Von Stigma bis Social Media: Psychische Gesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit
Merck Österreich lud zum 2. FutURe Health Talk 2026 „Open Minds: Zwischen mentaler Vielfalt und psychischer Gesundheit“
PSYCHISCHE GESUNDHEIT IST LÄNGST KEIN RANDTHEMA MEHR: AKTUELLE DATEN UND BEFRAGUNGEN ZEIGEN, WIE HOCH DER GESELLSCHAFTLICHE UND GESUNDHEITSPOLITISCHE HANDLUNGSBEDARF IN ÖSTERREICH IST. BEIM 2. FUTURE HEALTH TALK, VERANSTALTET VON MERCK ÖSTERREICH MIT DEM KURIER, DER ÖSTERREICHISCHEN LIGA FÜR KINDER- UND JUGENDGESUNDHEIT UND DEM ÖSTERREICHISCHEN BUNDESVERBAND FÜR PSYCHOTHERAPIE (ÖBVP), DISKUTIERTEN EXPERT:INNEN UND ENTSCHEIDER:INNEN MIT JUNGEN ERWACHSENEN ÜBER STIGMATISIERUNG, DIGITALE EINFLÜSSE, SELBSTWIRKSAMKEIT UND DIE FRAGE, WIE DIE PSYCHISCHE VERSORGUNGSSITUATION IN ÖSTERREICH VERBESSERT WERDEN KANN.
Psychische Erkrankungen zählen zu den zentralen Herausforderungen moderner Gesundheitssysteme. Aktuelle Daten zeigen, dass psychische Erkrankungen sowie Störungen des seelischen Wohlbefindens für 20-25 % der Krankheitslast in der Europäischen Region verantwortlich sind (1). Auch in Österreich ist der Handlungsbedarf groß: Rezente Auswertungen der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP) zeigen, dass 22,7 % der Bevölkerung von einer psychiatrischen Erkrankung betroffen sind – bei Frauen liegt der Anteil mit 25 % deutlich höher (2). Zudem zeigt eine europaweite Befragung von Merck mit über 9.300 Teilnehmer:innen, davon 630 in Österreich: 53 % aller Befragten fühlen sich sehr oft oder oft emotional unwohl – Frauen mit 63 % deutlich häufiger als Männer mit 42 %. Als größte Belastungsfaktoren werden die wirtschaftliche Situation, Gehalt und Arbeit sowie die Angst vor Erkrankungen genannt (3).
Mit dem 2. FutURe Health Talk setzt Merck Österreich ein Zeichen für mehr Bewusstsein, einen offenen Dialog und den Abbau von Stigmata im Umgang mit psychischer Gesundheit. „Wir verstehen Gesundheit ganzheitlich – psychische ist genauso wichtig wie körperliche und sollte genauso selbstverständlich diskutiert werden. Mit dem 2. FutURe Health Talk wollen wir zwei Dinge anstoßen: die psychosoziale Versorgung verbessern und Resilienz früh stärken. Besonders wichtig ist uns, junge Erwachsene einzubinden. Sie sind unsere Zukunft und gehen oft offener mit dem Thema um als frühere Generationen“, betont Chris Neff, Geschäftsführer Merck Österreich.
STIGMA IN DER GESELLSCHAFT ALS GROSSE HÜRDE
Im inhaltlichen Fokus des Events stand der gesellschaftliche Umgang mit psychischen Erkrankungen. „Psychische Erkrankungen sind noch immer mit starken Vorurteilen verbunden. Stigma kann dazu führen, dass Menschen notwendige Unterstützung erst spät oder gar nicht in Anspruch nehmen“, erklärt Mag.a Barbara Haid, MSc, Präsidentin des ÖBVP, in ihrer Keynote und appelliert: „Umso wichtiger ist es, Offenheit zu fördern und psychische Gesundheit als selbstverständlichen Teil der Gesundheitsversorgung zu behandeln.“ In den Diskussionen mit den jungen Teilnehmenden wurden darüber hinaus weitere Herausforderungen auf dem Weg zur Psychotherapie sichtbar, darunter fehlende staatliche Unterstützung, Orientierungslosigkeit im psychischen Versorgungssystem, mangelndes Wissen über Anlaufstellen sowie finanzielle Barrieren.
SOCIAL MEDIA: CHANCE FÜR AUFKLÄRUNG ODER TREIBER VON SELBSTDIAGNOSEN?
Ein weiterer Schwerpunkt des Events lag auf dem Einfluss von Social Media und Künstlicher Intelligenz auf das psychische Wohlbefinden. Während digitale Tools eine Chance für Aufklärung, Vernetzung und Entstigmatisierung bieten können, bergen sie auch Risiken. Soziale Medien und KI können zwar helfen, Symptome einzuordnen, aber eine professionell durchgeführte Diagnostik und anschließende Psychotherapie sind unabdingbar zur erfolgreichen Behandlung psychischer Störungen, sind sich die Expert:innen einig. In der Praxis beobachtet Haid zunehmend, dass Klient:innen bereits mit einer vermeintlich feststehenden Diagnose vorstellig werden – meist selbst diagnostiziert auf Basis von gesehenen Inhalten auf Social Media. „Diese Entwicklung ist äußerst problematisch. Social Media und Influencer:innen ersetzen keine professionelle Diagnostik, und KI ersetzt keine Psychotherapie.“
Den Medienkonsum gänzlich einzuschränken, halten die geladenen Expert:innen hingegen nicht für zielführend. „Es wäre unzeitgemäß und an der Realität vorbei, einen generellen Smartphone- oder Social-Media-Verzicht zu empfehlen. Entscheidend ist vielmehr, digitalen Ressourcen bewusst und dosiert zu nutzen, ihre Inhalte kritisch zu hinterfragen und den eigenen Medienkonsum zu reflektieren“, so Priv.-Doz. Mag. Dr. Oliver Scheibenbogen, Leiter des Ambulatoriums _Treffpunkt_ 1050 am Anton-Proksch-Institut.
SELBSTWIRKSAMKEIT ALS SCHLÜSSEL ZU MEHR RESILIENZ
Das Event endete mit einer interaktiven Fishbowl-Diskussion mit allen anwesenden Expert:innen und jungen Teilnehmenden, in deren Mittelpunkt Selbstwirksamkeit und Resilienz standen. In der heutigen Gesellschaft bedeutet dies, sich nicht von jedem Algorithmus oder jeder negativen Schlagzeile vereinnahmen zu lassen, sondern selbst aktiv zu werden: Grenzen setzen, Inhalte kritisch einordnen und sich seiner selbst bewusst sein. „Wer sich der eigenen Handlungsfähigkeit bewusst ist und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelt, kann Belastungen besser bewältigen. Selbstwirksamkeit ist ein wesentlicher Schlüssel, um langfristig resilient und psychisch gesund zu bleiben. Jede:r kann sein Leben aktiv mitgestalten und sein Wohlbefinden beeinflussen“, ermutigt Mag.a Ardjana Gashi, Leiterin des First Level Supports beim Psychosozialen Dienst Wien, am Ende des Events.
Der 2. FutURe Health Talk machte damit deutlich: Psychische Gesundheit braucht beides: gestärkte Individuen und bessere Rahmenbedingungen in der Versorgung. Aufklärung, offene Gespräche, unterstützende soziale Netzwerke und niederschwellige Hilfsangebote sind zentrale Bausteine, um die Gesellschaft präventiv zu stärken, Stigmatisierung abzubauen und Betroffene besser zu behandeln.
ÜBER MERCK
Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Life Science, Healthcare und Electronics tätig. Rund 63.000 Mitarbeitende arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von Produkten und Services zur schnelleren Entwicklung und Herstellung von Medikamenten über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2023 erwirtschaftete Merck in 65 Ländern einen Umsatz von 21 Milliarden Euro.
Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns. Merck hält die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Die einzigen Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo die Unternehmensbereiche als MilliporeSigma, EMD Serono und EMD Electronics auftreten.
(1) https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Gesundheit/Nicht-uebertragbare-Krankheiten/Psychische-Gesundheit/Nationale-Strategie-zur-psychischen-Gesundheit.html (17.06.2026)
(2) https://oegpp.at/mehr-als-zwei-millionen-oesterreicher_innen-von-psychiatrischen-erkrankungen-betroffen-dringender-handlungsbedarf-in-der-versorgung-ots-vom-09-10-2025/ (17.06.2026)
(3) _3rd International Research on the Health Status of Europeans_, Merck 2024. 9.329 Interviews in EU, UK und der Schweiz; davon 630 in Österreich.
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FINE FACTS Health Communication GmbH
Lisa Schoißengeier, BEd BA MA
Telefon: 0660 8660245
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Merck GmbH
Nina Mitteregger
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