Czernohorszky: „Hitzewellen zeigen die Grenzen der Atomkraft deutlich auf!“

Leistungsreduktionen und Abschaltungen von AKW verdeutlichen wachsende Verwundbarkeit der Atomkraft

Die jüngste Hitzewelle in Europa zeigt einmal mehr, dass auch Atomkraftwerke unter den Folgen der Klimakrise leiden. In Frankreich mussten mehrere Reaktoren ihre Leistung reduzieren oder den Betrieb vorübergehend einstellen. Auch das Schweizer Atomkraftwerk Beznau war betroffen. In Ungarn erhielt das AKW Paks eine befristete Ausnahmegenehmigung für höhere Kühlwassereinleitungen in die Donau. Dies ist ein Beispiel dafür, wie der Kraftwerksbetrieb zunehmend mit dem Gewässerschutz in Konflikt gerät.

„Die Klimakrise trifft ausgerechnet jene Technologie besonders stark, die von ihren Befürworter*innen oft als Lösung für die Klimakrise präsentiert wird. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Atomkraft zunehmend zum Klimarisiko wird“, so Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Vor allem Frankreich ist stark betroffen. Das Land deckt rund zwei Drittel seiner Stromerzeugung mit Atomkraft, ist während Hitzewellen aber zeitgleich auf eine stabile Stromversorgung für den stark steigenden Kühlbedarf angewiesen. Aufgrund der hohen Wassertemperaturen und niedrigen Pegelstände mussten viele Reaktoren ihre Leistung drosseln.

„Die jüngsten Ereignisse sind kein Einzelfall. Mit der Klimakrise werden Hitzewellen häufiger, intensiver und dauern länger an. Gerade dann, wenn besonders viel Strom benötigt wird, stößt die Atomkraft an ihre physikalischen Grenzen“, so Czernohorszky.

BELASTUNG FÜR GEWÄSSER

Die steigenden Temperaturen belasten jedoch nicht nur den Kraftwerksbetrieb, sondern auch die Gewässer. Atomkraftwerke benötigen große Mengen an Kühlwasser und leiten ihre Abwärme zusätzlich in Flüsse ein. Um Fische und andere Wasserorganismen zu schützen, gelten Grenzwerte für die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser. In Ungarn erreichte die Donau im Bereich des AKW Paks eine Temperatur von 29,7 °C. Trotzdem durfte das AKW Paks mittels Sondererlaubnis zusätzlich heißes Wasser einspeisen. Zum Vergleich: In der Schweiz dürfen Flüsse nur auf 25 °C erhitzt werden.

Norbert Hörmayer, Stellvertreter der Wiener Umweltanwältin, betont: „Unsere Flüsse sind wertvolle Lebensräume und keine unerschöpflichen Kühlanlagen. Die Klimakrise setzt die Gewässer bereits massiv unter Druck, zusätzliche Wärmeeinleitungen verschärfen die Situation weiter.“

Die aktuellen Ereignisse zeigen deutlich, dass Atomkraft keine zukunftsfähige Antwort auf die Klimakrise ist. Neben ungelösten Fragen der Sicherheit, der Endlagerung und den hohen Errichtungskosten nimmt auch ihre Anfälligkeit gegenüber extremen Wetterereignissen zu.

„Eine nachhaltige Energiezukunft braucht den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Energieeffizienz und einen sparsamen Umgang mit Energie, nicht Investitionen in eine Technologie, die durch die Klimakrise selbst immer stärker unter Druck gerät“, so Stadtrat Czernohorszky abschließend.

Raphael Zimmerl
Wiener Umweltanwaltschaft
Telefon: +43 676 8118 88982
E-Mail: raphael.zimmerl@wien.gv.at

Michaela Zlamal
Mediensprecherin StR Jürgen Czernohorszky
Telefon: +43 1 4000 81446
E-Mail: michaela.zlamal@wien.gv.at

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