Austrian Forum for Peace 2026 feierlich auf Burg Schlaining eröffnet

„The Art of Peace“: Österreichisches Friedenszentrum (ACP) liefert neue Impulse für Frieden und Sicherheit

Mit einer hochkarätig besetzten Eröffnungsfeier auf Burg Schlaining hat am Montag, 29. Juni, das vierte Austrian Forum for Peace begonnen. Bis 3. Juli kommen Vertreter*innen aus Friedenspraxis, Wissenschaft, Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Kultur zusammen, darunter Friedensforscher Oliver Richmond und die ehemalige französische Kulturministerin Audrey Azoulay, um über aktuelle Herausforderungen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik zu diskutieren. Unter den Ehrengästen befand sich auch der ukrainische Botschafter in Österreich.

ACP-Direktor Tobias Lang unterstrich in seiner Eröffnungsrede die Dringlichkeit der Konferenz. Weltweit seien derzeit nahezu 50 Staaten von bewaffneten Konflikten betroffen. Im Jahr 2025 kamen rund 240.000 Menschen infolge bewaffneter Konflikte ums Leben.

ACP-Präsident Norbert Darabos betonte die Bedeutung einer leistungsfähigen Verteidigung für die nationale Sicherheit. Gleichzeitig müsse Frieden umfassender gedacht und gestaltet werden, als es eine rein militärische Perspektive zulasse. Als Beispiel nannte er die Friedensmissionen der Vereinten Nationen, deren Beitrag zum Peacebuilding ein zentraler Bestandteil internationaler Friedensbemühungen sei. Diesem Thema widmet das Austrian Forum for Peace am 1. Juli eine eigene Podiumsdiskussion – unter anderem mit Kristin Lund, der ersten weiblichen Force Commander einer UN-Friedensmission.

Peter Riedler, Rektor der Universität Graz, hob die enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis als wesentliche Voraussetzung erfolgreicher Friedensarbeit hervor. Das ACP und die Universität Graz arbeiten zu diesem Zweck im Rahmen des Conflict–Peace–Democracy Cluster (CPDC) eng zusammen.

Unter dem diesjährigen Konferenzmotto „The Art of Peace“ beschäftigt sich das Forum mit Friedensarbeit als Handwerk und zugleich als kreative gesellschaftliche Aufgabe. Frieden kann erlernt werden. Er basiert auf professionellen Methoden, wissenschaftlicher Expertise und internationalen Netzwerken. Gleichzeitig erfordert erfolgreiche Friedensarbeit Kreativität, Empathie und die Fähigkeit, neue Wege des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu eröffnen.

Der renommierte Friedensforscher Oliver Richmond von der University of Manchester beleuchtete in seiner Keynote Mediation und Peacebuilding aus historischer Perspektive und zeigte auf, wie diese Prozesse im Laufe der Geschichte künstlerisch reflektiert und begleitet wurden.

Audrey Azoulay, ehemalige Generaldirektorin der UNESCO sowie frühere französische Ministerin für Kultur und Kommunikation, betonte in ihrer Keynote, dass Kultur Kriege zwar nicht verhindern könne, jedoch eine unverzichtbare Grundlage für nachhaltige Friedensprozesse bilde. Die vorsätzliche Zerstörung von Kulturgütern müsse daher entschieden verurteilt werden. Erinnerung sei eine wesentliche Voraussetzung für Frieden.

Kunst ist beim Austrian Forum for Peace weit mehr als ein Begleitprogramm: Sie eröffnet einen eigenständigen Zugang zur Friedensarbeit. Die Künstler Wolfgang Lehrner und Robin Lütolf präsentierten im Rahmen der Eröffnung ihre Installationen, die während der gesamten Konferenz kostenlos auf Burg Schlaining besichtigt werden können. Suleiman Morgan, Vertreter des südsudanesischen Künstlerkollektivs „The Vow of Silence“, stellte in einer Videobotschaft die Ausstellung „Colours of Peace“ vor. Die Werke von Künstler*innen der University of Juba sind ebenfalls während des Austrian Forum for Peace auf Burg Schlaining zu sehen.

Das Austrian Forum for Peace wird durch das Land Burgenland und den Conflict–Peace–Democracy Cluster (CPDC) ermöglicht. Unterstützt wird die Veranstaltung von Almdudler, Bank Burgenland, Burgenland Energie, Kalchbrenner IT-Dienstleistung GmbH, LIB, Sacher, Siemens und der Wiener Städtischen.

Austrian Centre for Peace
Tina Gangoly-Madl
Telefon: 0043 3355 2498
E-Mail: communication@ac4p.at
Website: https://www.ac4p.at

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