Totschnig zu Wasserhaushalt im Juni 2026: Extreme Hitze, weiterhin niedrige Grundwasserstände – Wasserressourcen nachhaltig schützen
Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 °C – Grundwasserstände österreichweit weiterhin niedrig
Der Juni 2026 war in Österreich außergewöhnlich warm. Ab dem 18. Juni führte eine Hitzewelle in weiten Teilen des Landes zu Temperaturen von über 35 °C, lokal wurden bis zu 40 °C gemessen. Gleichzeitig prägten überwiegend niedrige Abflüsse und niedrige Grundwasserstände die hydrologische Situation. Details dazu finden sich im aktuellen MONATSBERICHT „WASSERHAUSHALT ÖSTERREICH“ der Hydrographie.
UMWELTMINISTER NORBERT TOTSCHNIG:_ „Die vergangenen Monate verdeutlichen, wie stark sich der Klimawandel auf den Wasserhaushalt auswirkt. Seit Mai weisen noch immer 80 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige Niveaus auf. Bei der Trinkwasserversorgung, die für uns höchste Priorität hat, sind wir dennoch weiterhin gut aufgestellt. Gleichzeitig setzen wir Vorsorgemaßnahmen um, vom Trinkwassersicherungsplan über den Aufbau eines österreichweiten Wasserentnahmeregisters bis hin zu Investitionen in die Wasserinfrastruktur. _
_Für 2026 konnten bereits 126 Mio. Euro für Projekte zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zugesagt werden. So können neue Quellen für Trinkwasser erschlossen, Trinkwassernetze verbunden und wichtige Sanierungen durchgeführt werden. Auch in der Bewusstseinsbildung legen wir den Fokus auf den sorgsamen Umgang mit Wasser. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten und Wasserressourcen nachhaltig zu schützen“._
TEMPERATUR UND NIEDERSCHLAG
Die Lufttemperatur lag im Juni knapp 3,0 °C über dem Mittel der Klimanormalperiode 1991–2020. Gleichzeitig fiel österreichweit rund sieben Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Während der Osten Österreichs deutlich zu trocken blieb, fielen im Süden regional überdurchschnittliche Niederschläge. In den Hochlagen war die Schneebedeckung für diese Jahreszeit deutlich unterdurchschnittlich.
OBERFLÄCHENGEWÄSSER
Die monatlichen Abflüsse lagen an rund 85 % der Pegelmessstellen unter den langjährigen Monatsmitteln. Im Vergleich zum Mai ging der Anteil sehr niedriger Abflüsse zwar zurück, insbesondere im Osten Österreichs traten sie jedoch weiterhin verbreitet auf. Regional führten Gewitter und Starkregen, vor allem in Kärnten und im oberen Murtal, kurzfristig zu erhöhten Abflüssen mit geringer Jährlichkeit. Der mittlere Wasserstand des Neusiedler Sees lag zum Monatsende 24 cm unter dem langjährigen Mittel.
GRUNDWASSER
Ende Juni wiesen österreichweit weiterhin rund 80 % der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf. Gegenüber Ende Mai blieb die Gesamtsituation damit weitgehend unverändert. Regional zeigten sich jedoch Unterschiede: Während der Anteil niedriger und sehr niedriger Grundwasserstände unter anderem in Tirol, Kärnten und der Steiermark leicht zurückging, nahm der Anteil sehr niedriger Grundwasserstände in Vorarlberg etwas zu.
AUSBLICK
Die hydrologische Situation bleibt weiterhin angespannt. Niederschläge treten derzeit häufig in Form kurzzeitiger Schauer und Gewitter auf und tragen daher nur begrenzt zur Grundwasserneubildung bei. Gleichzeitig führen die außergewöhnlich hohen Temperaturen zu einer hohen Verdunstung. Nach den aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria ist auch in den kommenden Wochen wieder mit überdurchschnittlichen Temperaturen zu rechnen. Für den Niederschlag lässt sich derzeit kein eindeutiger Trend erkennen. Eine großräumige Entspannung der Grundwassersituation ist vorerst nicht zu erwarten.
LINK ZUM MONATSBERICHT JUNI 2026
https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/charakteristik0626.html
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
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