Aktuelle Studie: Glasfaser flächendeckend erst am Sankt Nimmerleinstag – 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen langfristig unversorgt
Der eigenwirtschaftliche Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in Österreich steht vor einer Zäsur. Hohe Kosten und bürokratische Hindernisse bremsen den Ausbau massiv ein.
FLÄCHENDECKENDE GLASFASERVERSORGUNG ERST IM JAHR 2055
Ein düsteres Bild zeichnet eine aktuelle Studie eines Teams um den ehemaligen Geschäftsführer der Regulierungsbehörde RTR, Johannes Gungl für den Glasfaserausbau in Österreich. _„Dem Glasfaserausbau in Österreich steht 2027 ein Einbruch bevor. Die wirtschaftlichsten Gebiete sind abgegrast, Fördergelder fließen nicht mehr, der Ausbau ist teuer und hat mit massiven Hürden zu kämpfen. Werden die Rahmenbedingungen von der Politik nicht rasch und mutig verbessert, bleiben 1,5 Millionen österreichische Haushalte und Unternehmen langfristig unversorgt. Eine flächendeckende Versorgung gibt es dann erst am Sankt Nimmerleinstag im Jahr 2055“,_ so Johannes Gungl.
EINE STANDORTFRAGE – ANPASSUNG DER RAHMENBEDINGUNGEN DRINGEND ERFORDERLICH
Will Österreich als Wirtschaftsstandort nicht zurückfallen, müssen rasch die Rahmen-bedingungen angepasst werden. Dabei sind drei Themen der wesentliche Hebel.
_„Durch überbordende Grabungs- und Wiederherstellungsanforderungen verteuert sich der Ausbau in manchen Projekten um bis zu 50%. Dadurch sinkt der mögliche Ausbaugrad in einem Projekt. Ein sinnvoller Aufgrabungsstandard bedeutet Einsparungen, die in fast 300.000 Haushalte zusätzlich investiert werden können“,_ erläutert Michael Haiss, Co-Autor der Studie.
_„Aufgrund der umständlichen Zustimmungserfordernisse können derzeit rund 20% der Mehrparteienhäuser gar nicht angeschlossen werden. Frankreich ist auf diesem Gebiet vorbildlich. Dort gibt es ein Recht auf Glasfaser für jeden Bewohner eines Mehrparteienhauses – egal ob Mieter oder Eigentümer, egal ob Zinshaus, Genossenschaft oder Wohnungseigentum. Auch Deutschland plant ein Recht auf Vollausbau im Gebäude“,_ so Michael Haiss.
Die Abschaltung des Kupfernetzes ist in vielen Ländern Europas bereits voll im Gange. Diese Abschaltung wird auch in Österreich stattfinden, denn ab einem gewissen Zeitpunkt wird der Betrieb des Kupfernetzes unrentabel. Zum Schutz der Kunden und des Wettbewerbs muss die Abschaltung gut vorbereitet sein. Außerdem können durch die Kupferabschaltung zusätzliche 400.000 Haushalte eigenwirtschaftlich errichtet werden. _„Die Abschaltung erhöht die Auslastung der Glasfasernetze und macht sie damit wirtschaftlicher. Um diese Chance zu nutzen, muss die Politik frühzeitig die Spielregeln festlegen.“ _erklärt Johannes Gungl.
MOBILISIERUNG VON Ꞓ 1,6 MILLIARDEN AN PRIVATEM KAPITAL
Durch die rund 50 Vorschläge in der Studie können Ꞓ 1,6 Milliarden an privaten Investitionen mobilisiert werden. Das bedeutet Glasfaseranschlüsse für 700.000 Haushalte zusätzlich bis 2034. Die besseren Rahmenbedingungen helfen auch, Fördermittel effizienter einzusetzen.
JG Management Consulting
Mag. Johannes Gungl
Telefon: +699 16992100
E-Mail: johannes.gungl@chello.at
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