5,37 Millionen Euro Strafen beantragt: Finanzpolizei kontrolliert 2025 mehr Auslandsbetriebe

Kontrollplan 2026 setzt Schwerpunkte bei Straßentransport, Bau, Security/Events sowie Hotel, Gastronomie und Tourismus

Finanz- und Sozialministerium präsentierten den gemeinsamen Kontrollplan 2026 zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping sowie den Bericht über die Maßnahmen des Jahres 2025.

Die Finanzpolizei im Amt für Betrugsbekämpfung hat im Jahr 2025 im Bereich Lohn- und Sozialdumping 1.327 Betriebe aus dem Ausland überprüft, die in Österreich tätig waren.

Bei den Kontrollen wurden 3.691 entsandte oder überlassene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überprüft. In 274 Fällen bestand der Verdacht auf Unterentlohnung. Die Zahl der Verdachtsfälle blieb damit im Wesentlichen stabil. Rund acht Prozent der kontrollierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren von möglichen Unterentlohnungen betroffen.

Wegen Nichtbereithaltens oder Nichtbereitstellens von Lohnunterlagen wurden 433 Strafanträge an die zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden gestellt. Insgesamt beantragte die Finanzpolizei im Jahr 2025 Geldstrafen in Höhe von rund 5,37 Millionen Euro. Damit sind die beantragten Geldstrafen gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Für das Jahr 2026 werden die Kontrollmaßnahmen auf Basis der Risikoanalyse gezielt fortgeführt. Schwerpunkte sind in den Bereichen Straßentransport, Bau- und Baunebengewerbe, Security und Eventbranche sowie Hotel, Gastronomie und Tourismus geplant. Damit setzt die Finanzpolizei ihre Tätigkeit insbesondere in jenen Branchen fort, in denen aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Datenlage ein erhöhtes Risiko für Lohn- und Sozialdumping besteht.

Darüber hinaus werden die grenznahen Einsätze in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Kärnten beibehalten. Vorgesehen sind bundesweite Einsatztage je Halbjahr, um die generalpräventive Wirkung der Kontrollen weiter zu stärken. Dabei werden insbesondere betriebliche Fahrzeuge und deren Insassen im Hinblick auf die Einhaltung der Bestimmungen nach dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz überprüft.

Die Finanzpolizei wird auch 2026 einen Fokus auf Betriebe, die aus dem Ausland nach Österreich hereinarbeiten, beibehalten. Die Kontrollen erfolgen risikobasiert, zielgerichtet und in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen. Ziel bleibt es, Lohn- und Sozialdumping wirksam zu bekämpfen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen und faire Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen in Österreich sicherzustellen.

Finanzminister Markus Marterbauer: „Der 2018 ins Leben gerufene jährliche Kontrollplan trägt dazu bei, zielgerichtet gegen Lohn- und Sozialdumping vorzugehen, sichert heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das ihnen zustehende Entgelt und fördert fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen. Durch die Bekämpfung von Steuer- und Abgabenbetrug stärken wir alle Steuerehrlichen. Aus diesem Grund gilt: Keine Toleranz bei Steuerbetrug.“

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann: „Wer Beschäftigte unterbezahlt oder gesetzliche Standards umgeht, schadet den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, entzieht unserem Sozialstaat wesentliche Einnahmen und verschafft sich unfaire Wettbewerbsvorteile. Die konsequente Arbeit der Finanzpolizei und die enge Zusammenarbeit aller Kontrollbehörden sind entscheidend, um Lohn- und Sozialdumping wirksam zu bekämpfen.“

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