen, belegen die nackten Zahlen der aktuellen § 57a-Statistik: Bereits nach drei Jahren weisen PKW in der Fahrzeugklasse M1 nach drei Jahren 35 % leichte Mängel und 18 % schwere Mängel auf (parlamentarische Anfragebeantwortung 3780/AB v 16.2.2026 zu 4266/J). Bei den Zweirädern (Fahrzeugklasse L) sind die Zahlen noch höher: 40 % schwere Mängel und 34 % leichte Mängel.

„Wer in dieser Situation die Intervalle verlängert, nimmt wissentlich einen massiven Anstieg fahruntüchtiger Fahrzeuge auf unseren Straßen in Kauf“, warnt Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Mst. Thomas Marichhofer eindringlich.

UNSER KONZEPT: DIGITALE REVOLUTION

Digitalisierung schafft gesamt 133 Millionen Ꞓ Einsparungen pro Jahr durch Entbürokratisierung, Abschaffung unnötiger Strukturen und einen Datensatz pro Fahrzeug. Die Bundesinnung fordert diese zeitgemäße Reform. Die Fusion der bestehenden Datenbanken in einer zentralen Fahrzeugdatenbank und die komplette Abschaffung der physischen Plakette. Das Konzept „Ein Datensatz für jedes Fahrzeug“ bringt echten Bürokratieabbau.

Für Werkstätten bedeutet das eine enorme Erleichterung: Jährlich werden in Österreichs Zulassungsstellen, Werkstätten und Behörden rund 115.000 Arbeitstage (bzw. 541 Vollzeitäquivalente) für das Bestellen, Vorfinanzieren, Verwalten, Abschaben und Aufkleben von Plaketten vergeudet. Diese wertvolle Arbeitszeit ließe sich durch die digitale Dokumentation einsparen. Zudem fällt der lästige Ärger beim kostenpflichtigen Plakettentausch nach einem Scheibenbruch weg.

Fahrzeugbesitzer profitieren ebenfalls: Für Fahrzeughalter ergeben sich Einsparungen von knapp Ꞓ 17,5 Millionen pro Jahr durch Wegfall der Begutachtungsplaketten. Das Gutachten wird kostenfrei auf eAusweise (ID Austria) dargestellt, inklusive automatischer Erinnerungsfunktion. Zudem schützt eine kostenfreie Online-Abfrage der Fahrzeughistorie vor Betrug beim Gebrauchtwagenkauf.

„Unser fertiges, durchgerechnetes Reformkonzept liegt auf dem Tisch“, betont Bundesinnungsmeister MMst. Roman Keglovits-Ackerer, BA. „Wir fordern den Gesetzgeber auf, diese moderne Infrastruktur zu nutzen, anstatt die Verkehrssicherheit für ein populistisches Versprechen zu opfern.“

MMst. Roman Keglovits-Ackerer, BA

Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik

Landesinnungsmeister-Stv. der Fahrzeugtechnik, NÖ

T 0043 664 23 47 127

M r.keglovits@keglovits.at

Mst. Thomas Marichhofer

Bundesinnungsmeister Stellvertreter

T 0043 664 4473022

M thomas.marichhofer@marichhofer.at

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