McDonald’s verkauft Energydrinks an Achtjährige
foodwatch-Testkäufe zeigen fehlenden Jugendschutz – die Organisation fordert gesetzliche Altersgrenze für Energydrinks
Ein Klick am Bestellbildschirm, den Becher an der Theke abholen – fertig. So einfach kam eine achtjährige Testkäuferin von foodwatch Österreich bei McDonalds an einen Energydrink. Seit April verkauft die vor allem durch Happy Meals und Gewinnspiele bei Kindern bekannte Fast-Food-Kette McDonalds in Österreich den „Tropical Energy Refresher“. Beworben wird der Drink mit jugendlichen Slogans wie „Main Character Energy“. Weil es in Österreich bis heute keine gesetzliche Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks gibt, können auch Kinder die koffeinhaltigen Getränke problemlos kaufen, obwohl Mediziner:innen seit Jahren vor den Risiken eindringlich warnen.
TESTKÄUFE ZEIGEN: NIEMAND FRAGT NACH
foodwatch Österreich schickte drei Testkäufer:innen im Alter von acht, elf und 14 Jahren in McDonalds-Filialen in Wien und Umgebung. Das Ergebnis war in allen Filialen identisch: Alle drei Kinder erhielten den Energydrink anstandslos – ohne Ausweiskontrolle, ohne Nachfrage zum Alter und ohne mündlichen Hinweis auf den erhöhten Koffeingehalt.
MEHR KOFFEIN ALS EINE DOSE RED BULL
Auf schriftliche Anfrage von foodwatch bestätigte McDonalds einen Koffeingehalt von 31 mg pro 100 ml – macht bei einem handelsüblichen Becher rund 93 mg Koffein, mehr als in einer 250-ml-Dose Red Bull. Für einen durchschnittlichen Zwölfjährigen deckt ein einziges Getränk damit fast 80 Prozent der empfohlenen täglichen Höchstmenge ab. Bis zur Anfrage von foodwatch war der Koffeingehalt auf der Produktwebsite und am Bestellkiosk nicht ausgewiesen. Erst danach räumte McDonalds Nachbesserungsbedarf ein.
GESUNDHEITLICHE RISIKEN FÜR KINDER
Mediziner:innen warnen seit Jahren vor den Folgen von Energydrinks bei Kindern: Schlafstörungen, Nervosität und Angstzustände, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen sowie Konzentrations- und Lernprobleme können die Folge sein.
_„Dass ein achtjähriges Kind bei McDonalds problemlos einen Energydrink mit mehr Koffein als eine Dose Red Bull bekommt, ohne dass irgendjemand nachfragt, zeigt: Wenn es um die Gesundheit von Kindern geht, dürfen wir uns nicht auf Konzerne verlassen. Deshalb brauchen wir dringend eine gesetzliche Altersgrenze, die Kinder wirksam schützt“_, so Miriam Maurer, Campaignerin bei foodwatch Österreich.
ÖSTERREICH HINKT HINTERHER
Länder wie Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn haben bereits ein gesetzliches Mindestalter von 18 Jahren für den Kauf von Energydrinks eingeführt, Norwegen ein Mindestalter von 16 Jahren. Österreich ignoriert das Problem.
Mit einer Petition fordert foodwatch Österreich die Politik auf, endlich eine gesetzliche Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks einzuführen.
Weiterführende Informationen:
Petition „Jetzt Altersgrenze für Energydrinks fordern!“
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foodwatch Österreich
Evelyn Horak
Telefon: +43 676 3316372
E-Mail: presse@foodwatch.at
Website: www.foodwatch.at
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