Die nächste Hitzewelle kommt: Regierung muss Klima-Scheuklappen abnehmen
Zivilgesellschaft fordert konsequenten Schutz für Mensch und Umwelt
Gemeinsam mit der Caritas, Fridays For Future Österreich und der Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF) attestiert GLOBAL 2000 der Bundesregierung Versagen beim Schutz der Bevölkerung vor extremer Hitze. Die gemeinsamen Forderungen enthalten konsequente Maßnahmen für Klima- und Hitzeschutz. “Die Klimakrise gefährdet die Gesundheit von Menschen und Umwelt. Doch statt in Klimaschutz zu investieren, kürzt die Regierung ein Drittel des Budgets für Klima und Umwelt, macht Steuergeschenke an die Luftfahrt und treibt milliardenschwere Straßenbauprojekte voran. Wir fordern jetzt eine entschiedene Kehrtwende im Budget, alles andere ist verantwortungslos”, mahnt HANNAH KELLER, KLIMA- UND ENERGIESPRECHERIN VON GLOBAL 2000.
KLIMASCHUTZ UND SOZIALPOLITIK ZUSAMMENDENKEN
Wer arm ist, hat oft die geringsten Möglichkeiten, sich vor extremer Hitze zu schützen. „Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise. Sie trifft jene Menschen am härtesten, die am wenigsten zu ihr beitragen und gleichzeitig die geringsten Möglichkeiten haben, sich zu schützen“, betont NORA TÖDTLING-MUSENBICHLER, PRÄSIDENTIN DER CARITAS ÖSTERREICH. „Es braucht leistbaren, klimafitten Wohnraum, frei zugängliche kühle Orte und gezielte Unterstützung dort, wo besonders gefährdete Menschen leben und betreut werden. Sanierungsoffensiven müssen mit sozialen Maßnahmen verknüpft werden, damit Klimaanpassung kein Luxus wird. Gleichzeitig braucht es entschlossene Maßnahmen für den Klimaschutz selbst – denn nur so können wir die Folgen der Klimakrise langfristig begrenzen“, so Tödtling-Musenbichler.
ROSA LOGAR VOM WILPF ergänzt: “Frauen leisten einen großen Teil der Sorgearbeit für Kinder, alte und kranke Menschen. Gleichzeitig sind sie von Klimaschäden und Hitzewellen besonders betroffen. Statt Militärausgaben in die Höhe zu schrauben, muss die Regierung im Budget endlich angemessene Schutzmaßnahmen für besonders schutzbedürftige Menschen verankern.”
DAS PROBLEM AN DER WURZEL PACKEN
Um der Klimakrise entgegenzuwirken, braucht es einen raschen und konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien, des öffentlichen Verkehrs und eine flächendeckende Sanierung von Gebäuden. „Hitze ist eine politische Entscheidung. Sparpolitik bei Klimaschutz und Investitionen in fossile Politik stellen politisch Weichen dafür, dass der Sommer 2026 der kühlste der kommenden Jahrzehnte sein wird. Die Folgen des Klimawandels und die Hitze kosten uns Menschen viel mehr als vernünftige Klimapolitik“, so SOFIA SCHERER, FRIDAYS FOR FUTURE ÖSTERREICH.
APPELL AN DIE POLITIK
Die Organisationen fordern Klimaschutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise: “Die Bundesregierung muss beim Budget eine Kehrtwende in Richtung Klima- und Hitzeschutz einlegen, gleichzeitig braucht es ein Klimaschutzgesetz, das einen klaren Fahrplan zur Klimaneutralität liefert”, so die Sprecherinnen. “Investitionen braucht es bei der Gebäudesanierung, denn das senkt Emissionen und schützt vor Hitze. Durch Stadtbegrünung und Entsiegelung können Städte hitzefest gestaltet werden. Außerdem müssen konsumfreie, kühle Orte geschaffen werden, an die Menschen sich an Hitzetagen zurückziehen können – das können gekühlte Innenräume sein, aber auch Zugang zu öffentlichen Bädern bei freiem Eintritt. Wichtig ist hier, dass besonders schutzbedürftige Menschen wie Obdachlose, armutsbetroffene Menschen, Menschen mit gesundheitlichen Problemen und Kinder bedacht werden.”
Antonia Petri
Pressesprecherin GLOBAL 2000
Mobil: +43 699 14 2000 82
Mail: antonia.petri@global2000.at
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