„kulturMONTAG“ am 13. Juli: Kulturhauptstadt Trenčín, Christopher Nolans „Odyssee“, erste Pulkautal-Biennale
Danach: neue Ausgabe „Zimmer frei – Übernachten in besonderer Architektur: Tirol“ – ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Der von Clarissa Stadler am 13. Juli 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentierte „kulturMONTAG“ besucht zunächst die „Europäische Kulturhauptstadt“ Trenčín in der Slowakei, die sich diesen Titel heuer mit der finnischen Stadt Oulu teilt. Weiters befasst sich die Sendung u. a. mit Christopher Nolans Hollywood-Neuverfilmung von Homers Monumentalepos „Odyssee“, die demnächst in die heimischen Kinos kommt, und widmet sich der erstmals stattfindenden Pulkautal-Biennale.
Anschließend an das Magazin besucht eine Ausgabe der Dokureihe „Zimmer frei – Übernachten in besonderer Architektur“ (23.15 Uhr) Tirol und Südtirol.
Kultur rund um die Burg – Europäische Kulturhauptstadt Trenčín
Nur zwei Bahn– oder Autostunden von Wien entfernt gilt die „Europäische Kulturhauptstadt“ Trenčín in der Slowakei für viele noch als Geheimtipp. Die 54.000-Seelen-Gemeinde wirkt wie eine Oase in der kulturellen Wüste eines Landes, das derzeit von politischer Seite zunehmenden Kulturabbau erlebt. Regelmäßige Proteste gegen die Regierung sind für viele Slowakinnen und Slowaken längst Alltag geworden. Denn auch die Wirtschaft befindet sich in einer spürbaren Schwächephase. Dabei könnte die Slowakei, mit ihren malerischen Landschaften und hübschen Orten, wie etwa der diesjährigen Kulturhauptstadt, längst als Tourismusziel Österreich Konkurrenz machen. Unter dem Motto „Awakening Curiosity“ will Trenčín Neugier wecken, hat historische Schauplätze seiner mehr als tausendjährigen Geschichte revitalisiert und lädt ein, die kulturelle und lebendige Vielfalt zu entdecken. Als weltoffen und tolerant präsentiert sich die Stadt mit dem größten Musik- und Kunstevent der Slowakei: In der zweiten Juli-Woche findet – mittlerweile seit 30 Jahren – das „Pohoda“-Musikfestival auf dem Militärflughafen statt, der auch ein NATO-Stützpunkt ist. Heuer gastieren Acts wie die britische Band „The Cure“. Bürgermeister Richard Rybníček, ein parteiunabhängiger Freigeist, muss sich unterdessen fragen, wie lange es den Event noch geben wird. Denn Veranstalter müssen fortan für eine Nutzungsgenehmigung einen Vertragspassus unterschreiben, „unpolitisch“ zu sein.
Der ewige Odysseus – Christopher Nolans Homer-Verfilmung
Eines der ältesten Epen der Welt zieht auch Hollywood seit mehr als 100 Jahren in seinen Bann. Homers „Odyssee“ wurde bisher mehrfach für Kino und TV adaptiert – nun auch von Oscar-Preisträger Christopher Nolan, der der Geschichte über die abenteuerliche Heimreise des griechischen Königs nach dem Trojanischen Krieg erlegen ist. Der Filmemacher bringt den Stoff jetzt mit Matt Damon, Tom Holland und Anne Hathaway in Starbesetzung als Actiondrama ins Sommer-Kino. Warum ist das 2.000 Jahre alte Epos rund um den Mann aus Ithaka immer noch so fesselnd? Die „Odyssee“ schildert eine Welt, in der Menschenraub, Überfälle auf See, Sklavenhandel und Stadtzerstörungen krasse geschichtliche Realität waren. Auf seiner Reise begegnen Odysseus mythische Wesen wie Zyklopen, Sirenen und die Hexengöttin Circe. Verstellung und Lüge wurden legitime Waffen im Kampf ums Dasein. Gleich nach dem Oscar-Preisregen für „Oppenheimer“ 2024 hat Christopher Nolan mit dem Drehbuch für „Odyssee“ begonnen, gedreht wurde ab Februar 2025 u. a. in Marokko, Griechenland, Italien, Schottland, Island und der Westsahara. Mit einem geschätzten Produktionsbudget von 250 Millionen Dollar wird dies der teuerste Film in seiner Karriere und der erste Blockbuster, der vollständig mit 70-mm-IMAX-Filmkameras aufgenommen wurde. Im Exklusiv-Interview verrät Nolan, was ihn an der antiken Geschichte fasziniert.
Durchatmen und Staunen – Die erste Pulkautal-Biennale
Hier trifft das Weinviertel auf das Waldviertel – im Pulkautal, einer Landschaft voller Kontraste und der stillen Schönheit. Im niederösterreichischen Grenzgebiet wird das raue Klima des Waldviertels mit den milden Einflüssen des Weinviertels verbunden und bietet somit das Beste aus beiden Welten. Zwischen Sigmundsherberg und Pulkau schlängelt sich der Fluss durch ein idyllisches Tal, das zum Wandern und zum Entspannen einlädt. Jetzt hält auch die Kunst mit der ersten Pulkautal-Biennale Einzug in die Region. Initiiert wurde das ländliche Kulturereignis von der bayrischen Künstlerin und Philosophin Elisabeth von Samsonow, die es schon vor Jahren in diese Gegend gezogen hat, sowie von der vorarlbergerischen Kunsthistorikerin Romana Schuler. Zwischen Rebstöcken, Äckern und alten Kellergassen präsentierten 55 österreichische und internationale Künstler:innen zwischen 18 und 97 Jahren ökologische Reflexionen und künstlerische Experimente. Unter dem Motto „Eine Sprache für das Land“ wird das Verhältnis von Mensch und Natur untersucht. Wem gehört die Landschaft, und ist sie selbst auch als Kunstwerk zu sehen? 14 Stationen werden bespielt, darunter das ehemalige Feuerwehrhaus, das als Hauptpavillon fungiert. Schon vor Beginn der Biennale zeigten sich Kulturschaffende wie Bevölkerung von dem Projekt begeistert. Und so wollen die Initiatoren – gleich der berühmten großen Schwester, der Venedig-Biennale – alle zwei Jahre Kulturbegeisterte ins Pulkautal locken.
Dokumentation „Zimmer frei – Übernachten in besonderer Architektur: Tirol“ (23.15 Uhr)
Wie wichtig ist die Art der Unterkunft im Urlaub, wenn die Landschaft perfekt ist? In den vergangenen Jahren ist in vielen Regionen ein eigener, neuer Baustil von Feriendomizilen entstanden, der kultiviert und weiterentwickelt wird. Tradition und Moderne werden dabei häufig kombiniert und stehen im Dialog zueinander. Die Kulturdokureihe „Zimmer frei“ widmet sich der Geschichte und Entwicklung von Architektur im Tourismusumfeld und präsentiert ausgewählte Projekte, die sich alle in das jeweilige Landschaftsbild und gewachsene Strukturen einfügen. Durch den von Helmut C. Gürtl gestalteten Film führt ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl, der sechs sehr unterschiedliche Bauten in Tirol und Südtirol besucht.
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