Die Spitze der Gehaltspyramide der Universitäten in der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer
Die Kernargumente gegen seine Position zur Universitätspolitik
Die Universitäten werden in den Jahren 2028 bis 2030 mit extremen Einsparungen konfrontiert sein. Das bestätigte der Minister indirekt, indem er sagte, dass die Budgets 2027 und 2028 nominell gegenüber dem „Rekordbudget“ 2026 stabil bleiben würden. Genau das ist nämlich das Problem, weil die Inflation ab 2028 nicht mehr berücksichtigt werden wird! Die Unis müssen sich für die Jahre danach mit dem realen Niveau von 2026 begnügen.
Angesichts dessen ist es eine gewagte Behauptung zu sagen, dass damit die Auszahlung der Gehälter fürs Personal gewährleistet sei. Gewagt ist auch der Hinweis auf die 150 Mill. Euro jährlich „zusätzlich“, die der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) kompetitiv vergibt. Hier steckt in Wahrheit Geld dahinter, das die Universitätenkonferenz aus freiwilligem Verzicht auf einen Teil des Unibudgets beigesteuert hat und das zusätzlich aus einem erheblichen Lohnverzicht des Personals für die Jahre 2026 und 2027 lukriert werden konnte. Doch kommt dieses Geld wegen der extrem niedrigen Bewilligungsquoten des FWF beim wissenschaftlichen/künstlerischen Universitätspersonal kaum an, denn die Arbeitsbedingungen sind für die mehrheitlich teilbeschäftigten und zu 80% befristeten Wissenschaftler:innen demotivierend und weitgehend befreit von realistischen Karrierechancen.
Solche Details aus der Praxis sind wichtig, wenn man verstehen will, warum am 27.5.2026 gut 28.000 Beschäftigte, Studierende und Personen aus den Universitätsleitungen an der Demonstration gegen die geplanten Einsparungsmaßnahmen in Wien teilnahmen. Wenn Finanzminister Marterbauer dies als Panikmache von „manchen“ darstellt, dann verkennt er die Realität.
Auch der Hinweis auf behauptete Spitzengehälter von Rektorinnen und Rektoren greift nicht, solange die eigene politische Verantwortung bzw. jene der Bundesregierung diesbezüglich nicht ausreichend wahrgenommen wird. Die Rektor:innen schließen nämlich ihre Arbeitsverträge samt Gehalt mit den Universitätsräten ab, welche wiederum jeweils mindestens zwei von der Bundesregierung bestellte Mitglieder in ihren Reihen haben müssen. Hier gibt es demnach direkten politischen Durchgriff im obersten Aufsichtsorgan jeder Universität. Regierungsmitglieder wissen also ganz genau, welche Gehälter für die Rektoratsmitglieder gezahlt werden und müssen das nicht in der Kronen Zeitung nachlesen. Nicht zu akzeptieren ist daher eine Argumentationslinie, die Spitzenverdiener:innen als Vorwand benützt, um höchstqualifiziertes Personal mit prekären und schlecht bezahlten Teilzeitverträgen bei hohem Arbeitsaufwand mit übertriebener Budgetkürzung endgültig gegen die Wand zu fahren.
Die Einsparungen fallen aus dem Rahmen, weil sie unverhältnismäßig sind und die Kernsubstanz von Wissenschaft und Forschung treffen, die sich in der Kompetenz des hochqualifizierten Universitätspersonals manifestiert. 80% des Unibudgets machen die Personalkosten aus und darauf sollte man in unserem Land stolz sein und die entsprechende Wertschätzung dafür aufbringen.
Vollständiger Artikel:
Dr. Stefan Schön
Telefon: +43069911240984
E-Mail: presse@ugoed.at
Website: https://www.ugoed.at/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender
Kommentare sind geschlossen, aber trackbacks und Pingbacks sind offen.