WKÖ-Menz: Lohntransparenz-Entwurf ignoriert Einwände der Arbeitgeberseite
Industrie-Obmann in der WKÖ kritisiert einseitiges Vorgehen des Sozialministerium – Doppelstrukturen schaffen Rechtsunsicherheit und lösen Bürokratielawine aus.
„Die Sozialpartner haben sich in den vergangenen Monaten intensiv dafür eingesetzt, die Umsetzung der EU-Lohntransparenz-Richtlinie für die Unternehmen praktikabel und ohne überbordenden Aufwand zu gestalten. Der Entwurf, der nun in die politische Koordinierung geschickt wurde, nimmt – entgegen den Aussagen der Bundesministerin – aber keinerlei Rücksicht auf die Einwände der Arbeitgeberseite“, kritisiert Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), das einseitige Vorgehen des Sozialministeriums scharf.
Stattdessen zeichne sich der Entwurf einmal mehr durch massives Gold Plating, also eine Übererfüllung der EU-Vorgaben aus, die Österreichs Unternehmen enorm schadet und die Wettbewerbsfähigkeit weiter beeinträchtigt. Damit würde eine Lawine an überbordender Bürokratie ausgelöst, prognostiziert die Bundessparte Industrie in der WKÖ.
Europas Länder ließen sich nicht einfach über einen Kamm scheren: Mit den Kollektivverträgen gibt es in Österreich bereits ein anerkanntes und transparentes System, das 98 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse abdeckt. „Der vorliegende Entwurf wirft das weitgehend über den Haufen, erzeugt Doppelstrukturen und schafft so neben einer Fülle an Bürokratie zusätzliche Rechtsunsicherheit für die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer“, so Menz. „Die österreichische Sozialpartnerschaft war in Fragen der Lohnfindung und des sozialen Friedens immer Vorbild für weite Teile Europas. Daran gilt es festzuhalten“, so der Industrie-Obmann abschließend. (PWK270/HSP)
Wirtschaftskammer Österreich
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