ORF-DialogForum: Was kann Kultur?

Diskussion knapp vor dem Jubiläum der Tage der deutschsprachigen Literatur – am 29. Juni um 13.00 Uhr in ORF III sowie auf ORF ON und ORF Sound

Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, und Schriftstellerin Gertraud Klemm im ORF-DialogForum: Kurz nach Ende der Wiener Festwochen und knapp vor dem Jubiläum der Tage der deutschsprachigen Literatur diskutiert ORF-Redakteur Klaus Unterberger mit seinen Gästen den Kulturauftrag des ORF: Was meinen wir, wenn wir von Kultur sprechen? Ist sie ein Qualitätsmerkmal oder nur Geschmacksfrage? Wem nützt Kultur eigentlich? Und nicht zuletzt: Woran kann man den Kulturauftrag des ORF erkennen?

Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, plädierte für eine Kultur des Widerstands und der Haltung: „Die Wirklichkeit ist ein Skandal, sie zu skandalisieren ist für mich eine wichtige Strategie im Kulturbetrieb. Wir brauchen Widerstand und nicht Wirklichkeitsflucht. Wir müssen Institutionen wie Theater, Fernsehen oder Konzerte mit unserer Präsenz verteidigen. Wir müssen dafür brennen.“

Bea Robein, Gründerin von Arts for Health Austria, betonte den gesellschaftlichen und gesundheitlichen Mehrwert von Kunst und Kultur: „Kunst und Kultur sind kritische Infrastruktur. Wissenschaftlich ist erwiesen: Kunst und Kultur sind wie gesunde Ernährung und Sport essenziell für unser Leben und unser Wohlbefinden. Der ORF macht bei Kultur seine Sache schon richtig und erreicht Menschen jeden Alters. Denn Kultur ist ein Instrument der Zusammengehörigkeit und der Resilienz.“

Siegfried Steinlechner, ORF Kultur, unterstrich das breite Kulturverständnis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: „Der ORF hat ein breites Kunst- und Kulturverständnis. Unser Kulturauftrag reicht zurück bis zur Gründungsgeschichte des ORF: jeder Form von Extremismus – ob rechts oder links – Einhalt zu gebieten. Jeder kann seinen eigenen Begriff von Kunst und Kultur haben – dafür stehen wir auch.“

Gertraud Klemm, Schriftstellerin, mahnte zu einem offeneren und inklusiveren Kulturbegriff: „Unterhaltungskultur ist ein wichtiger Anker – über die Oper werden wir keine Revolution anzetteln. Was es braucht, ist das Anstiften zum Mitmachen in allen Generationen. Ich wünsche mir mehr Kulturberichterstattung in den Medien – und dass man sich dabei nicht immer an dieselben Leute wendet und nicht so einen eurozentrischen Kulturbegriff pflegt.“

Moderiert wurde das ORF-DialogForum von Klaus Unterberger, dem Leiter des Public-Value-Kompetenzzentrums des ORF. Die TV-Aufzeichnung aus dem ORF RadioKulturhaus ist am Montag, dem 29. Juni 2026, um 13.00 Uhr in ORF III und auf ORF ON zu sehen sowie auf ORF Sound nachzuhören.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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