Weltdrogentag: Psychologie gegen Abhängigkeit

BÖP betont die Rolle der Psychologie bei der Prävention und Behandlung von Drogenabhängigkeit

Drogenabhängigkeit und deren Überwindung ist keine Frage mangelnder Willenskraft, sondern hat genetische, soziale, biologische und psychische Hintergründe. Anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni 2026 weist der BERUFSVERBAND ÖSTERREICHISCHER PSYCHOLOGINNEN UND PSYCHOLOGEN (BÖP) daher auf die zentrale Rolle der Psychologie bei der Prävention und Behandlung von Drogenabhängigkeit hin.

JUGENDLICHE SIND BESONDERS GEFÄHRDET

Laut Bericht zur Drogensituation 2025 der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) haben

* 30 bis 40% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15-24 Jahre) bereits Cannabis
* 2 bis 4% Ecstasy, Kokain und Amphetamin und
* 1 bis 2% Opioide und neue psychoaktive Substanzen konsumiert.

Dabei wird zwischen Probierkonsum, gelegentlichem Konsum und risikoreichem Konsum unterschieden. In Österreich konsumieren

* 36.000 bis 39.000 Personen risikoreich Opioide,
* davon sind 40% Wiener:innen und
* mehr als ¾ männlich.

Bei Jugendlichen ist ein Anstieg des risikoreichen Drogenkonsums seit den multiplen Krisen wie Covid-19-Pandemie, Ukrainekrieg und Klimakrise zu erkennen. „Besonders bei Jugendlichen kann regelmäßiger risikoreicher Drogenkonsum schwerwiegende Folgen haben, da sich Gehirn und Persönlichkeit noch in Entwicklung befinden. Frühzeitige Prävention und rasche Unterstützung bei Anzeichen psychischer Belastungen sind daher essenziell“, betont BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.

PSYCHISCHE FOLGEN VON DROGENKONSUM

Drogenkonsum hat oft psychische Hintergründe. Menschen, die unter Ängsten, Sorgen, Trauer oder einem geringen Selbstwertgefühl leiden, erhoffen sich oft, dass Drogen ihre belastenden Gefühle lindern. Zwar können Drogen kurzzeitig zu angenehmen Gefühlen wie Euphorie, Glück oder Entspannung führen, langfristig können sie jedoch die Bewältigungs- und Problemlösungskompetenz einschränken, zur Abhängigkeit führen und die Ich-Stärke schwächen, wodurch sich die Probleme verstärken können. Psychologische Unterstützung leistet einen wichtigen Beitrag im Zuge der Prävention von Drogenabhängigkeit, indem sie hilft, individuelle Risikofaktoren zu erkennen und Resilienzen zu stärken. Begleitende psychische Erkrankungen müssen dabei stets mitbehandelt werden.

Aus dem anfänglichen Ausprobieren kann langfristig ein Drogenkonsum entstehen, der schwerwiegende psychische Folgen verursacht. Dazu zählen Angst- und Panikattacken, Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen, Psychosen und Halluzinationen sowie Abhängigkeit. Psychologische Fachkräfte verfügen über vielfältige Behandlungsansätze bei Drogenabhängigkeit. Sie unterstützen Betroffene dabei, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und Rückfällen vorzubeugen.

„Entscheidend ist, problematische Konsummuster frühzeitig zu erkennen und Betroffene rechtzeitig zu unterstützen. Je früher belastende Entwicklungen erkannt werden, desto besser lassen sich schwerwiegende gesundheitliche und soziale Folgen verhindern“, erklärt Prof. Dr. Alfred Uhl vom Kompetenzzentrum Sucht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG).

PSYCHOLOGISCHE HILFE BEI ABHÄNGIGKEIT

Auf Abhängigkeit spezialisierte Klinische Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen können unter WWW.PSYCHNET.AT gefunden werden. Für Kinder und Jugendlich bis zu einem Alter von 21 Jahren bietet das Projekt „Gesund aus der Krise“ rasch, kostenlos und österreichweit Beratungs- und Behandlungsangebote.

Darüber hinaus stehen in Österreich zahlreiche spezialisierte Suchthilfeeinrichtungen zur Verfügung. Beratung, Information und Unterstützung bieten unter anderem die Suchtberatungsstellen der Bundesländer, die Suchthilfe Wien, das Anton Proksch Institut oder die Angebote von pro mente. Je nach Schwere der Abhängigkeit können auch ambulante oder stationäre Entzugs- und Entwöhnungsbehandlungen in spezialisierten Einrichtungen notwendig sein.

Der BÖP setzt sich weiterhin für frühzeitige, leicht zugängliche und wirksame Unterstützungsangebote ein, um die Prävention von Suchterkrankungen zu fördern und die Versorgung Betroffener zu verbessern. „Die Inanspruchnahme professioneller psychologischer Hilfe ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg aus der Abhängigkeit“, so BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger abschließend.

Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: presse@boep.at
Website: https://www.boep.or.at

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