WKÖ und Bundessparten empfehlen Stromanbieterwechsel: Einsparpotenziale nutzen

Stromvertrag überprüfen kann Energiekosten rasch senken – praktische Hilfestellung für Betriebe

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) empfiehlt Unternehmen, ihre Stromverträge regelmäßig zu überprüfen und einen Wechsel des Stromanbieters in Betracht zu ziehen. Angesichts der weiterhin hohen Energiepreise können Betriebe dadurch mit vergleichsweise geringem Aufwand spürbare Einsparungen erzielen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. „Gerade dort, wo Betriebe unmittelbar ansetzen können, gibt es konkrete Spielräume. Der Energiepreis macht rund 40 Prozent des Strompreises aus und ist damit der größte Kostenbestandteil, den Unternehmen selbst beeinflussen können. Ein regelmäßiger Tarifvergleich kann daher bares Geld sparen“, betont Jürgen Streitner, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich.

Während Netzkosten sowie Steuern und Abgaben weitgehend vorgegeben sind, können Unternehmen den Energiepreis durch die Wahl ihres Stromanbieters aktiv beeinflussen. Ein Anbieterwechsel ist meist mit geringem Aufwand verbunden und kann rasch Wirkung zeigen. Unterstützt werden Betriebe dabei durch den Gewerbe-Tarifkalkulator der E-Control sowie den KMU-Energiepreis-Check. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen wir jede Möglichkeit nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken“, betont Markus Roth, Obmann der Bundessparte Information und Consulting. „Ein aktives Kostenmanagement beim Strom ist dafür ein zentraler Baustein – und der Lieferantenwechsel bietet Unternehmen eine sofort wirksame, unkomplizierte und eigenständig steuerbare Option.“

Auch aus Sicht des Gewerbes und Handwerks sollte dieser Hebel stärker genutzt werden. Viele Betriebe setzen bereits laufend Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz um. Zusätzliche Einsparungen beim Stromeinkauf können einen wichtigen Beitrag zur Kostenentlastung leisten. „Neben langfristigen Effizienzmaßnahmen im Betrieb, die unsere Handwerksbetriebe tagtäglich umsetzen, braucht es auch kurzfristig wirksame Lösungen. Der Stromlieferantenwechsel ist hier ein einfacher und unmittelbar wirksamer Hebel“, bekräftigt Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk.

FÜR BETRIEBE ALLER GRÖSSEN RELEVANT

Von einem Anbieterwechsel können Unternehmen unabhängig von Branche oder Größe profitieren. Das gilt für kleine Dienstleistungsbetriebe ebenso wie für energieintensivere Unternehmen. „Der Stromlieferantenwechsel ist eine Maßnahme, die jedes Unternehmen ohne großen Aufwand selbst umsetzen kann und das unabhängig von der Betriebsgröße oder dem Energieverbrauch. Gerade in Tourismus und Freizeitwirtschaft reicht die Bandbreite von kleinen Reisebüros und FremdenführerInnen bis hin zu energieintensiven Wellnessanlagen“, ergänzt Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Auch der Handel sieht darin eine Möglichkeit, die steigenden Energiekosten zumindest teilweise abzufedern. „Der Handel spürt die hohen Energiekosten vor allem aufgrund steigender Einkaufspreise und hat an den – teilweise angemieteten – Standorten oft wenig Möglichkeiten für die Umsetzung wirksamer Effizienzmaßnahmen. Hier findet sich also wenig Spielraum, besonders für KMU. Umso sinnvoller und relevanter ist es, die Optionen auszuschöpfen, die ein Anbieterwechsel bringen kann“, bestätigt auch Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel.

„Für die Industriebetriebe führt kein Weg an der Prüfung des Lieferantenwechsels vorbei, um günstige Strompreise zu bekommen“ betont Sigi Menz, Obmann der WKÖ-Bundessparte Industrie. „Ein Lieferantenwechsel ist mit wenig Bürokratie verbunden, der Industriestrompreis und die Strompreiskompensation muss kompliziert beantragt und berichtet werden, erhaltene Gelder müssen großteils reinvestiert werden. Ein Antrag auf Industriestrompreis kann einen Wechsel zu einem günstigeren Lieferanten oder die Verhandlung günstiger Preise vom bestehenden Lieferanten nicht ersetzen, sondern nur ergänzen“, so Menz. Die Bundessparte Industrie hat dazu eigene Informationen veröffentlicht: Stromkostenreduktion im Vergleich zwischen Lieferantenwechsel und dem angekündigten Industriestrompreis – WKO.

FACTSHEET ALS PRAKTISCHE UNTERSTÜTZUNG

Um Betriebe bei der Überprüfung ihrer Stromverträge zu unterstützen, haben die Bundessparten Gewerbe und Handwerk, Handel, Information und Consulting sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft gemeinsam mit der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik der WKÖ ein Factsheet zum Stromlieferantenwechsel veröffentlicht. Dieses bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Schritte sowie Informationen zu Tarifen, Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen. Link zum Factsheet: https://www.wko.at/energie/energiepreise#heading_wkoe_factsheet__stromtarif_fuer_unternehmen_optimieren

„Wir unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien. Entscheidend ist, dass diese günstige Energie auch tatsächlich bei den Unternehmen ankommt. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt“, betont Streitner abschließend. (PWK328/NIS/ES/HSP/DFS/JHR)

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