Von ihr war der Stuhl, den die Welt Le Corbusier zuschrieb – große Ausstellung zu Charlotte Perriand im Museum der Moderne Salzburg
Noch bis 13. September versammelt die internationale Wanderausstellung auf 1.000 m² seltene Originalmöbel, erstmals ausgestellte Fotografien sowie begehbare Raumkonstruktionen.
„Wir besticken hier keine Kissen.“ Mit diesen Worten wies der renommierte Architekt Le Corbusier die damals 24-jährige Perriand nach ihrer Bewerbung in seinem Studio zurück. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Ihre innovativen Entwürfe überzeugten ihn rasch vom Gegenteil und er engagierte sie als Innenarchitektin. Zehn Jahre arbeitete sie gemeinsam mit ihm im Atelier und war dort der Kopf hinter einigen der bedeutendsten Möbelentwürfe des 20. Jahrhunderts – darunter die ikonischen Stahlrohrmöbel, die bis heute als Meilensteine des modernen Designs gelten. Heute zählt die französische Architektin und Designerin (1903–1999) zu den einflussreichsten Gestalter:innen der Moderne.
_„Perriand hat sich bereits vor rund hundert Jahren mit Fragen beschäftigt, die heute aktueller denn je sind: Wie können wir auf begrenztem Raum gut leben? Wie gestalten wir Wohnräume nachhaltig und ressourcenschonend? Und wie kann Design die Lebensqualität der Menschen verbessern?“_, betont HARALD KREJCI, DIREKTOR DES MUSEUM DER MODERNE SALZBURG. _„Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie visionär Perriands Antworten auf diese Herausforderungen waren und warum ihr Werk bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat.“_
ALPINES WOHNEN AUF 2.000 METERN HÖHE
Herzstück der Schau ist die originalgetreue Rekonstruktion des _Refuge Bivouac_, einer alpinen Schutzhütte, die Charlotte Perriand in den 1930er-Jahren entwickelte. Als leidenschaftliche Bergsteigerin beklagte sie auf ihren Touren immer wieder das Fehlen einfacher Schutzräume im Hochgebirge. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee einer kompakten, funktionalen Unterkunft für extreme alpine Bedingungen. 1938 wurde das _Refuge Bivouac_ auf dem Mont Joly in rund 2.000 Metern Höhe errichtet und von Perriand selbst erprobt. Für die Ausstellung entstand nun erstmals eine originalgetreue und begehbare REKONSTRUKTION IM RAHMEN EINES FORSCHUNGSPROJEKTS DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT MÜNCHEN GEMEINSAM MIT DER FACHHOCHSCHULE SALZBURG.
BEGEHBARE MODELLWOHNUNG
Ein echtes Gefühl dafür, wie Perriand modernes Leben vor rund 100 Jahren dachte, vermittelt die BEGEHBAREN MODELLWOHNUNG _Équipement intérieur d’une habitation _entworfen von Charlotte Perriand,_ _Le Corbusier und Pierre Jeanneret. Diese wurde dank Cassina realisiert – Premium-Partner der Ausstellung und das einzige Unternehmen weltweit, das Perriands Möbel lizenziert produzieren darf.
INTERNATIONALE WANDERAUSSTELLUNG
Die Retrospektive wurde zuvor in den Kunstmuseen Krefeld gezeigt und wandert nach Salzburg weiter in die Fundació Joan Miró, Barcelona. Die Schau stellt Premieren in allen drei Ländern dar und war bereits in Deutschland ein großer Erfolg. Sie entstand in enger Zusammenarbeit mit den Archives Charlotte Perriand – mit besonderem Dank an Pernette Perriand-Barsac und Jacques Barsac.
AUSSTELLUNGSDATEN
_Charlotte Perriand. Moderne leben: Design, Fotografie, Architektur_
Museum der Moderne Salzburg
Telefon: +43 664 9240236
E-Mail: presse@mdmsalzburg.at
Website: https://www.museumdermoderne.at/
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